Glattfelden

Nagra übernimmt Reparaturkosten

Nach den seismischen Messungen gingen bei der Nagra elf Schadenmeldungen ein. Experten haben sich die Situationen angeschaut. In sechs Fällen übernimmt die Genossenschaft die Kosten.

Solche Vibrationsfahrzeuge standen auch in Glattfelden. Sie erzeugen Schwingungen und helfen der Nagra dabei, den geologischen Untergrund einer Region­ zu erforschen. Bei diesen seismischen Messungen kann es zu Schäden an umliegenden Häusern kommen.

Solche Vibrationsfahrzeuge standen auch in Glattfelden. Sie erzeugen Schwingungen und helfen der Nagra dabei, den geologischen Untergrund einer Region­ zu erforschen. Bei diesen seismischen Messungen kann es zu Schäden an umliegenden Häusern kommen. Bild: Beat Müller

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Die Bevölkerung von Glattfelden war wenig erfreut, als sie letzte Woche vernahm, dass die Nagra mit Bohrern in ihrem Dorf auffahren will. Nachdem die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle im Februar seismische Messungen in Glattfelden durchgeführt hat, ist die Bevölkerung skeptisch. Der Grund: Elf Personen haben nach den Messungen Schäden an ihren Liegenschaften entdeckt.Die Nagra ist sich im Klaren, dass es bei den seimischen Messungen zu Schäden an umliegenden Häusern kommen kann. «Wir richteten deshalb bereits im Vorfeld eine Hotline ein, die rund um die Uhr Bedenken aus der Bevölkerung entgegennahm», sagt Mediensprecherin Marisa Brauchli. Bei geäusserten Bedenken oder Schadenmeldungen prüfte daraufhin ein unabhängiger Erschütterungsexperte die Situation vor Ort.

In Glattfelden meldeten sich ebendiese elf Personen. «In sechs Fällen konnte ein Zusammenhang zwischen Schaden und Seismik nicht ausgeschlossen werden. Ein Fall ist noch hängig. Dort wird die Situation von einem zweiten Experten geprüft», führt Brauchli aus. Stammen die Schäden bewiesenermassen von den Messungen, übernimmt die Nagra die Reparaturkosten.

Rohrbrüche stammen eher nicht von den Messungen

Etwa einen Monat nach den seismischen Messungen im Februar, wurden in Glattfelden zwölf Lecks an Wasserleitungen festgestellt. Brunnenmeister Paul Meier sagt: «Etwa einen Monat nach den Messungen der Nagra führten wir eine Netzkontrolle durch.» Bereits im Jahr zuvor habe man nämlich grosse Wasserverluste verzeichnen müssen. Dass die Nagra-Messungen und Netzkontrolle kurz nacheinander stattfanden, war laut Meier Zufall. «Wir mussten die Netzkontrollen unter anderem witterungsbedingt nach hinten verschieben.» Deshalb glaubt er auch, dass die Lecks nichts mit den Arbeiten der Nagra zu tun haben. «Es ist schwierig zu sagen, wann die Lecks entstanden sind.» Klar ist: Seismische Messungen wirken wie kleine Erdbeben auf die Umgebung. Solche Mini-Erschütterungen gibt es in der Region häufig. «Deshalb könnte es zwar sein, dass einige Lecks bei den Messungen entstanden sind, muss aber nicht», sagt Meier.

Sechs Bohrstandorte im Gebiet Nördlich Lägern

Die Nagra sucht im Gebiet Nördlich Lägern nach einem geeigneten Standort für ein Tiefenlager. Mit den seismischen Messmethoden wird der geologische Untergrund in dieser Region mittels künstlich angeregter Schwingungen abgebildet. Erzeugt werden diese von Vibrationsfahrzeugen oder kleinen Sprengladungen (in Bohrlöchern von wenigen Metern Tiefe). Die Wellen breiten sich im Untergrund aus und werden von den verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert. An der Erdoberfläche zeichnen spezielle Sensoren (Geofone) die zurückgeworfenen seismischen Wellen auf. Diese Messungen hat die Nagra im Gebiet Nördlichg Lägern abgeschlossen und ist nun bereit für den nächsten Schritt: die Sondierbohrungen.

An sechs Standorten im Gebiet Nördlich Lägern sind Bohrungen geplant. Vier davon sind bereits bekannt: Eglisau, Weiach, Bülach und Glattfelden (Ausgabe vom 10. August). In diesen Gemeinden reicht die Nagra Gesuche für Sondierbohrungen ein. Wo sich die restlichen zwei Bohrplätze befinden sollen, ist zurzeit noch nicht bekannt. Am 24. August informiert die Nagra an einem Mediengespräch. Die teils 2000 Meter tiefen Sondierbohrungen dienen dazu, den Untergrund in den verbliebenen Ge­bieten weiter zu erkunden.

Erstellt: 18.08.2017, 17:38 Uhr

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