Kloten

Rückzugsforderung beeindruckt die Armee kaum

Lokalpolitiker wollen die Klotener Kaserne lieber als Luftfrachtumschlagplatz nutzen. Eine Motion verpflichtet den Stadtrat sich dafür einzusetzen.

Die Kaserne Kloten ist ein ganzjährig genutzter Militärstandort und dürfte gemäss VBS-Planung noch eine Weile weiterbetrieben werden. Foto: Sibylle Meier

Die Kaserne Kloten ist ein ganzjährig genutzter Militärstandort und dürfte gemäss VBS-Planung noch eine Weile weiterbetrieben werden. Foto: Sibylle Meier

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Die Forderung ist kühn und zeugt von interessanten Plänen: Mit der Überweisung einer Motion von Silvan Eberhard, SVP-Gemeinderat, hat die Klotener Stadtregierung vom Parlament den Auftrag erhalten, sich beim Bund für den Rückzug der Armee aus dem Kasernenareal am Flughafen einzusetzen.

Das hat man nun auch beim Verteidigungsdepartement (VBS) in Bern registriert. Doch zur eigentlichen Idee von insgesamt neun Lokalpolitikern aus dem bürgerlichen Lager (SVP/FDP) will man sich aktuell nicht näher äussern.

Stadtrat muss aktiv werden

Die Stadtregierung hat seit der Überweisung der Motion im Klotener Parlament im vergangenen November noch keine konkreten Schritte unternommen. Eine Militärsprecherin äussert sich daher sehr zurückhaltend: «Eine entsprechende Anfrage der Stadt Kloten liegt dem VBS bisher nicht vor, weshalb wir uns zum heutigen Zeitpunkt nicht zur Motion äussern können. Eine Prüfung durch das VBS wird erst auf schriftliche Anfrage der Stadt Kloten erfolgen.»

Die Fläche des Kasernenareals Kloten (rund 19 Fussballfelder) soll aufgrund der Flughafennähe künftig zivilen Logistikbetreibern zur Verfügung gestellt werden, wird verlangt. Hört man sich in der Branche um, wird eine Umnutzung der Kaserne zum Speditions-Hub für den Luftfrachtbetrieb am Flughafen als gute Idee beurteilt. Es würde Klotens Strassen auch massgeblich vom Verkehr entlasten. Stadtpräsident René Huber (SVP) nennt die örtliche Kaserne gar ein «Schlüsselareal».

Armee muss sowieso Flächen abtreten

Die VBS-Sprecherin weist darauf hin, dass mit dem im Dezember 2019 vom Bundesrat verabschiedeten Objektblatt des Sachplans Militär der Perimeter des Waffenplatzes Kloten-Bülach schon um diejenigen Flächen reduziert worden sei, die für die geplante Erweiterung des Rollwegsystems am Flughafen benötigt werden. Damit werde auch die Abstimmung mit dem Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL), sichergestellt.

Erstellt: 15.01.2020, 17:57 Uhr

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