Bezirksgericht Bülach

Massive Geldprobleme verleiteten Beschuldigten zu Straftaten

Ein 28-jähriger Schweizer wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Am Dienstag musste sich ein 28-jähriger Schweizer wegen drei Delikten vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. In zwei Fällen war er geständig, den Dritten stritt er vehement ab.

Am Dienstag musste sich ein 28-jähriger Schweizer wegen drei Delikten vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. In zwei Fällen war er geständig, den Dritten stritt er vehement ab. Bild: Archiv

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Der Beschuldigte sagt: «Ich habe eine schwierige Zeit hinter mir.» In dieser geriet der heute 28-Jährige mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Unter anderem wegen Diebstahls und grober Verletzung der Verkehrsregeln. Er musste zudem Privatkonkurs anmelden. Seine Schulden liegen zurzeit bei etwa 150000 Franken und in einigen Monaten wird die Ehefrau des Schweizers das erste gemeinsame Kind zur Welt bringen. Inzwischen hat der Beschuldigte einen Job in der Automobilbranche gefunden und ist sich sicher: «Ich werde in Zukunft keine Straftaten mehr begehen.»

Am Dienstag musste sich der 28-Jährige wegen drei Delikten vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. In zwei Fällen war er geständig, den Dritten stritt er vehement ab. Dabei ging es um Bargeld, welches der Beschuldigte in den Kosovo überbringen sollte. Dazu wurde ihm am Flughafen in Zürich ein Briefumschlag mit 3500 Franken übergeben. Bei der Kontaktperson in Pristina kam das Geld aber nie an. Hat es der Beschuldigte selber eingesackt? «Nein, es wurde mir bei der Sicherheitskontrolle am Zürcher Flughafen abgenommen», sagt er. Beweise dafür gibt es keine. Der Richter meinte: «Es wurde nirgends vermerkt, dass Ihnen an jenem Tag etwas abgenommen worden ist, obwohl Sie laut eigenen Aussagen ein Dokument unterzeichnen mussten.» Dies spreche ganz klar gegen die Version des Beschuldigten. Das Gericht verurteilte ihn deshalb in diesem Punkt wegen Veruntreuung.

Job ist nicht in Gefahr

In einem anderen Fall versuchte der Schweizer einer älteren Frau 15000 Franken abzunehmen. Die beiden kommunizierten über WhatsApp miteinander, wobei sich der Beschuldigte als Bekannter der Geschädigten ausgab. Da die Dame den Schwindel rechtzeitig bemerkt hatte, übergab sie dem Mann beim Treffen kein echtes Geld und informierte die Polizei. Kurze Zeit später wurde er verhaftet. «Es tut mir leid, was ich ihr angetan habe. Ich würde mich gerne persönlich oder mit einem Brief bei ihr entschuldigen.» Das Gericht wertete diese Tat als versuchten Betrug. Dazu kommt eine weitere Veruntreuung, bei welcher der Beschuldigte Flugtickets für eine Frau kaufen sollte. Dazu überwies sie ihm 950 Franken. Eine entsprechende Buchung wurde aber nie getätigt.

In der Summe ergibt das eine unbedingte Freiheitsstrafe von sieben Monaten. «Ihre Vorstrafen haben Sie nicht beeindruckt und Sie haben viele Schulden. Aus diesen Gründen macht eine Freiheitsstrafe mehr Sinn, als eine Geldstrafe», erklärte der Richter bei der Urteilsverkündung. Der 28-Jährige kann die Haftstrafe voraussichtlich in der Halbgefangenschaft verbüssen. Das heisst: Er darf tagsüber zur Arbeit gehen und kann dadurch seinen Job behalten.

Erstellt: 16.07.2019, 17:43 Uhr

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