Glattfelden

Moderne Ritter mit hehren Zielen

Die beiden Unterländer Adrian Rösti und Roland Hacker sind Mitglieder des Deutschen Ritterordens St. Georg. Sie wollen die ritterlichen Ideale und Tugenden in die heutige Zeit übernehmen und Gutes für Bedürftige tun.

Roland Hacker (links) und Adrian Roesti sind zwei von fünf Schweizer Mitgliedern des Deutschen Ritterordens St. Georg.

Roland Hacker (links) und Adrian Roesti sind zwei von fünf Schweizer Mitgliedern des Deutschen Ritterordens St. Georg. Bild: Francisco Carrascosa

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Der Glattfelder Adrian Rösti wurde vor 16 Jahren in Erfurt (De) zum Ritter geschlagen. Inzwischen ist er Grosskanzler und stellvertretender Grossmeister und somit der zweithöchste Ritter im Deutschen Ritterorden St. Georg, welcher insgesamt gegen 50 Mitglieder umfasst. «Ich habe in einer historischen Schützengesellschaft den damaligen Grossmeister kennengelernt.

Im Gespräch mit ihm habe ich gemerkt, dass die Ideale des Ordens sich mit meinen decken.» Symbol der Überzeugung des Ordens, der im elften Jahrhundert als militärischer Ritterorden gegründet wurde, war das Kreuz mit acht Spitzen, welche die acht Tugenden repräsentieren. Gerechtigkeit und Klugheit, Mässigkeit und Starkmut, Verantwortlichkeit und Redlichkeit, Treue und Sittsamkeit – für den 41-jährigen Rösti sind diese Tugenden nach wie vor zeitgemäss. «Ich möchte mithelfen, dem Elend entgegenzutreten, vor Ort Gutes tun, Projekte begleiten, bei denen man einen persönlichen Bezug zu den Empfängern hat.»

Der Bülacher Roland Hacker durfte seinen Ritterschlag vor fünf Jahren in Salzburg (Ö) entgegennehmen. Inzwischen ist er Gouverneur des Gouvernements Schweiz und Mitglied im Ordensrat. «Zum Ritter geschlagen zu werden und damit ein Teil einer Ordensgemeinschaft zu werden, ist Ehre und gleichzeitig Verpflichtung», sagt der 46-Jährige. «Als Ordensritter ist man verpflichtet, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und da einzuschreiten, wo Hilfe gebraucht wird. Zudem muss man bereit sein, stetig an sich selbst als Mensch zu arbeiten.»

Mehrere erfolgreiche Projekte

Projektvorschläge kommen immer von Seiten der Mitglieder. «Wenn die Ordensbrüder rufen, eilen wir herbei», sagt Rösti. Der persönliche Bezug zu den Menschen, welche man unterstützen möchte, ist immer gegeben. «Die Stunden der investierten Arbeit kann man nicht zählen, dafür die erzielte Wirkung.»

In der Schweiz blickt der Ritterorden auf mehrere erfolgreiche Projekte zurück. So wurde 2007 die Kindertagesstätte «Schatztruhe» in Stein am Rhein unterstützt. Später konnte eine Rampe für einen behinderten Bauernbuben realisiert und ein Warnhund, der hilft, drohende Epilepsieanfälle rechtzeitig zu erkennen, mitfinanziert werden. In Glattfelden wurde dank den Einnahmen der Rocknight 2016 die Familie Fasler mit ihrem an der Stoffwechselkrankheit ALD erkrankten Sohn unterstützt.

Oftmals würden sich anschliessend tiefe Freundschaften ergeben, betont Adrian Rösti. Bereits ist eine neue Glattfelder Charity Rocknight für den 19. und 20. Oktober geplant. «Die Top-Acts sind gebucht. Auch diesmal geht unsere Unterstützung an die Familie Fasler.»

Ehrenamtlicher Einsatz

Alle Mitglieder des Ordens arbeiten ehrenamtlich. Wer sich für eine Aufnahme in den Ritterorden bewerben will, macht dies am besten über den direkten Kontakt mit einem Mitglied oder über den Kapitelrat. «Die Beweggründe für eine Mitgliedschaft müssen stimmig sein. Man muss sich einbringen wollen und bereit sein, mitzuarbeiten», betont Roland Hacker.

Der Jahreskonvent des Deutschen Ritterordens St. Georg, welcher dieses Jahr im April im Hotel Riverside in Glattfelden stattfindet, dient zugleich als Mitgliederversammlung des Ordens, der Vorstellung der Bewerber für das Postulantenjahr, der zeremoniellen Aufnahme der neuen Mitglieder in den Orden mit Ritterschlag sowie dem geselligen Beisammensein beim Galadinner. «Das Wichtigste am Ganzen ist aber die menschliche Verpflichtung, die man als Ordensritter oder Ordensdame bei einer Aufnahme in einen Ritterorden eingeht, diese auch lebt und im Alltag umsetzt», sagt Hacker.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.03.2018, 16:42 Uhr

Deutscher Ritterorden St. Georg

Der Orden wurde im elften Jahrhundert gegründet. Inzwischen umfasst er gegen 50 Mitglieder. In der Schweiz sind es momentan fünf Ritter, eine Ordensdame und vier Anwärter. Der Orden verpflichtet sich dem ritterlichen humanitären Handeln, dem Kampf gegen Intoleranz, Elend und Ungerechtigkeit, sowie der Nächstenliebe und Brüderlichkeit in gemeinsamer Verantwortung und individuellem Engagement. Der Ritterorden ist ein gemeinnütziger, offen zugänglicher Verein und wird als militärisch organisierter Ritterorden geführt. Der Orden wirkt humanitär und arbeitet mit anderen Hilfsorganisationen zusammen.

Weitere Informationen unter www.ritterorden-st-georg.de

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