Bülach/Höri

Mit 111 Turnern ans «Eidgenössische»

Der STV Höri wird in diesem Jahr 111 Jahre alt. Für den traditionsreichen Dorfverein ist das Grund genug, diesen Geburtstag auf eine spezielle Art zu feiern. 111 Turnerinnen und auch Nicht-Turner proben nun für einen grossen Auftritt.

Der Sport- und Turnverein Höri beim Proben in Bülach gestern Morgen. Fürs neuste Projekt mit so vielen Mitwirkenden musste man in eine Dreifachhalle ausweichen.

Der Sport- und Turnverein Höri beim Proben in Bülach gestern Morgen. Fürs neuste Projekt mit so vielen Mitwirkenden musste man in eine Dreifachhalle ausweichen. Bild: Sibylle Meier

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In der Sporthalle Hirslen in Bülach herrscht am Sonntagmorgen emsiges Treiben. Rund 90 Turnerinnen und Turner haben sich Zeit genommen, um zum ersten Mal gemeinsam für den Auftritt am Eidgenössischen Turnfest vom 21. Juni in Aarau zu proben. «Der STV Höri wird in diesem Jahr 111 Jahre alt», sagt Präsident Peter Hiltebrand. Die Idee, mit 111 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Eidgenössischen Turnfest eine Gymnastikvorstellung auf dem Grossfeld zu präsentieren, sei aus einem Jux entstanden. «Was am Anfang viel Mut, Überzeugung und auch die eine oder andere schlaflose Nacht brauchte, ist nun Tatsache geworden.»

Zur Musik von «In the Jungle» bewegen sich die in vier Farbgruppen eingeteilten Turner im Takt, schwingen die Arme, formieren sich zu Innen- und Aussenkreisen. «Fünf, sechs, sieb, acht», gibt Trainerin Mirjam Baltensperger per Mikrofon ihre Anweisungen, unterstützt von Kollegin Anita Utzinger.

10 Jahre alt ist der jüngste Mitturner, der älteste ist 72. Spass scheinen alle zu haben, die Koordination gelingt schon sehr gut. Der Präsident kommentiert: «Es kommt gut.» Es sei nicht ganz einfach, auf einem grossen Feld eine Gymnastikvorführung zu zeigen, wenn man in den einzelnen Gruppen seit Mitte Februar immer nur in der wesentlich kleineren Turnhalle in Höri übe. «Die Wege auf dem grossen Feld werden länger, man muss anpassen und eventuell Änderungen anbringen.»

Keine Konditionsschwächen

Am heutigen Tag ist auch Gemeindepräsident Roger Götz mit dabei. «Ich bin zwar nicht Mitglied im STV, finde es aber eine coole Idee. Zudem kommt meine Frau aus einer Turnerfamilie und hat mich zusätzlich motiviert, mitzumachen.» Mit der Kondition habe er keine Mühe. «Dafür ist die Koordination sehr anspruchsvoll.» Die Intensität der Trainings sei ebenfalls nicht zu unterschätzen. «Doch alles macht Spass, und auch ein Fehler darf drinliegen.»

Ähnlich sieht es Gemeinderatskollege Christian Meier. 20 Jahre lang habe er im Turnverein mitgemacht. «Nun finde ich es interessant, herauszufinden, ob ich das alles auch 20 Jahre später noch schaffe.» Er schätzt die Vielfalt der Teilnehmenden und die verschiedenen Altersgruppen. «Es sind eindeutig schwierigere turnerische Kombinationen als früher», urteilt Meier. Trainerin Mirjam Baltensperger zeigt sich in der Pause sehr zufrieden mit den ersten gemeinsamen Proben. Am 26. Mai wird das Training so wiederholt.

Dimension ist ungewohnt

«Die Schwierigkeit ist das Denken in diesen Dimensionen. 111 Leute zu positionieren, ist nicht ganz einfach.» Grundsätzlich sei es für sie nicht so schwierig, eine Choreografie einzustudieren. «Doch in diesen Dimensionen sieht das ganz anders aus.» Nach der kurzen Pause geht es weiter – wiederum im Achtertakt. «Ist für alle klar, wo euer Ziel ist?», fragt Mirjam Baltensperger und lobt anschliessend: «Tipptopp!»

Auch für Vereinspräsident Hiltebrand wird es mit dem Proben weitergehen. «Für uns geht es am Eidgenössischen Turnfest weniger um die Bewertung als um den Spass und den Zusammenhalt. Nicht manche Turnvereine können von sich behaupten, mit 111 Turnern teilzunehmen.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.04.2019, 11:23 Uhr

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