Glattfelden

Schreiberin nach 25 Jahren freigestellt

Überraschend hat der Glattfelder Gemeinderat den Abgang von Gemeindeschreiberin Beatrice Wüthrich verkündet. Das sorgt in der Bevölkerung für Kritik.

Als Reaktion auf den Abgang der Gemeindeschreiberin wurden vor Gottfried Kellers Porträt Grablicher angezündet.

Als Reaktion auf den Abgang der Gemeindeschreiberin wurden vor Gottfried Kellers Porträt Grablicher angezündet. Bild: pd

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Gemeindeschreiberin von Glattfelden, Beatrice Wüthrich, wird die Gemeinde Ende Oktober verlassen. Darüber informierte eine Medienmitteilung vom Dienstag letzter Woche.

Die Information hat in Glattfelden starke Reaktionen ausgelöst. Zahlreiche Leserbriefe sind eingegangen, Kommentare auf der «Glattfelden»-App zeugen davon, dass viele Bewoherinnen und Bewohner davon überrascht sind, dass sich die Gemeinde und die Schreiberin, die über 25 Jahre in Glattfelden gearbeitetet hat, «mit dem Gemeinderat eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses per Ende Oktober vereinbart» hat.

Nicht klar aus der Mitteilung ging hervor, dass Wüthrich de facto freigestellt ist. Dies bestätigt Gemeindepräsident Ernst Gassmann (FDP) auf Anfrage. «Wir haben im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen, das wir uns trennen. Frau Wüthrich wird noch ein paar Pendenzen aufarbeiten, ist aber eigentlich freigestellt und hat ihre Aufgaben bereits ihrem Stellvertreter übergeben.»

Über die genauen Hintergründe der Trennung sei Stillschweigen vereinbart worden. «Es war aber kein plötzlicher Entscheid, auch wenn die Nachricht für viele überraschend gekommen sein mag», sagt Gassman. «Eine Gemeindeschreiberin steht dem Gemeinderat auch auf strategischer Ebene als Beraterin zur Seite. Und mit Beratern ist man sich nicht immer einig, das liegt in der Natur der Sache», führt Gassmann aus.

Über die vergangenen Jahre habe das zu gewissen Abnützungserscheinungen und Meinungsverschiedenheiten geführt. Schliesslich sei die Trennungsvereinbarung von der Gemeindeschreiberin initiiert worden.

Bevölkerung zeigt wenig Verständnis

Bei den Einwohnerinnen und Einwohnern kam die Nachricht vom Abgang der Gemeindeschreiberin Wüthrich gar nicht gut an. Die gemeinderätliche Formulierung, man bedauere den Weggang, sei angesichts der Freistellung der Schreiberin «grotestk, unaufrichtig und verletzend», kritisierte etwa ein Kommentarschreiber auf der «Glattfelden»-App.

«Den Weggang von Beatrice Wüthrich kann und will ich nicht einfach so hinnehmen. Wie sicher viele andere auch, habe ich mich gefragt, warum eine so kompetente Gemeindeschreiberin nach 25 Jahren ihren Arbeitsplatz verlässt», so die Reaktion in einem weiteren Kommentar.

Nicht zuletzt war die Meldung über Wüthrichs Zukunft aber auch Anlass für viele Glattfelderinnen und Glattfelden, auch sonst den Gemeinderat zu kritisieren. Die Gerüchteküche brodelt, viele vermuten, die aktuellen Mitglieder der Behörde könnten kaum miteinander zusammenarbeiten und das Klima im Gemeinderat sei schlecht.

Erstellt: 23.07.2019, 17:28 Uhr

Artikel zum Thema

Wie zerstritten ist Glattfelden?

Glattfelden Nachdem die langjährige Gemeindeschreiberin freigestellt wurde, gehen die Wogen in Glattfelden hoch. Die Bevölkerung ist besorgt über die politische Situation im Dorf. Mehr...

Schweigen ist nicht immer Gold

Kommentar ZU-Redaktor Manuel Navarro kommentiert die Misstöne rund um den Glattfelder Gemeinderat im Zuge der Freistellung von Gemeindeschreiberin Beatrice Wüthrich. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare