Kloten

Kloten wird zur Drehscheibe für Kunst

Eine Firmenübernahme sorgt für Schub im Schweizer Kunstlogistikmarkt. Die Klotener Artcare wird vom US-Riesen Crozier geschluckt.

Das Klotener Industriegebiet an der Steinackerstrasse dürfte bald zu einem wichtigen Ort für Kunstlogistik werden. An dieser Strasse ist auch die Firma Artcare ansässig, die nun zu einem europäischen Kunst-Hub werden soll.

Das Klotener Industriegebiet an der Steinackerstrasse dürfte bald zu einem wichtigen Ort für Kunstlogistik werden. An dieser Strasse ist auch die Firma Artcare ansässig, die nun zu einem europäischen Kunst-Hub werden soll. Bild: PD

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Der drohende Brexit befeuert unverhofft das Kunsttransportgeschäft in der Schweiz. Insbesondere Kloten dürfte eine deutlich erhöhte Geschäftstätigkeit erfahren. In der Industrie Steinacker befindet sich nämlich die Niederlassung des Schweizer Markleaders für Kunstlogistik namens Loomis-Artcare. Dessen Hauptsitz wird nun deutlich aufgewertet und soll eine zentrale Rolle spielen auf dem internationalen Kunstmarkt.

Gestern hat der amerikanische Konzern Crozier bekannt gegeben, dass er die Loomis-Tochergesellschaft Artcare übernimmt. Die neuen Besitzer aus den USA schwärmen in den höchsten Tönen vom Schweizer Branchenprimus in Kloten. In der Medienmitteilung schreibt Simon Hornby, Präsident von Crozier, er freue sich «mit dem sehr erfahrenen und professionellen Team von Artcare zusammenzuarbeiten und es in die Geschäftsabläufe von Crozier zu integrieren». Denn die gesamte Schweizer Belegschaft der spezialisierten Firma wird übernommen. Gemäss einer Sprecherin von Crozier seien das rund 20 Angestellte. Diese Übernahme bezeichnet sie als «eine grosse Nummer» und die Klotener Artcare der «perfect match» – also sowas wie ein Sechser im Lotto – für den Weltmarktleader mit Hauptsitz in New York.

In Genf ist Crozier bereits tätig, aber Zürich mit viel besseren Fluganbindungen fehlte bislang im Logistik-Netzwerk. «Wir freuen uns sehr, unser Geschäft auf Zürich, ein wichtiges internationales Zentrum der Kunstwelt, ausweiten zu können und so unsere globale Expansionsstrategie weiter voranzutreiben», lässt der oberste Boss verlauten.

Schweiz als sicherer Hafen

Ab sofort wird Crozier somit auch in Zürich moderne Sicherheits- und Serviceleistungen für die sichere Aufbewahrung von Kunstwerken, einschliesslich klimatisierter Tresore, privater Lagerräume sowie modernster Besichtigungsbereiche anbieten können. Viele Dienstleistungen – wie zum Beispiel ein Notfalldienst – würden zum ersten Mal auf diesem Markt angeboten, heisst es weiter. Ausserdem werde Crozier auch den spezialisierten Strassentransport für Kunstgegenstände in ganz Europa sowie seine Speditionsdienstleistungen ausbauen, um Zürich mit seinen Hubs in New York, Los Angeles und London zu verbinden.

Auf Anfrage erklärt die Firmensprecherin, man rechne damit, dass aufgrund des Brexits – dem Austritt der Briten aus der EU – Kloten schon bald eine gewichtige Rolle als Drehscheibe für Kunst in Europa und weltweit übernehmen werde. Diese Einschätzung teilt auch die bisherige Führung von Artcare in Kloten. Die politische Stabilität sei enorm wichtig im Kunstgeschäft, dessen Volumen weltweit 2018 auf über 63 Milliarden US-Dollar bewertet wird. In Kloten prüft man derweil jedenfalls schon Ausbaupläne für mehr Lagerflächen zugunsten der besonders wertvollen Fracht. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 04.02.2019, 19:16 Uhr

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