Dielsdorf

Neue Technologie nicht als Gegner sehen

Technologie verhilft dem Menschen zu mehr Komfort. Das ist einer der Kernsätze der Trendforscherin Marta Kwiatkowski. Am Montag war sie als Gast der Standortförderung Zürcher Unterland ins BMW-Foyer in Dielsdorf geladen. «Chancen und Herausforderung für Handel und Gewerbe der Zukunft» war das Thema ihres Referates.

Trendforscherin Marta Kiwiatowski referierte engagiert vor Handel- und Gewerbetreibenden in Dielsdorf.

Trendforscherin Marta Kiwiatowski referierte engagiert vor Handel- und Gewerbetreibenden in Dielsdorf. Bild: Werner Bucher

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Marta Kwiatkowski ist die Leiterin der Trendforschung am Gottlieb Duttweiler Institute (GDI). in Rüschlikon. Sie analysiert gesellschaftliche, wirtschaftliche und technologische Veränderungen. Auf Einladung des Vereins zur Standortförderung Zürcher Unterland gab die Expertin am «Fiirabiganlass» Einblick in die Megatrends und ihre Gegenbewegungen. Weiter zeigte sie auf, wie sich Megatrends in der Zukunft auf die Bedürfnisse und das Konsumentenverhalten in einer vernetzten Gesellschaft auswirken.

Science Fiction wird Realität

«Wir leben nicht im morgen und deshalb müssen wir uns mit der Zukunft auseinandersetzten», beschört Kiwiatkowski die Zuhörer und sagt, dass Science Fiction immer mehr zur Realität werde. Sie hält fest: «Seit der Veränderung der Technologie im Bereich der Soft- und Hardware vom Memex im Jahre 1945 bis zum gläsernen Google ist der Mensch das langsamste Glied der Entwicklung und deshalb ungern in diesem Umfeld.» Und sie zeigte auf, dass was gestern besonders war, heute normal sei.

In Zukunft werde das Offline zum immerwährenden Online, auch weil wir bis zu 220 Mal am Tag, teilweise unbewusst, nach dem Iphon, Handy oder Tablet griffen. Der Unterricht im Hörsaal werde zur Online University. Die Konsumenten würden weltweit mit dem Onlineshopping vernetzt.

Das alles bedeute, dass jederzeit und überall gehandelt, beraten, gekauft und gebucht werden könne. Das Ticket aus dem Drucker oder die Heimlieferung seien Bequemlichkeiten, welche die Konsumenten der «Me Me Me»-Generation (zwischen 1980 und 2000 Geborene) immer mehr nutzten. Ihr Ansprechpartner sei die auf sie im Internet programmierte Suchmaschine, erklärte die Forscherin.

Direkte Beziehung pflegen

Dieser Entwicklung können stationäre Dienstleister, Handels-und Gewerbetreibende nur mit direkter Beziehung zum Kunden, Produktekenntnis, rasche Verfügbarkeit, Frische, Qualität, Erlebnisbereiche und moderne Kommunikationsmittel entgegenhalten, lautet das Fazit von Mia Kiwiatkowski.

Die Trendforscherin sieht darin für kleinere Unternehmen eine gute Chance, im Spiel der anonymen Globalplayer wie Amazon oder Alibaba bestehen zu können. Am «Fiirabiganlass» wies sie darauf hin, dass sich bereits eine Gegenbewegung zu den Megatrends formiert habe und mehr Transparenz in der Herstellung und der Produktion fordert. Dies führe dazu, dass immer mehr Konsumenten sich im näheren Umfeld, beim Bauern oder Händler eindecken und sich gegen überbordende Einflüsse wehren.

In der anschliessend rege geführten Diskussionsrunde um die zum Teil futuristisch anmutenden Entwicklungen wie bargeldloses Bezahlen durch Gesichtserkennung, virtuelles Einkaufen, Verschmelzung von Menschen und Maschinen, sowie dem Datenschutz, riet die Trendforscherin: «Der Umgang mit der Technologie soll ein Helfer für uns sein und kein Gegner.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.11.2017, 16:26 Uhr

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