Hüttikon

Küken, Eier und Keramik im Strohdachhaus

Das Strohdachhaus verwandelte sich am Wochenende in einen offenen mehrstöckigen Verkaufsladen. Künstlerinnen und Künstler zeigten dabei ihre Kunstwerke rund um das Thema Ostern.

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Die pensionierte Keramik-Künstlerin Margrit Wieser aus Würenlos besass ohne Zweifel einen prominenten Stand an der Ostereierausstellung im Strohdachhaus. Denn gleich beim Passieren des Haupteinganges begrüssten ihre markanten Keramikhühner die Besucherinnen und Besucher.

Und als gute Verkäuferin aber auch Kursleiterin wusste Wieser, ihren Charme im Verkaufsgespräch einzusetzen. Aber nicht nur ihre Hühner, die sie in allen Grössen und Formen geformt hatte, erfreuten die Herzen der Kunstliebhaber. Auch Eier durften getreu dem Motto der Ausstellung nicht fehlen.

«Meine Objekte bekommen ihre charakteristische Oberfläche durch das zweifache Brennen im Ofen», erklärte die Künstlerin. Und ihre spezifische Farbe erhalten sie durch Wiesers Brenntechnik: In einem ersten Schritt stellt sie im Ofen eine Temperatur von 960 Grad, in einem zweiten Schritt eine Temperatur von 1240 Grad Celsius ein. Insiderwissen also, dass offenbar matchentscheidend sein kann bei der Produktion in ihrem Zuhause.

Künstlerehepaar widmet sich geschmolzenem Glas

Auf dem ersten Stock des altehrwürdigen Strohdachhauses gab es einen kleinen Workshop. Unter der Leitung von Raymond Chevalley lernten drei junge Mädchen, wie sie bereits zugeschnittene Glassstücke aneinander oder übereinander zu legen haben, um sie anschliessend durch den Schmelzvorgang in neuen Formen zum Leben zu erwecken. «Diese Technik gibt es bereits seit über 4000 Jahren und wird seit 1920 Glasfusing genannt», erklärte Chevalley, während seine Frau Jolanda Heimann gerade einen farbigen Kerzenuntersatz verkaufte.

Ob Schalen, Teller oder Kerzenunterstätze: geschmolzenes Glas liegt offenbar im Trend bei der umweltbewussten Kundschaft, denn es lässt sich prima mit Recycling verbinden. Als Spezialität formt das Künstlerehepaar aus gebrauchten Glasflaschen Schalen für Nüsse oder Früchte.

Schulkinder verkaufen selbst bemalte Eier

Auch Kinder vergnügten sich an der Ostereierausstellung. Schliesslich bietet sich so ein grosses Haus mit den verwinkelten Gängen geradezu an, auf «Entdeckungstour» zu gehen. Zuoberst gab es für die kleinen Besucher zum Beispiel seltene Maran- und Brahma-Hühner in einem speziell aufgerichteten Stall zu betrachten und auf einem Zwischenstockwerk stand sogar ein Brutkasten. Zur Freude der Tierfreunde schlüpfte am Samstagmorgen auch noch eines der Küken.

Die Schulkinder der Primarschule Dänikon-Hüttikon hatten für die Ostereierausstellung einen ganz besonderen Auftrag erhalten. Klassenübergreifend gestalteten und verkauften sie Hunderte von selbstbemalten Ostereier für je einen Franken. Der gesammelte Erlös ging an das Forschungszentrum für seltene Krankheiten am Universitäts-Kinderspital Zürich.

Die Hüttiker Ostereierausstellung, die heuer zum 33. Mal stattgefunden hatte, scheint sich mittlerweile landauf-, landab herumgesprochen zu haben. Denn wenn man die Besucher nach ihrer Herkunft fragte, zeigte sich, dass manch einer von weit her angereist war, um sich an der Osterkunst zu erfreuen.

Erstellt: 31.03.2019, 17:02 Uhr

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