Rorbas

Hoffest mit Glücksspiel ums Ausscheiden

Lädt der Riet-Puurin Rorbas zum Hoffest ein, geraten­ die Kühe ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Ihre Bühne ist die Wiese, ihr Auftritt sprichwörtlich notdürftig.

Das Bauernpaar Ruth und Hanspeter Schurter und ihre Kühe (im Bild Rexona) sind auf Hoffeste vorbereitet.

Das Bauernpaar Ruth und Hanspeter Schurter und ihre Kühe (im Bild Rexona) sind auf Hoffeste vorbereitet. Bild: Paco Carrascosa

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Ruth und Hanspeter Schurter ken­nen den wahren Wert ihrer Kühe. Im Auftrag anderer Bauern ziehen Schurters Kälber und Rinder­ auf, damit sie dereinst gute­ Milch geben werden. Am Hoffest vom Sonntag, 27. Mai, ist aber nicht die Milch der Kühe das Wertbringende, sondern deren Not­durft. Denn am Hoffest wird Kuh-Lotto gespielt, ein Glücksspiel, in dem es ums Ausscheiden geht. Wer richtig tippt, wann und wo auf der Wiese die Kühe ihr Geschäft­ platzieren, nimmt an der Verlosung von attraktiven Preisen teil, z. B. Eintritte ins Bad Schinznach oder von Volg gefüll­te Einkaufstaschen.

Brunch-Buffetmit regionalen Produkten

Zuerst wird jedoch am Hoffest beim Riet-Puur gehaltvoll gefrühstückt. Ab 10 Uhr gibts ein Brunch-Buffet mit Rösti und aller­lei Produkten aus landwirtschaftlichen Betrieben der Region, serviert vom Gemischten Chor Bülach-Embrachertal. «Mit dem Hoffest wollen wir der Bevöl­kerung die hiesige Landwirtschaft näher bringen», sagt Hans­peter Schurter.

Ein guter Grund für ein Fest ist auch, den Gästen eine Freude zu bereiten, so wie der gemeinnüt­zige Event-Organisator Alpen­jodel: «Wir organisieren so gerne Feste», schwärmt Vereinspräsident Bruno Gysi. Aus dem Vereinsfundus stammen beispielsweise Festzelt und Festbänke, Teller und Besteck. «Bruno hat mich schon ein bisschen dazu überredet, hier wieder Gastgeberin zu sein», gibt Ruth Schurter zu, die sich an den Aufwand er­innert, den sie vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen für das damalige Hoffest hatte. «Ich hatte­ 200 Eier eingekauft und vor­gekocht und dann vergass ich, sie zu servieren.» Ruth Schurter schüttelt den Kopf: «Das passiert mir garantiert nicht mehr.»

Und wie steht es mit der Freude der Rinder am Auftritt vor Publikum? «Das sind neugierige Tiere. Sie finden Menschen interessant und beobachten sie gerne», meint Ruth Schurter. Vor zwei Jahren seien die Kühe allerdings in den ersten Durchgängen des Lottos in der entferntesten Ecke der Wiese stehen geblieben. «Das ist ungewöhnlich.» Schuld sei die Livemusik gewesen. «Stefan Jäggi hat gut gesungen, aber unsere Kühe sind diese Klänge nicht gewohnt.»

Die Kühe auf die Livemusik vorbereiten

Diesmal werde sie die Tiere auf den Alleinunterhalter vorbereiten und vorher immer mal wieder Musik laufen lassen, verspricht Schurter. «Und wir werden sie nicht einzeln auf die Wiese schicken, sondern in Gruppen.»

«Kühe sind Herdentiere, sie fühlen sich wohler in der Gemeinschaft.» In einem Spiel, in dem so Unberechenbares wie der Stuhldrang eines Rindes mass­gebend für einen Sieg ist, bedeuten mehr Kühe bessere Gewinnchancen für die Mitspielenden. Mitmachen und Sandra, Rexona, Steffi, Leila und ihre Artgenossinnen sanft zu ermutigen, könnte sich also durchaus lohnen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.05.2018, 16:33 Uhr

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