Höri

Parkieren ab Juli kostenpflichtig

Die Stimmberechtigten genehmigten an der Gemeindeversammlung das neue Parkierungs- und Parkkartenreglement. Dadurch sollen die Fremd- und Dauerparkierer aus den Wohnquartieren verbannt werden.

Das Parkieren auf dem Höriberg wird ab Sommer 2019 kostenpflichtig. «Bei öffentlichen Anlässen decken wir die Parkuhren ab, damit die Besucher gratis parkieren können», sagt Gemeindepräsident Roger Götz.

Das Parkieren auf dem Höriberg wird ab Sommer 2019 kostenpflichtig. «Bei öffentlichen Anlässen decken wir die Parkuhren ab, damit die Besucher gratis parkieren können», sagt Gemeindepräsident Roger Götz. Bild: Paco Carrascosa

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Höremer Bevölkerung nervt sich über die Fremdbelegung der Parkplätze in den Wohnquartieren. Dementsprechend viele Reklamationen seien bei der Gemeinde eingegangen, berichtete Gemeindepräsident Roger Götz an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch. Damit soll nun Schluss sein. Die 68 anwesenden Stimmbürger (Stimmbeteiligung von 4,4 Prozent) genehmigten nämlich das neue Parkierungs- und Parkkartenreglement. Heisst: Auf den Quartierstrassen werden weisse Parkfelder eingezeichnet, auf denen man sein Auto für maximal vier Stunden abstellen darf. Wer den Parkplatz länger besetzen will, braucht dafür eine Parkkarte. Eine Jahreskarte kostet 450 Franken, eine Monatskarte 40 Franken. «Diese können nur von Bewohnern und Firmen aus Höri gelöst werden», sagt Götz. Eine Tageskarte, die fünf Franken kostet, kann hingegen jeder lösen. «Zum Beispiel Handwerker oder Besucher, die länger als vier Stunden parkieren müssen.» Die Jahres- und Monatskarten können die Bewohner am Schalter der Einwohnerkontrolle lösen. Die Tageskarte ist auch an der Tankstelle bei der Landi erhältlich.

Das Reglement gilt 24 Stunden am Tag

Der Gemeinderat hat vorgesehen, dass das Reglement von Montag bis Samstag zwischen 7 und 19 Uhr gilt. Daraufhin stellte ein Stimmberechtigter den Antrag, die neue Regelung, während 24 Stunden in Kraft zu setzen. «Das Problem von Fremdparkierern besteht mehr in der Nacht und weniger am Tag», begründete er. Der Antrag wurde mit 53 Ja-Stimmen zu 5 Nein-Stimmen angenommen. Die Folge: Will man in Höri übernachten und sein Auto dabei in der weissen Zone abstellen, braucht man zwei Tageskarten. Diese sind jeweils nur für ein Datum gültig und nicht etwa für 24 Stunden ab Kauf.

Eine Frage aus dem Publikum lautete: «Einmal im Jahr wird unsere Tiefgarage gereinigt. Dann müssen alle 24 Autos draussen parkiert werden. Müssen wir dann eine Tageskarte lösen, oder gibt es Spezialbewilligungen für solche Fälle?». Götz antwortete: «Da müssten sie bezahlen, solche Bewilligungen sind nicht vorgesehen.» Eine weitere Frage: «Was ist wenn ein Handwerker zu mir kommt: Muss ich für ihn eine Tageskarte kaufen und die Kosten für diese selber tragen?». Götz: «Grundsätzlich werden die Parkgebühren Ihnen angerechnet. Der Handwerker muss aber selbst dafür sorgen, dass er sein Auto rechtmässig in der weissen Zone abstellt. Es gibt ja auch Besucherparkplätze bei den Liegenschaften.» Mit der Einführung des neuen Reglements dürften aber viele Lenker versuchen, ihre Autos auf ebendiesen kostenfreien Besucherparkplätzen abzustellen. «Das zu verhindern, ist Aufgabe der Verwaltungen.»

Zwei grosse Parkplätze sind neu gebührenpflichtig

In der Gewerbezone Altmannsteinstrasse wird das bestehende Parkverbot beibehalten. Was sich aber mit dem neuen Konzept ebenfalls ändert, sind die Regelungen für die öffentlichen Parkplätze bei der zentralen Entsorgungsstelle und auf dem Höriberg. Dort sind die Parkplätze neu gebührenpflichtig. «Die erste Stunde ist gratis, danach muss man Geld in die Parkuhren einwerfen», führte Roger Götz aus. Bei der Entsorgungsstelle dürfen die Autos maximal vier Stunden parkiert sein, auf dem Höriberg 12 Stunden.

Für die Umsetzung des Parkierungsreglements muss die Gemeinde diverse Anschaffungen tätigen. «Wir rechnen mit einmaligen Kosten in der Höhe von 50 000 Franken.» Danach werden voraussichtlich jährlich 40 000 Franken Ausgaben pro Jahr anfallen. «Wir erwarten aber auch Einnahmen von 60 000 Franken pro Jahr.»

Das Gesamtkonzept wurde an Versammlung von einer grossen Mehrheit der Stimmberechtigten angenommen. Die Einführung des neuen Parkierungs- und Parkkartenreglements erfolgt am 1. Juli 2019.

Steuerfuss um ein Prozent angehoben

Auf der Trakandenliste der Gemeindeversammlung standen diverse weitere Geschäfte. Unter anderem auch das Budget der Politischen Gemeinde. Dort wurde eine Erhöhung des Steuerfusses um ein Prozent genehmigt. Finanzvorsteherin Anita Utzinger begründete: «Unsere finanziellen Mittel sind knapp. Und in den nächsten Jahren stehen hohe Investitionen an. Ohne eine Steuerfusserhöhung könnten wir diese nicht decken und überschulden uns.» Die Erhöhung hat keinen direkten Einfluss auf den einzelnen Steuerzahler. Der Grund: Die Sekundarschulpflege Bülach hat ihrerseits den Steuerfuss an der Kreisgemeindeversammlung im November um ein Prozent gesenkt. Neben Höri wollen auch die anderen Kreisgemeinden das Steuerprozent der Sekundarschule nicht an die Steuerpflichtigen weitergeben. Die Höremer Primarschulpflege belässt den Steuerfuss gleich wie im vergangenen Jahr. Auch deren Budget wurde angenommen.

Bestattungswesen wird regionalisiert

Der Gemeinderat beantragte den Anwesenden weiter die Regionalisierung des Bestattungswesens. Dieses soll an die Stadt Bülach übertragen werden. «In den letzten Jahren sind pro Jahr durchschnittlich 13 Höremerinnen und Höremer verstorben. Die fachlich kompetente und pietätvolle Betreuung der Angehörigen in dieser Situation ist äusserst wichtig», sagte Roger Götz. Bisher hätten sich interne Stellvertreter von der Verwaltung um die Bestattungen gekümmert, was auch bei der kleinen Anzahl an Todesfällen sehr aufwändig sei. «Beim Bestattungsamt Bülach, wo es im Durchschnitt täglich 1,5 Bestattungen gibt, können die Angehörigen professioneller betreut werden.» Die Stimmberechtigten genehmigten das Geschäft.

Ferner stimmten die Anwesenden den Gebührenverordnungen von Politischer und Primarschulgemeinde zu. Und auch der erneuerte Anschlussvertrag zwischen der Stadt Bülach als Eigentümerin der Abwasserreinigungsanlage Furt und den Kreisgemeinden wurde genehmigt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.12.2018, 16:48 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!