Kloten

Klotens teuerstes Bauprojekt gehört jetzt den Kindern – und Mauerseglern

Rund 29 Millionen Franken sind hier in den letzten drei Jahren verbaut worden: Gestern hat Kloten das neue Schulhaus Feld eingeweiht.

Bild: Balz Murer

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Zwischen dem Klotener Kirchturm und der Fussballanlage Stighag hat sich einiges verändert. Da wo bis vor zwei Jahren noch alte Schulbauten in die Höhe ragten, sticht nun vor allem moderne Architektur ins Auge. Doch nicht alles Alte auf der Schulanlage Dorf/Feld ist ausgemerzt worden, betonen Architekten und Stadtpolitiker an der gestrigen Einweihungsfeier.

Stadtpräsident René Huber (SVP) fühlt sich gar in seine Kindheit zurückversetzt, als er die hölzernen Türen des Haupteingangs wieder erblickt. Es seien noch dieselben wie damals, erinnert sich der 62-Jährige in seiner Ansprache. Die Sanierung und Erweiterung der Anlage sei eine «Investition zugunsten unserer Zukunft». Auch wenn es sich um das teuerste Klotener Projekt handelt, das die je an die Urne kam – der Aufwand habe sich gelohnt. Er jedenfalls habe gleich wieder Lust zur Schule zu gehen, verriet der Stapi vor versammelter Gästeschar.

Klettern statt schiessen

Klotens Finanzminister und Chef der Baukommission, Mark Wisskirchen (EVP), lobt in seiner Ansprache «die gelungene Symbiose zwischen alt und neu». Schliesslich stammt das Schulhaus Feld aus dem Jahr 1949. Ein wesentlicher Teil davon ist jetzt saniert worden und bleibt erhalten, während zugleich grosszügig Schulraum erweitert werden konnte. Einerseits durch neue Anbauten direkt am alten Trakt und andererseits durch einen Neubau mitten auf dem früheren Pausenplatz. Geopfert wurde dagegen die alte Zweifachturnhalle. Dafür ist eine neue, etwas grösser bemessene Doppelturnhalle entstanden. Dort gibt es eine Kletterwand, die nachträglich noch Aufnahme fand in den Plänen. Dafür ist die Schiessanlage der Luftpistolenschützen verschwunden.

Kredit reicht gar für mehr

Finanzer Wisskirchen verweist auf weitere Gründe sich zu freuen: So seien zum Beispiel die geschützten Mauersegler nach der Bauerei soeben wieder zurückgekehrt und vor allem habe der rekordhohe Baukredit ausgereicht, um alles wie geplant umzusetzen. Es sei sogar noch etwas Geld geblieben, so dass momentan auch noch das Dach auf dem benachbarten Schulhaus Dorf saniert werden könne.

Einschränkungen wegen Schutzauflagen habe es übrigens keine gegeben. Die Stadt konnte das Schulhaus Feld von der Liste der potenziell schützenswerten Bauten nehmen. Zudem hat man ohnehin ein Architektenteam gefunden, welches nicht gleich alles Alte abbrechen wollte. «Wir haben die historische Grundstruktur bewusst erhalten, auch weil es hier Sinn macht, ökonomisch wie ökologisch», sagt Architekt Dieter Haller. Er habe es schlicht zu schade gefunden, beispielsweise den schmucken Singsaal abzureissen. Das kommt nun auch den besagten Mauerseglern zugute. Seit wenigen Tagen brüten sie wieder an der Aussenwand unter dem Vordach. Auch ihretwegen hatten die Arbeiter einen strikten Zeitplan einzuhalten. Rundum glücklich mit dem Resultat ist auch Schulpräsident Kurt Hottinger (SVP). Auf dass die Freude über die neue Anlage noch lange anhalten möge, rief er in die Menge: «Tragt dem schönen Schulhaus Sorge.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.05.2019, 19:22 Uhr

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