Bülach

Nagra-Bohrungen bestätigen Eignung des Standorts Bülach

Die Probebohrung der Nagra zeigt, dass dort ein Tiefenlager möglich wäre. Eine weitere Bohrung in Eglisau soll die Daten vervollständigen.

Der Bohrturm der Nagra in Bülach wird nach rund acht Monaten wieder abgebaut.

Der Bohrturm der Nagra in Bülach wird nach rund acht Monaten wieder abgebaut. Bild: Paco Carrascosa

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Die Nagra hat ihre Bohrarbeiten im Norden Bülachs abgeschlossen. In den letzten acht Monaten war sie 1370 Meter in die Tiefe vorgedrungen um Gesteinsproben zu sammeln. Die Resultate zeigen bereits: Das Gebiet Nördlich Lägern, welches im Nordwesten von Bülach liegt, würde sich als Standort für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle eignen. Dies entspricht den Erwartungen der Nagra.

Aufbau des Bohrplatzes in Bülach. Quelle: Nagra

«Die Bohrungen haben gezeigt, dass der Opalinuston unter Bülach über 100 Meter dick ist», erklärt Markus Fritschi, stellvertretender Vorsitzender der Nagra-Geschäftsleitung. Diese Gesteinsschicht, die sich über 800 Meter unter der Erdoberfläche befindet, eignet sich aufgrund ihrer Dichte dafür, die Umwelt von den Einwirkungen der radioaktiven Abfälle abzuschirmen. Die Bohrkerne, die man in Bülach aus dem Boden gezogen hat, können nun in verschiedenen Laboren auf ihre Zusammensetzung untersucht werden.

160 Millionen Jahre altes Korallenriff entdeckt

Programmkoordinator Philipp Senn zeigt sich zufrieden über die Resultate: «Dank der Bohrung in Bülach können wir viele Fragen über die unterliegende Gesteinsschicht beantworten und Unsicherheiten ausräumen.» Nur wenige Wochen zuvor hatte die Nagra ein 160 Millionen Jahre altes Korallenriff über dem Opalinuston entdeckt. Weil diese Schicht sehr durchlässig ist, musste abgeklärt werden, ob dies ein Problem für ein Tiefenlager darstellen könnte. «Glücklicherweise befindet sich genug anderes Gestein zwischen dem Opalinuston und dem Korallenriff», sagt Fritschi.

Visualisierung der Bohrung am Standort Herrenwies. Quelle: Nagra

Zur definitiven Bestimmung des Standortes für das Tiefenlager reichen die erfassten Daten jedoch noch nicht. Die nächste Bohrung für den Standort Nördlich Lägern wird die Nagra in Eglisau vornehmen. Diese findet laut Fritschi aber frühestens Ende nächstes Jahr statt. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation hat zudem drei mögliche Bohrungen in Stadel genehmigt. Zusammen mit den Erkenntnissen aus Bülach und einer früheren Bohrung, die in 1983 in Weiach stattfand, dürfte die Nagra allerdings über genügend Daten verfügen. «Es ist möglich, dass wir nach Eglisau keine zusätzlichen Bohrungen mehr benötigen», sagt Senn.

Bülacher Bohrturm geht ins Weinland

Damit die Nagra ein vollständiges Bild von der Situation hat, müssen allerdings auch die Bohrungen in den anderen möglichen Standorten abgeschlossen werden. Diese finden zurzeit im Zürcher Weinland (Zürich Nordost) und im Jura (Jura Ost) statt. «Falls alles nach Plan läuft, können wir 2022 sagen, wo das Tiefenlager erbaut werden soll», hält Fritschi fest. Dann wisse man auch, ob die hochaktiven Abfälle (HAA) und die schwach- und mittelaktiven Abfälle (SMA) am gleichen Standort gelagert werden können.

Erstellt: 28.11.2019, 16:58 Uhr

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