Flughafenregion

Klotener Hotels haben die beste Auslastung

Die Hotelzimmer in Kloten sind so oft belegt wie sonst nirgends in der Schweiz. Die hohe Auslastung ist auf den Flughafen zurückzuführen. Dessen Wachstum führt aber auch zu mehr Konkurrenz in der Flughafenregion - in den nächsten Jahren stehen mehrere Neueröffnungen an.

Die Klotener Hotels - hier das Allegra am Bahnhof - haben die beste Zimmerauslastung der Schweiz.

Die Klotener Hotels - hier das Allegra am Bahnhof - haben die beste Zimmerauslastung der Schweiz. Bild: Archiv ZU

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Der Frankenschock ist in der Statistik der vier Klotener Hotels auf den ersten Blick nicht erkennbar. Gegenüber dem Jahr 2014, als mit dem Eurokurs noch alles in Ordnung war, hat sich die Hotellerie in der Flughafenstadt sogar prächtig entwickelt. Die Auslastung der insgesamt 602 Zimmer stieg von 81 Prozent innert zwei Jahren auf 87 Prozent, die Bettenbelegung von 73 auf 80 Prozent.

Das ist Schweizer Rekord und zwar mit Marge. Die nächstbeste Gemeinde ist Sigriswil am Thunersee mit 72 Prozent Zimmerauslastung und 61 Prozent Bettenbelegung. Da kann Opfikon mit seinen elf Hotels knapp mithalten: 71 Prozent betrug 2016 die Auslastung der 1972 Zimmer, jene der Betten lag bei 62 Prozent. Beides ist knapp besser als in der grössten Hotelstadt Zürich mit seinen 121 Hotels und 8000 Zimmern.

Flughafen zieht mehr als Berge

Die Flughafenregion insgesamt kann zwar nur 3338 Zimmer anbieten, aber auch hier ist die Auslastung mit 73 Prozent höher als in jeder anderen Tourismusregion der Schweiz. Und das obwohl hier weder idyllische Berglandschaften, wilde Wasserfälle oder eine Vielzahl von historischen Gebäuden die Touristen in Scharen anlocken. Die Region verdankt die Belegung der Hotelbetten alleine dem Flughafen auf der einen und der Wirtschaftsstadt Zürich auf der anderen Seite. Das bringt sowohl eine Vielzahl von Geschäftsreisenden, aber auch Touristen in die Hotels.

Darunter auch viele Schweizer. In Kloten stammen beispielsweise 44 Prozent der Hotelgäste aus dem Inland – Reisende, welche vor dem Abflug eine Nacht im Hotel verbringen oder nach der Ankunft hier übernachten, weil sie schlicht zu weit weg vom Flughafen wohnen, um frühmorgens oder spätabends noch durch die halbe Schweiz zu reisen. Unter den inländischen Hotelgästen in der Schweiz wird es aber auch einige haben, welche eine unfreiwillige Nacht in der Flughafenregion einlegen, dann nämlich, wenn ein Flug annuliert wird und die Airline ihre Passagiere für eine Nacht in einem Hotel unterbringen muss.

Kloten erhält mehr Hotels

Zum Vergleich: In der gesamten Flughafenregion ist der Anteil der inländischen Gäste mit 34 Prozent etwas tiefer als in Kloten. Auch die Auslastung liegt mit 73 Prozent unter jener der Flughafenstadt. Von den 1,27 Millionen Logiernächten in der Flughafenregion entfallen 77 Prozent auf die unmittelbar nächsten Gemeinden: 265 000 waren es 2016 in Kloten, 720 000 in Opfikon.

Die Konzentration auf diese beiden Gemeinden wird sich in den nächsten Jahren weiter steigern. Zu den vier Klotener Hotels gesellen sich dann drei neue, das Zimmerangebot wird mehr als verdoppelt. Einerseits eröffnen im Circle direkt am Flughafen zwei Hyatt-Hotels mit 550 Zimmern, andererseits ist das geplante Hotel am Wilden Mann bald fertig gebaut – 132 Zimmer sollen dort dazukommen. Auch die Welcome Hotel Gruppe, welche drei der vier Klotener Hotels betreibt, ist derzeit mit einem Ausbau beschäftigt: In einem Anbau des Hotels Allegra am Bahnhof entstehen 97 neue Zimmer.

Im Gegenzug baut die Gruppe aber auch Zimmer ab: In Opfikon werden im Airport Hotel aus 44 Standardzimmer bald 22 spezielle Suitenzimmer – die Gruppe sucht sich dabei im Markt mit immer mehr Konkurrenz und immer mehr Hotels von grossen Ketten eine Nische.

Konkurrenz drückt die Preise

Das Beispiel Opfikon lässt dabei erahnen, was der Hotelzuwachs für die Flughafenstadt bedeuten könnte. Dort haben mit Dorint, Kameha Grand und dem Ibis Budget kürzlich drei Ketten rund 700 Zimmer mehr auf den Markt geworfen – in drei verschiedenen Preisklassen. Innert vier Jahren kamen damit nochmals halb so viele Zimmer hinzu, wie es in Opfikon bis anhin bereits gab. Die Auslastung konnte dabei bei rund 71 Prozent gehalten werden, die Betten sind sogar etwas besser belegt als früher.

Eines ist dabei aber klar, auch wenn es keine konkreten Angaben dazu gibt: Die Preise sind gesunken, die Hotelzimmer sind billiger. Das sind gute Nachrichten für die Gäste, aber schlechte für die hiesigen Hotelliers. Die Marge sinkt, der Kampf um die Touristen und Geschäftsreisenden wird mit härteren Bandagen geführt.

Hoffen können die Hotelliers, dass die Nachfrage durch das stetige Passagierwachstum am Flughafen stärker steigt, als das Angebot an Zimmern. Und, dass sich ihre Innovationen auszahlen.

Erstellt: 22.02.2017, 17:25 Uhr

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