Bülach

Romaine Rogenmoser ist neue höchste Bülacherin

SVP-Gemeinderätin Romaine Rogenmoser ist vom Stadtparlament am Montag ins Präsidium gewählt worden. Sie löst Nadja Naegeli (SP) als Ratschefin ab. Darüber hinaus kam es in den Fachkommissionen zu kleineren Rochaden.

Am Apéro in der St. Laurentius-Brauerei begeht man den Start ins Präsidialjahr ungezwungen: Die neue Ratsvorsitzende Romaine Rogenmoser, flankiert von den Vizepräsidenten Daniel Amman (rechts) und Marco Maggetti.

Am Apéro in der St. Laurentius-Brauerei begeht man den Start ins Präsidialjahr ungezwungen: Die neue Ratsvorsitzende Romaine Rogenmoser, flankiert von den Vizepräsidenten Daniel Amman (rechts) und Marco Maggetti. Bild: flo

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Mehr Engagement für die Sache – und weniger «zur Schau gestellte Empörung». Das forderte die neue Präsidentin des Bülacher Stadtparlaments in ihrer Antrittsrede von den Ratsmitgliedern. Mit 22 Stimmen ist Romaine Rogenmoser (SVP) am Montagabend für ein Jahr zur höchsten Bülacherin gewählt worden.

Nachdem sie, flankiert von zwei Bläsern der örtlichen Stadtmusik, auf ihrer Trompete die Nationalhymne intoniert hatte, befand sie, dass es doch in einem Ratsbetrieb wie in einem Orchester sei: «Sie haben da Leute, die alles perfekt vorbereitet haben – und dann haben sie diejenigen, die nicht ganz so viel Zeit für die Tätigkeit aufwenden können.» Dass es auf dem Weg zum politischen Entscheid schräge oder falsche Töne geben könne, das sei für sie nie ein Problem, sagte Rogenmoser, aber: «Man trennt stets Geschäft und Person!»

«Einander zuhören»

Gerade dieses Vermögen, niemals auf die Person sondern stets auf die Sache zu zielen, attestierte Rogenmoser der scheidenden Ratsvorsitzenden Nadja Naegli (SP). Diese war bei ihrer Abschiedsrede sichtlich gerührt und hat ein paar Tränen nicht zurückhalten können. In einem abwechslungsreichen Jahr als Präsidentin habe sie Bülach auf eine andere Weise kennenlernen dürfen.

«Im Dialog miteinander können wir Bülach prägen – wir müssen uns dazu nicht einmal besonders gut mögen, aber wir müssen einander zuhören.» Das sei gerade heute wichtig für eine gelebte Demokratie. Insofern wünsche sie sich für die Zukunft, dass man wieder mehr zu einem Miteinander finden könne und dabei stets das Allgemeinwohl im Blick behalte. «Ohne Solidarität verliert nicht nur der einzelne, sondern es verliert die Gesellschaft als Ganzes», sagte Naegeli.

Was die weiteren Wahlen angeht, folgte der Rat auch dort den Vorschlägen der interfaktionellen Konferenz, die aufgrund der Verteilung der Parteistärken einige Rochaden beinhalteten: Den Sitz den Rogenmoser in der Rechnungsprüfungskommission räumte, erbte Andreas Müller (GLP), der damit seinerseits aus der Fachkommmission II ausschied; dieses Mandat übernahm Nadja Naegeli (SP).

Der neue parteilose Gemeinderat Luis Calvo Salgado, der am 11. März für den weggezogenen Felix Böni (Grüne) nachgerutscht war, wurde als Mitglied in die Fachkommission III gewählt. Weil Böni diese Kommission präsidiert hatte, war auch eine neue Präsidentin zu wählen. Diese Funktion übernimmt Elisabeth Naegeli (SP).

Etwas länger dauerte die Wahl der drei Stimmenzähler: So stellte die Fraktion der SVP/EDU der Kandidatur von Daniel Wülser (GLP) in der Person von René Anthon (SVP) einen Kandidaten entgegen. Wülser sei für die Arbeit im Büro «nicht geeignet», befand Cornel Broder (SVP), da er sich «nicht an Vertraulichkeiten und ans Kollegialitätsprinzip» halte und «Persönliches und Sachliches nicht unterscheiden kann».

Der Rat teilte diese Ansicht indes nicht: Wülser, der bisher schon als Stimmenzähler geamtet hatte, setzte sich mit 12 Stimmen gegen Anthon (8 Stimmen) durch. Weil beide Kandidaten das absolute Mehr verfehlten, war allerdings ein dritter Wahlgang nötig, wo das relative Mehr genügt. Die Wahl von Claudia Forni (Grüne) und Wener Oetiker (SP) war unbestritten.

Im weiteren Verlauf des Abends stimmte der Gemeinderat einstimmig der Kreditabrechnung der Sanierung Pausenplatz Hohfuri zu. Mit abgerechneten Kosten von gut 660 000 Franken war der bewilligte Kredit um knapp 40 000 Franken überschritten worden. Dies vorwiegend aufgrund aufwendigerer Gartenarbeiten und weil das Klettergerüst ersetzt werden musste. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2017, 16:37 Uhr

Die Aufstellung der Ratskommissionen

Nach den Wahlen vom Montag sind die Kommissionen im Bülacher Gemeinderat wie folgt aufgestellt (Veränderungen fett):

Rechnungsprüfungs­kommission (RPK):


  • Präs.: Alfred Schmid (FDP)

  • David Galeuchet (Grüne)

  • Jörg Inhelder (BSB)

  • Marco Maggetti (EVP)

  • Tilly Morganti (SP)

  • Andreas Müller (GLP)

  • Andrea Spycher (SVP)



Fachkommission I (Bau, Planung/Umwelt, Liegenschaften, Verkehr und Werke)

  • Präs.: Cornel Broder (SVP)

  • René Anthon (SVP)

  • Andres Bührer (BSB)

  • Christine Frischknecht (EVP)

  • Werner Oetiker (SP)



Fachkommission II (Bevölkerungsdienste, Bildung, Kultur und Sicherheit)

  • Präs.: Julia Pfister (EVP)

  • Benjamin Blatter (SVP)

  • Jean-Frédéric Clerc (FDP)

  • Claudia Forni Degkwitz (Grüne)

  • Andreas Müller (GLP)



Fachkommission III (Alter, Gesundheit und Soziales)

  • Präs.: Elisabeth Naegeli (SP)

  • Stefan Basler (SVP)

  • Cornelia Brizza (EDU)

  • Luis Calvo Salgado (parteilos)

  • Elisabeth Naegeli (SP)

  • Jürg Rothenberger (FDP)



Fachkommission IV (Abfallbewirtschaftung, Land- und Forstwirtschaft, Finanzen, Managementdienste, Sport, Wirtschaft und Arbeit)

  • Präs.: Samuel Lienhart (SP)

  • Daniel Ammann (FDP)

  • Dominic Kleiber (EVP)

  • Michel Pasche (SVP)

  • Daniel Wülser (GLP)



Ratspräsidium
Ratspräsidentin: Romaine Rogenmoser (SVP)
1. Vizepräsident: Daniel Ammann (FDP)
2. Vizepräsident: Marco Maggetti (EVP)


Als Stimmenzähler wurden gewählt: Claudia Forni (Grüne). Wener Oetiker (SP) und Daniel Wülser (GLP). red

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