Kloten

Kloten spielt in dreigeteilter Liga

Die Swiss League, der heuer auch der EHC Kloten angehört, befindet sich im vierten und letzten «geschützten» Jahr. Eine Zwischenbilanz der laufenden Spielzeit.

Kloten(links Ersatzgoalie Joel Messerli und Topskorer Ryan MacMurchy) bringt zu den Auswärtsspielen wie hier im November bei den GCK Lions seine Fans mit und verbessert so den Zuschauerschnitt der Farmteams markant. Auch heute Abend dürften viele Kloten-Anhänger nach Küsnacht pilgern.

Kloten(links Ersatzgoalie Joel Messerli und Topskorer Ryan MacMurchy) bringt zu den Auswärtsspielen wie hier im November bei den GCK Lions seine Fans mit und verbessert so den Zuschauerschnitt der Farmteams markant. Auch heute Abend dürften viele Kloten-Anhänger nach Küsnacht pilgern. Bild: Manuela Matt

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Bei Halbzeit – oder etwas mehr – zeigt sich in der Swiss League in etwa das erwartete Bild. Auch, weil der EHC Kloten sein Oktobertief inzwischen mit einer beeindruckenden Serie korrigiert hat. Die GCK Lions und die EVZ Academy duellieren sich um den letzten Platz im Playoff, das Mitte Februar beginnt.

Doch der Blick muss bei einigen Vereinen auch über Playoff und Saisonende hinaus in die ­Zukunft gehen. Denn die Swiss League wird sich ab 2019/20 in einem Punkt grundsätzlich von den Spielzeiten zuvor unterscheiden: Es wird im Frühling 2020 wieder einen Absteiger ­geben. Die Liga, aktuell aus elf Teams bestehend, hätte natürlich gerne wieder eine gerade Zahl an Teilnehmern, aber auf ein Farmteam mehr hat niemand Lust. Früher oder später dürfte daher wohl eine Reduktion auf zehn Teams Tatsache werden.

Verschiedenste Interessen

Der Abstieg war in einem Beschluss von 2015 ausgesetzt worden, damit die zweithöchste Liga in der Schweiz wenigstens in ­Sachen Anzahl Mannschaften ansprechend aussieht. Doch es ist auch jetzt verwirrend und sportlich fraglich genug, wie viele Teams mit ganz verschiedenen Interessen sich in dieser Liga bewegen. Da ist erstens eine Gruppe mit normalen Vereinen wie Kloten, Olten, La Chaux-de-Fonds und Visp: Sie verfügen über die Infrastruktur, um im Fall eines Aufstiegs sogar den Ansprüchen der National League gerecht zu werden. Visps neue Arena wird auf die nächste Saison hin fertiggestellt. Im HC Ajoie dauert es noch zwei Jahre, bis die neue Halle steht, in La Chaux-de-Fonds indes ist das Stadion sehr in die Jahre gekommen.

Danach kommen die Vereine, welche der Liga angehören, aber mit ihrer aktuellen Struktur die Anforderungen nicht erfüllen können. Dies trifft auf Langenthal, Thurgau und Winterthur zu. Die Eulachstädter stehen infolge des Klotener Abstiegs heuer erstmals auf eigenen Füssen und er­leben schmerzlich, wie schwierig es ist, in dieser Liga zu bestehen. Die Zuschauerzahlen der Winterthurer sind eigentlich zu bescheiden. Was aber angesichts der jüngsten Serie mit nur einem Sieg in 16 Partien auch nicht besonders überrascht. Ohne starken Partner ist der EHCW in dieser Liga gefährdet. Thurgau dagegen hält sich angesichts vieler Abgänge nach der vergangenen Saison überraschend gut und strebt klar einem Playoff-Platz entgegen.

158 wollen die Ticino Rockets sehen

Als dritte und letzte Gruppe folgen die Farmteams GCK Lions, EVZ Academy und Biasca Ticino Rockets, die zu Ausbildungszwecken in der Liga mittun und gar nicht aufsteigen dürfen. Die Tessiner am Tabellenende halten den Rekord für die längste Negativserie. Neun Spiele in Folge verloren sie, zuvor waren es schon einmal acht gewesen. Die Zuschauerzahlen der Farmteams schmerzen. 259 beträgt der Heimdurchschnitt der GCK Lions, 235 jener der Aca­demy und 158 jener der Rockets. ­Dabei profitieren sie alle vom ­Abstieg Klotens. Der EHC bringt mehr Zuschauer in fremde Stadien als jeder andere Klub. Und sein Heimschnitt sieht mit 4339 auch sehr gut aus, Kloten ist diesbezüglich die klare Nummer eins.

Teams, die aufsteigen wollen, solche, die nicht wollen, und solche, die nicht können (reglementarisch oder wegen fehlender Klasse) sind alle in einer Liga zusammengewürfelt. Dass Farmteams, die gar nicht aufsteigen dürfen, im Playoff mitmachen, ist eine Eigenart der Liga. Die andere ist, dass alle Swiss-League-Champions (oder Meister) werden können, egal mit welchem Hintergrund sie ins Playoff gehen. Der EHC Biel profitierte vor gar nicht langer Zeit davon, dass Ajoie die NLB gewann. Die Bieler blieben so kampflos in der National League. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 21.12.2018, 00:34 Uhr

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Das Swiss-League-Programm gibt den Spielern weniger Zeit, die Festtage zu geniessen, als dies in der National League der Fall ist. Heute Freitag spielt Kloten in Küsnacht gegen die GCK Lions, am Sonntag folgt die «Weihnachts-Heimpartie» gegen Ajoie. Und schon am Freitag, 28. Dezember, geht es in Visp weiter, das Jahr beschliesst das Heimspiel vom 30. Dezember gegen die Ticino Rockets.

Der 3:1-Heimsieg über Winterthur hatte für Kloten nicht nur erfreuliche Folgen wie das Vorrücken in der Tabelle auf Rang 5. Es werden heute einige nicht dabei sein, die zum Stamm gehören würden. Jack Combs ist wegen eines Stockschlags gegen den Winterthurer Mike Küng vorsorglich für eine Partie gesperrt, dazu wurde ein Verfahren gegen den US-Amerikaner eröffnet. Ryan MacMurchy verliess die Halle gestern sehr früh, er unterzog sich einem medizinischen Check; vielleicht fehlt auch er heute. Patrick Obrist zwickt es an den Adduktoren, Jeffrey Füglister ist sicher heute noch out.

Dafür gibt es eine erfreuliche Personalmeldung: Assistenzcoach Waltteri Immonen hat seinen Vertrag mit den Flughafenstädtern wie erwartet verlängert, und zwar um zwei weitere Jahre bis zum Saisonende 2020/21.

Heute Freitag dürfte in Küsnacht also die eine oder andere neue Linie, der eine oder andere neue Spieler für Kloten auf dem Eis stehen. «Es ist eine Chance für neue Namen», sagt Trainer André Rötheli. Frantisek Rehak, der in 21 Elite-Junioren-Partien 12 Tore erzielte, wird erstmals in der Swiss League spielen. Und manche kommen in ungewohnten Positionen zum Einsatz. Alain Bircher war bereits am Dienstag Flügelstürmer, er wird das heute wieder sein, auch Serge Weber kann sich mal als Angreifer versuchen. Die Powerplay-Formationen werden natürlich auch ganz anders aussehen als zuletzt.

Die GCK Lions holten aus den vergangenen fünf Partien vier Siege (zwei gegen die EVZ Academy, einen gegen Winterthur und einen gegen die Ticino Rockets), sie schoben sich so auf einen Playoff-Platz. Auch ihnen fehlte zuletzt ein wichtiger Spieler: Center Victor Backman stieg zu den ZSC Lions auf. Sonntagsgegner Ajoie liess in den jüngsten acht Partien auf einen Sieg stets eine Niederlage folgen. jch

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