Niederhasli

Niederhasli plant Umbau des beliebten «Näppi»

Für 1,53 Millionen Franken wollen Gemeinde und Kanton die Seebadi am Mettmenhaslisee umgestalten – vor allem der Natur zuliebe.

Der Sprungturm ist ein Publikumsmagnet am Niederhasler «Näppi». Das Gebiet rund um den See ist aber auch für den Naturschutz zentral.

Der Sprungturm ist ein Publikumsmagnet am Niederhasler «Näppi». Das Gebiet rund um den See ist aber auch für den Naturschutz zentral. Bild: Archiv

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Um die 800 Badigäste tummeln sich an sonnigen Sommertagen rund um den Mettmenhaslisee. Die Seebadi am «Näppi» ist weit über Niederhasli hinaus beliebt, seit sie in den 1950er-Jahren erstellt wurde – nicht nur wegen der laut AWEL ausgezeichneten Wasserqualität, sondern auch wegen des natürlichen Umschwungs. Auch für Fischerei-Fans bietet der 2,5 Hektaren grosse See Gelegenheit zum Fang: Hecht, Egli, Karpfen, Rotfeder und vereinzelt Sonnenbarsch und Aal tummeln sich hier. Und nicht zuletzt lebt die seltene fleischfressende Wasserfalle im Unterländer Gewässer (keine Sorge, an Kinderfüssen knabbert der Karnivor nicht: Die Pflanze mag am liebsten Wasserflöhe und Mückenlarven).

Nun wollen die Gemeinde Niederhasli sowie der Kanton Zürich dem beliebten Erholungsort zu neuem Ansehen verhelfen – allerdings nicht primär den «Näppi»-Fans zuliebe, sondern der Natur. «Seit nunmehr 30 Jahren untersteht das gesamte Gebiet um den See einer kantonalen Schutzverordnung. Das macht Sanierungen schwierig – doch sie sind notwendig», fasst Gemeindepräsident Marco Kurer zusammen. Gemäss Schutzverordnung ist beispielsweise das Beseitigen von Hecken und markanten Bäumen, das Errichten von Bauten und Anlagen aller Art, oder auch das Ansiedeln standortfremder Tiere und Pflanzen verboten (die gesamte Schutzverordnung hier).

Veloabstell- statt Parkplatz

Nach mehrjähriger Vorarbeit der Arbeitsgruppe Natur und Landschaft liegt nun ein Projektentwurf vor. Folgendes soll sich am «Näppi» konkret ändern: Die rund 50 Parkplätze vor dem Eingang verschwinden; sie seien ohnehin sanierungsbedürftig und angesichts der neuen Parkplätze neben der Mehrzweckhalle Seehalde nicht länger nötig. Dass die Parkfelder aufgehoben werden, sieht Marco Kurer nicht als problematisch an: «Die aktuellen Platzverhältnisse entsprechen sowieso nicht den Bedürfnissen der Badigäste. Die meisten haben bisher bei der Seehalde parkiert.»

Blau: Badi, rot: alte Parkplätze, gelb: die geplanten neuen Parkplätze

Zugänglich ist die Badi dann künftig über einen Fussweg, der breit genug ist, dass er als Notzufahrt für die Feuerwehr fungieren kann; denn für diese dient der See als Löschwasserdepot. Der Zugangsbereich sei im Stil eines grossen Vorplatzes vorgesehen, hält der Gemeinderat fest. Dazu gehören auch Veloabstellplätze. Der Eingang an sich werde jedoch nicht verändert, sondern lediglich die beiden Duschen zusammengeführt. Das sanierte Kinderschwimmbecken bleibt ebenso bestehen wie die beiden Publikumsmagnete Floss und Sprungturm. Östlich des Sprungturms entsteht gemäss Projektbeschrieb aber ein komplett neuer Ruhebereich mit Liegewiese. Unter Federführung der Fachstelle Naturschutz will der Kanton ausserdem die sumpfigen Flächen des Sees vergrössern, den Seeweg auf der Westseite der Badi verlegen und eine neue Aussichtsplattform für Gäste errichten.

Für Gemeinde und Natur

Es handle sich um eine Win-Win-Situation für Gemeinde und Natur, betont Kurer: «Das Vorhaben liegt gleichermassen im Interesse der Gemeinde und der Fachstelle Naturschutz.» Das zeigt sich auch in der Finanzierung für den Umbau: Insgesamt kostet das Vorhaben rund 1,53 Millionen Franken, wovon Niederhasli 831000 Franken übernimmt und der Kanton 700000 Franken. Die Abschreibungen und Zinsen für die Gemeinde liegen bei 54000 Franken, die betrieblichen Folgekosten bei jährlich rund 8300 Franken. Mit personellen oder indirekten Folgekosten sei nicht zu rechnen. «Es handelt sich sicher um eine grössere Ausgabe für die Gemeinde», hält Gemeindeschreiber Patric Kubli fest. Doch auch er steht hinter dem Projekt.

Am Mittwochabend, 5. Juni, ist in der Mehrzweckhalle Seehalde in Niederhasli die Gemeindeversammlung angeordnet. Dort wird das Projekt «Näppi» traktandiert. «Ich empfehle der Bevölkerung die Annahme des Projekts und die Freigabe des Kredits», sagt Kurer. Denn: «Kosten würden für die Gemeinde ohnehin entstehen, da die Parkplätze sanierungsbedürftig sind. Wenn diese Kosten auch kleiner wären als im Bauprojekt vorgesehen: Die Investition lohnt sich.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.04.2019, 15:47 Uhr

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