Hüttikon

Ostereier reisen als Kunst ins Strohdachhaus

Bald werden Tausende in die kleine Gemeinde strömen um Eier jeder Farbe und Grösse sowie handgemachte Kunstwerke rund ums Thema Ostern zu bewundern.

OK-Präsidentin Michèle Sohre bereitet mit ihrem Team im Moment das Strohdachhaus in Hüttikon für die jährliche Ostereierausstellung vor.

OK-Präsidentin Michèle Sohre bereitet mit ihrem Team im Moment das Strohdachhaus in Hüttikon für die jährliche Ostereierausstellung vor. Bild: Paco Carrascosa

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Noch sind die Tische in den Räumen des Strohdachhauses leer und die Stühle stehen ordentlich aufgereiht. «Jungfräulich», nennt Michèle Sohre diesen Zustand. Doch in Bälde werden die alten Dielen unter den Sohlen der Gäste ächzen. Kinderlachen wird man hören. Die Erwachsenen werden sich bücken, um in die niedrigen Räume zu gelangen. Beim Drechseln von Ostereiern und Hasen werden die Hobelspäne fliegen. Es wird nach Gegrilltem und süss nach Kuchen duften und jeder Winkel wird sich mit frühlingshafter Kunst füllen.

Und auf diese Verwandlung freut sich Michèle Sohre in ihrer Funktion als OK-Präsidentin der Ostereierausstellung jedes Jahr. Doch bevor diese 33. Auflage dieses Anlasses unter der Regie des Forum Hüttikon startet, muss das Haus noch bereitgemacht werden. Das Fünfköpfige OK-Team wird dabei nicht nur vom Verein, sondern auch spontan von freiwilligen Helfern aus dem Dorf unterstützt. «Vergangenes Jahr schleppten sie gleich zwölf massive Tische in den ersten Stock. Das entlastete uns sehr», sagt Sohre.

Hasen und Hühner

Am Freitag, kurz vor der Vernissage reisen dann die Künstler an. Csaba Nagy chauffiert seine filigranen Kunstwerke aus dem mehr als tausend Kilometer entfernten Ungarn über Bratislava, Wien und München ins Furttal. Mieke Masteling bringt ihre blumigen Aquarelleier gut gepolstert aus Deutschland mit.

Österliche Kunstwerke werden ausgestellt. Archivfoto: Peter Würmli

Die Mehrheit der Ausstellenden kommt jedoch aus der Schweiz. Aus der näheren Region stammt zum Beispiel die Kunstmalerin Monika Amrein. Die Otelfingerin zeigt Rabenbilder. Zudem zeichnet sie den ganzen Samstag und Sonntag mit Kindern und inspiriert sie so zu künstlerischem Werken. Miriam Fischer aus Boppelsen lädt zum Schmökern in ihren Oster- und Frühlingsbüchern ein und Gerda Glenck aus Wallisellen hat österliche Töpfereien im Gepäck.

Direkt unter dem Dach des 367 Jahre alten Strohdachhauses werden junge Hüttiker Hasen und Hühner für Jö-Effekt sorgen. Allerdings sollten sich dort, der Tragfähigkeit der alten Dielen wegen, nicht viel mehr als 40 Personen um die Tierchen herum scharen. Der Eintritt zum ganzen Vergnügen ist gratis. «Das ist uns ganz wichtig. Niemand soll auf die österliche Vorfreude verzichten müssen», sagt die Präsidentin.

Qualität und Miteinander

Dieses Jahr werden zwei Aussteller mehr als im Vorjahr dabei sein. Somit ist die Kapazitätsgrenze erreicht. «Wir können nicht mehr wachsen. Das Strohdachhaus gibt die Dimension des Anlasses vor», sagt Sohre und berichtet dann, dass das begrenzte Platzangebot keineswegs von Nachteil sei. Vielmehr würden die Aussteller immer vom Strohdachhaus schwärmen. «Es gebe weit und breit keine ähnliche Ostereierausstellung mit soviel Charme», berichtet sie. Seit jeher findet das Ereignis immer genau drei Wochen vor Ostern statt. In den Anfängen gab es vor allem bemalte Eier zu bewundern. Mittlerweile findet man Getöpfertes neben Gedrucktem, Gedrechseltes neben Gemalten.

Aber eines haben alle Exponate gemeinsam. Michèle Sohre beschreibt das so: «Die Hüttiker Ostereierausstellung besticht durch künstlerische Qualität und natürlich durch ein unbeschwertes Miteinander von Künstlern und Gästen.» Weil das Ok während der drei Ausstellungstage kaum Zeit hat, die Ausstellung in Ruhe zu geniessen, gönnt man sich einen speziellen Luxus. Sohre erzählt: «Nach dem Apéro am Freitag, wenn die Ausstellung geschlossen ist, laufen wir ganz privat mit einem Gläschen Wein in aller Ruhe von Tisch zu Tisch. Diesen beinahe schon magischen Moment geniesse ich immer besonders.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 15.03.2019, 15:11 Uhr

33. Ostereierausstellung

Freitag, 29. März, 17 bis 20 Uhr (Vernissage mit Apéro)
Samstag, 30. März, 10 bis 17 Uhr
Sonntag, 31. März, 10 bis 17 Uhr
Eintritt immer gratis

Samstag
Ostereier tütschen und essen. Verkauf und Dekoration durch die Primarschule Dänikon-Hüttikon.

Samstag und Sonntag
Grill/Kaffeestube (Forum Hüttikon)

Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene gestalten gegen einen Unkostenbeitrag ihre eigene Osterdekoration aus Glas.

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