Eglisau

Humor und Genuss in drei Gängen

Essen, Lachen, Essen, Lachen, Essen, Lachen. So lautet das Rezept von «Eglisau lacht». In dessen Verlauf stimmten sich 150 Gäste am Freitagabend mit Humor aufs Wochenende ein.

Das Kabarettduo Bastler und Grautier unterhält die Gäste im Eglisauer «Hirschen».

Das Kabarettduo Bastler und Grautier unterhält die Gäste im Eglisauer «Hirschen». Bild: Sibylle Meier

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Auf den Tellern im Eglisauer «Hirschen» findet man grüne Wasabi-Mayonnaise neben dem Tatar vom Swiss Alpin Lachs. «Wir stimmten das Menü auf ‹Eglisau lacht› ab. Wasabi schärft die Sinne», erklärt Audrey Lewa, Gastgeberin im Gasthof Hirschen. Nach dieser Vorspeise steht auch schon das Kabarett-Duo Bastler und Grautier im Belle Epoque Saal. Filigran zweistimmig singend tragen die beiden ihre Geschichten vor. So zum Beispiel die von den Wallisern, die von Wassernot getrieben auf Eringer Kühen angeritten kommen, um das Unterland einzunehmen und den Rhein in die Rhone umzuleiten. Das Publikum wischt sich mit Servietten die Lachtränen aus den Augenwinkeln.

Eine Zugabe bleibt aber verwehrt, denn die Barden müssen sich an einen strikten Zeitplan halten. Christoph Hagedorn, Co-Präsident des Ortsvereins Viva Eglisau steht schon bereit, um die beiden zu ihrem nächsten Auftritt ins Restaurant Wiler32 zu chauffieren. Dort werden sie von 40 Personen erwartet, die sich nach Roastbeef und Kartoffelgratin auf die Kabarettisten freuen. Später, nach dem Dessert, werden Bastler und Grautier noch im Restaurant Sonne auftreten.

Bevor sie sich auf den Weg machen, schwärmen sie vom Eglisauer Publikum. «Ich habe es auch nicht anders erwartet, denn ich kenne die Menschen hier», sagt Bastler. Dessen Grossvater Walter Schneider war Bäcker in Eglisau und Bastlers Onkel Markus Schneider betreibt die hiesige Backwerkstatt Panello. «Für Grautier war Eglisau aber Neuland. Er genoss vor allem die Sonnenuntergangsstimmung über dem Rhein», erklärt Bastler und sein Kollege Grautier nickt und sagt: «Sensationell schön, dieses Städtli.»

Lachen verbindet

Später geniesst man im «Hirschen» geschmorte Kalbskopfbäggli und Kürbis vom Rafzerfeld. «Währschafte Traditionsküche, elegant auf den Teller gebracht», sagt Audrey Lewa. Kaum sind die Teller abgeräumt, macht man Bekanntschaft mit der Poetry-Slam-Künstlerin Lisa Christ. Die junge Frau beschreibt in sechs Minuten die Quarterlife Crisis und in weiteren sechs Minuten spricht sie sich wortgewaltig für mehr Freiraum im Schlaf aus. Kurz zuvor trat die Oltenerin in der «Sonne» auf und bald wird sie von Christoph Hagedorn ins «Wiler32» befördert.

Wortspiel mit Lokalbezug

Den Schlussakkord im «Hirschen» bildet das Rentnerduo Strohmann - Kauz. Vehement mit dem Gehstock fuchtelnd und im Schutze ihres Alters ausser Rand und Band geraten, erklären sie den Eglisauern, dass das Leben nunmal nicht «fehr» sei. Besonders dann, wenn man vom «Bär» gefressen werde. Dieses Wortspiel verstehen nur die Insider. Sie wissen, dass im Jahr 2018 Peter Bär die langjährige Eglisauer Gemeinderätin Ursula Fehr ablöste.

«Traditionell seit langem ausverkauft. Drei komplett unterschiedliche Restaurants und Künstler. Lachen und feines Essen hat einmal mehr die Menschen verbunden», zieht Hagedorn am Ende der Veranstaltung erfreut Bilanz. «Eglisau lacht» wurde von Viva Eglisau, mit Unterstützung der Kulturkommission organisiert. Die fünfte und nächste Ausgabe findet am Freitag, 25. September 2020 statt.

Erstellt: 29.09.2019, 17:46 Uhr

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