Bachenbülach

Parkallee feiert in unsicheren Zeiten

Die Parkallee in Bachenbülach feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Im Hinblick auf die grossen Veränderungen im Detailhandel steht das Einkaufszentrum vor grossen Herausforderungen.

Ballone in den traditionellen Farben der Parkallee zieren das Einkaufszentrum während den Festlichkeiten.

Ballone in den traditionellen Farben der Parkallee zieren das Einkaufszentrum während den Festlichkeiten. Bild: Sibylle Meier

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Mit dem Slogan «Das schönste der Schweiz» öffnete die Parkallee vor rund 30 Jahren ihre Tore im Bachenbülacher Industriegebiet. Vier Tage lang, vom 25. bis 28. September, wird nun der Geburtstag eines der ältesten Einkaufszentren im Unterland gefeiert. Ein Kinderprogramm, Glücksspiele und Rabatte sollen möglichst viele Besucherinnen und Besucher anlocken.

Um der alten Zeiten willen

«Es gibt nur wenige Einkaufszentren in der Schweiz, die bereits seit drei Jahrzehnten erfolgreich bestehen», steht es im Programm. Heute läutet mit Globi ein regelmässiger Gast in der Parkallee das Fest ein. Am Samstag wird der ehemalige SRF-Moderator Joerg Kressig den Jubiläumswettbewerb moderieren. Die Festlichkeiten, die der guten alten Jahre gedenken sollen, finden in einer Zeit statt, in der wegen des Wegzugs von Aldi ein grosses Fragezeichen über der Parkallee steht.

Dabei wurde ihr in ihren Anfängen eine rosige Zukunft vorhergesagt. Die Nähe zum damaligen Grossverteiler Waro und das Bevölkerungswachstum in der Region sprachen für das Einkaufszentrum. Für fast 60 Millionen Franken und nach einer Bauzeit von 21 Monaten entstand eine Ladenfläche von rund 10000 Quadratmetern. Mit 20 Läden wie Coop, Radio TV Steiner oder Charles Vögele begann man damals. Bekannt wurde die Parkallee nicht zuletzt auch dank der zahlreichen Events wie eine Modenschau mit Kundinnen und Kunden, die in der ganzen Schweiz kopiert wurde.

«Die Parkallee konnte sich trotz prominenten Wegzügen immer wieder neu orientieren und die treue Stammkundschaft halten»Katharina Bornhauser, Mediensprecherin Privera AG

Geht man heute durch die Parkallee, erinnern nur noch wenige Marken an die ersten Jahre. Viele der Geschäfte wurden aufgekauft, zusammengelegt oder gingen in Konkurs. Coop zog 2004 aus und übernahm das Waro-Gebäude an der Grenzstrasse. «Die Parkallee konnte sich trotz prominenten Wegzügen immer wieder neu orientieren und die treue Stammkundschaft halten», sagt Mediensprecherin Katharina Bornhauser von der Privera AG, welche für die Vermietung der Parkallee zuständig ist. Gründe dafür seien unter anderem die 500 Gratisparkplätze und das vielseitige Angebot. Hier setzt die Parkallee auch auf Innovationskraft und neue Formate wie Pop-up-Geschäfte.

Aldi sollte es richten

Während sich die Läden ablösten und rundherum die Einkaufsmöglichkeiten wuchsen, zeigte sich die Parkallee hie und da in einem neuen Gewand. Vor zehn Jahren wurde das Einkaufszentrum renoviert. Die Pappeln im Logo, welche an das ehemalige Grundstück erinnern sollten, wurden durch zwei Rechtecke ersetzt. Aber auch mit neuen Slogans konnte man das Image des serbelnden Einkaufszentrums nicht loswerden. Die Parkallee blieb trotzdem bestehen.

Das «schönste Einkaufszentrum der Schweiz» wurde zum «Einkaufspark für alle(e)», danach «Ihr Einkaufspark». Seit fünf Jahren kann man in der Parkallee «clever einkaufen». Als 2007 der erste Aldi im Unterland einzog, hoffte die Zentrumsleitung, dass die schwindenden Besucherzahlen sich wieder erhöhen.

Aber auch Aldi will auf Ende Jahr ausziehen und nur wenige Meter weiter ein eigenes Verkaufsgebäude beziehen. Verschiedene Optionen für einen Nachfolger werden aktuell geprüft, am Konzept Parkallee wird kontinuierlich weitergefeilt. «Zurzeit durchläuft der Detailhandel die grösste Veränderung der letzten Jahrzehnte. Das beeinflusst auch die strategischen Überlegungen in der Parkallee», sagt Bornhauser.

Erstellt: 25.09.2019, 06:18 Uhr

Infobox

Geschichten aus 30 Jahren Parkallee

Einstürzende Zuschauertribüne

Zwei Tage nach der offiziellen Eröffnung der Parkallee kam es zu einem Unfall, bei dem 19 Personen verletzt wurden. Kurz vor Vorstellungsbeginn stürzte eine Zuschauertribüne im Circus Medrano ein, welcher anlässlich der Eröffnung auftrat. Zwölf Personen mussten ins Spital Bülach transportiert werden, ein zehnjähriger Junge wurde ins Kinderspital Zürich geflogen. Alle Verletzen konnten das Spital kurz darauf wieder verlassen. Die Konstruktion wurde auf dem angrenzenden Maisfeld aufgebaut und kam wegen des unebenen Bodens ins Kippen. Zur Zeit des Unfalls befanden sich über 800 Menschen im Zelt.

Einbruchwelle in Schmuckläden

Zwischen 1996 und 1998 wurden zwei Schmuckgeschäfte in der Parkallee Opfer einer Serie von Einbrüchen. Fünfmal drangen Diebe in den frühen Morgenstunden in die Geschäfte ein, brachen Glasvitrinen auf und stahlen Schmuck. Dabei entstand ein Schaden von insgesamt einer halben Million Franken. Die Versicherung setzte eine Belohnung von 20000 Franken für die Ergreifung der Täterschaft aus. Über die damaligen Ermittlungen und ob sich die fünf Einbrüche auf die gleichen Personen zurückführen liessen, konnte die Kantonspolizei Zürich keine Auskunft geben.

Inlineskater im Untergeschoss

Jahrelang fuhren abends Inlineskater zwischen den Autos und Säulen im Parkhaus der Parkallee. Diese trainierten bei Regen im zweiten Untergeschoss des Einkaufszentrums, so auch der Bülacher Inlineskating-club «Runline 30». Die Inlineskater hatten Ende der 90er-Jahre die Verwaltung des Einkaufzentrums angefragt und die Erlaubnis erhalten.

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