Regensdorf

Regensdorf war gewappnet für den Ansturm

Die Abstimmung zum Surfpark lockte weit über 1000 Personen ins Hotel Mövenpick. Die Gemeindeversammlung vom Montagabend war in vielerlei Hinsicht alles andere als gewöhnlich – und für viele Stimmberechtigte eine Premiere.

Lange blieben die Stühle nicht leer. Von den insgesamt 1100 Sitzmöglichkeiten waren am Schluss rekordverdächtige 1084 besetzt.

Lange blieben die Stühle nicht leer. Von den insgesamt 1100 Sitzmöglichkeiten waren am Schluss rekordverdächtige 1084 besetzt. Bild: Flavio Zwahlen

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Normalerweise reicht der Kongresssaal im Hotel Mövenpick locker. Selbst wenn über hohe Millionenbeträge entschieden wird, kommen selten mehr als 150 Personen an die Gemeindeversammlung. Ganz anders am Montagabend als der Surfpark auf der Traktandenliste stand. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn strömten die Besucher ins Hotel. Die 800 Plätze im Kongresssaal waren schnell besetzt. Zum Vergleich: An «normalen» Versammlungen stehen jeweils 300 Stühle parat, wovon in den letzten Jahren durchschnittlich jeweils 120 gebraucht wurden.

Zweieinhalb Stunden stehen

Geahnt hatte man den Ansturm ja, deshalb stand ein zweiter Raum bereit, doch auch dieser füllte sich zusehends. Um 19.30 Uhr war klar: Die insgesamt 1100 parat gemachten Stühle reichen knapp für die 1084 Personen (11,1 Prozent aller Stimmberechtigten). Somit konnten sich zwar alle Stimmberechtigten setzen, für die Gäste hingegen bedeutete dies eine unbequeme Versammlung; sie mussten zweieinhalb Stunden im Stehen ausharren – mehr Stühle liessen sich nicht auftreiben.

1084 Personen an der Gemeindeversammlung, das dürfte Rekord sein. Zum Vergleich: Ein grosser Aufmarsch fand auch im November 1982 statt. Mit 683 Personen waren es aber bedeutend weniger als am Montag. Zwei Säle wurden übrigens auch schon mal 1981 benutzt: Damals nahmen zwar nur 392 Leute teil, doch für die anwesenden Jugendlichen wurde die Versammlung ins Foyer projiziert. Das Thema damals: die Erstellung einer Freizeitanlage.

Grundregeln für Neulinge

Da am Montagabend unter den über 1000 Stimmberechtigten auch viele dabei waren, die noch nie an einer Gemeindeversammlung teilgenommen hatten, musste Gemeindepräsident Max Walter zu Beginn einige grundsätzliche Regeln aufstellen: Nicht buhen, nicht klatschen und nur anständige Voten und sachliche Diskussionen. Ausserdem durften Wortmeldungen nicht vom Platz aus gemacht werden: Votanten mussten nach vorne ans Rednerpult treten, um per Kamera live in den Nebenraum und umgekehrt übertragen zu werden. Der eine oder andere dürfte sich sein Votum ob dieses grossen Publikums zweimal überlegt haben. Ein Anwohner räumte zu Beginn seiner Wortmeldung denn auch ein, er habe noch nie vor so vielen Personen gesprochen.

Zehn Stimmenzähler nötig

Im Nebenraum, der mit 300 Personen ebenso vollbesetzt war, wurde das Geschehen live auf einen Bildschirm übertragen. Ausserdem waren zwei separate Stimmenzähler und zwei der insgesamt sieben Gemeinderäte anwesend um nach dem Rechten zu sehen. Apropos Stimmenzähler: Während normalerweise zwei Personen reichen, wurden am Montag zehn Personen aus dem Wahlbüro eingeteilt.

Bevor sich die 1084 Regensdorfer allerdings zum Surfpark äussern konnten, mussten sie sich durch die Kreditabrechnung für eine Grundwasserwärmepumpe und den Kernzonenplan Oberdorf kämpfen. Diese doch eher trockene Materie – beide Geschäfte wurden genehmigt – erhielt somit eine Aufmerksamkeit, die sie unter normalen Umständen nie gehabt hätte.

Diskussion abgebrochen

Als es dann endlich um den Surfpark ging, wachten die Anwesenden auf. Gegner und Befürworter hielten sich in teils emotionalen Wortmeldungen ungefähr die Waage. Mehrmals musste Max Walter aber an seine einleitenden Worte erinnern. Sei es, weil sich jemand im Ton vergriffen hatte oder der Saal zum Applaus ansetzte. Die Voten hätten wohl noch lange kein Ende gefunden, hätte kurz vor 22 Uhr nicht eine Votantin den Antrag auf Abbruch der Diskussion gestellt – und damit ausgesprochen, was wohl viele dachten. Der Antrag wurde denn auch fast ohne Gegenstimme angenommen und man konnte zum Ende eines historischen Abends und zur finalen Abstimmung übergehen. Diese resultierte in einem klaren Ja zur Umzonung für den Surfpark.

Ein ähnlich spektakuläres Ereignis könnte sich jedoch schon bald wiederholen: Voraussichtlich an der Versammlung im Dezember geht es um den Gestaltungsplan und damit endgültig um ein Ja oder ein Nein zum Surfpark. Weniger Personen als am Montag dürften dann kaum vor Ort sein.

Erstellt: 26.03.2019, 17:41 Uhr

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