Obsternte

Obstbauern freuen sich über üppige Ernte

Letztes Jahr trugen die Obstbäume wegen des Frostes im April nur mager. Dies kompensieren sie nun: Bei den Zwetschgen fallen Rekordenten an und auch Äpfel gibt es mehr als genug. Gelitten hat die Qualität jedoch im Wehntal.

Bild: Keystone

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Für die Obstbauern ist dieser Spätsommer eine wahre Freude: Nachdem bereits die Zwetschgen- und Kirschenernte überaus üppig ausgefallen ist, sind nun auch die Apfel- und Birnbäume prall voller Früchte. Und vielerorts hat die Erntezeit bereits begonnen - rund einen Monat früher als in anderen Jahren.«Der Ertrag ist hervorragend», sagt Michael Lienhard vom Embracher Landwirtschaftsbetrieb Guldenberg. Die Fülle sei ein kleiner Trost für die magere Ernte letzten Jahres, als der Frost im April die Blüten erfrieren liess. Deshalb sind die Lager mit Schweizer Tafelobst nun allerorts leer.

«Die Nachfrage ist gross», freut sich Lienhard. Seine frisch gepflückten Äpfel sind in den beiden Hofläden auf dem Guldenberg und in Bülach erhältlich. Ein grosser Teil geht zudem an Schulen sowie Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern Früchte anbieten. Zudem verarbeitet er etwa 1000 Tonnen zu Most.

«In Zukunft werden wir wohl häufiger mit Trockenperioden rechnen müssen.»Michael Lienhard

Die Äpfel seien süss und aromatisch, sagt Michael Lienhard, jedoch wegen der langen Trockenperiode nicht so riesig. Dies, obwohl er viel Geld in die Bewässerung investiert hat. Ein Teil seiner Obstgärten verfügte bereits zuvor über Bewässerungsanlagen. Bei anderen hat er dieses Jahr neue gebaut. «In Zukunft werden wir wohl häufiger mit Trockenperioden rechnen müssen», ist sich der Landwirt bewusst.

Auch Hans Brunners Hochstammbäume in Steinmaur sind überaus voll. «Zudem hatten wir wegen der trockenen Witterung kaum Probleme mit Pilzkrankheiten», freut sich der Biobauer.

Doch als Tafelobst taugen seine Äpfel und Birnen dieses Jahr nicht. Denn der Hagel, der Ende Mai das Wehntal heimsuchte, hinterliess in vielen Früchten kleine Risse, weshalb sie nun faulen. «Wir müssen viel verlesen und die ganze Ernte wurde zu Mostobst degradiert», bedauert Brunner. Doch auch Mostäpfel sind derzeit sehr gefragt. Und die Birnen sind in der Mosterei Brunner von Bruder Robert willkommen.

Haufenweise Zwetschgen

2018 ist in der ganzen Schweiz ein gutes Obstjahr. Vor allem, was die Zwetschgen betrifft: Mit rund 4200 Tonnen fällt der Ertrag bei den Tafelzwetschgen gut doppelt so hoch wie im miserablen Vorjahr aus und bei den Brennzwetschgen, aus denen Pflümli hergestellt wird, sogar dreimal höher als gewöhnlich.

Da Zwetschgen nicht lange haltbar sind, stellen die grossen Mengen eine Herausforderung dar. «Die Läden versuchen, sie den Kunden mit Aktionen schmackhaft zu machen», sagt Beatrice Rüttimann vom Schweizer Obstverband. Was keine Abnehmer findet, wird zu Dörrobst, Konfitüre, Gefrierprodukten oder dem beliebten Vieille Prune verarbeitet.

Bei den Äpfeln erwartet der Obstverband mit insgesamt rund 250 000 Tonnen ein Plus von rund 20 Prozent. Gut angelaufen ist die Erntesaison auch bei Heinrich Marthaler aus Dänikon. Derzeit hat er in seiner Mosterei alle Hände voll zu tun. Der ZU durfte ihm über die Schultern schauen.Seite (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.09.2018, 17:35 Uhr

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