Dietlikon

Schüler ernten ihr eigenes Gemüse

Beim Coop in Dietlikon stehen seit ein paar Wochen mehrere Hochbeete, die mit Gemüse und Kräutern bepflanzt sind. Schüler der Sekundarschule Bruggwiesen aus Brüttisellen betreuen diese im Rahmen eines Schulprojektes.

Audrey, Viola, Luka und Seya (von links) lassen sich auch bei heissem Wetter nicht davon abhalten für «ihren» Garten zu sorgen.

Audrey, Viola, Luka und Seya (von links) lassen sich auch bei heissem Wetter nicht davon abhalten für «ihren» Garten zu sorgen. Bild: Sibylle Ratz

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Die Sonne brennt an diesem späten Nachmittag heiss auf die asphaltierte Fläche vor dem Eingang zum Coop Megastore in Dietlikon. Trotzdem gehen Luka und Seya, beide 12 Jahre alt und seit wenigen Tagen Sekundarschüler im Schulhaus Bruggwiesen, mit Überzeugung ans Werk. Gefüllte Giesskanne um Giesskanne schleppen sie zu den bepflanzten Hochbeeten und versorgen sie mit Wasser. Unterstützt werden die beiden von Audrey (12) aus der Parallelklasse, die spontan mitgekommen ist.In den Beeten sind im Rahmen eines Schulprojektes seit Ende Juni Tomaten, Zucchini, Peperoni, Chili und Kräuter angepflanzt.

Das heranwachsende Gemüse und die Kräuterpflanzen aus ihrem Bio-Schulgarten dürfen die Schüler ernten und mit nach Hause nehmen. Urs Kamber (62) ist der Lehrer der Erstklassen-Oberstufen-Schüler. Seine neue Klasse, die erst vor wenigen Tagen gestartet ist, setzt sich aus Schülern von zwei Schulhäusern und fünf verschiedenen Klassen zusammen. Da das Projekt bereits vor den Sommerferien startete, galt es, die anderen Lehrer, die Eltern und nicht zuletzt die Schüler dafür zu begeistern. «Es war schon eine logistische Herausforderung», gesteht Kamber.

Auch während den Sommerferien haben die Schüler in Zweier- oder Dreiergruppen alle zwei Tage die Pflanzen gegossen. Wenn jemand mal ausgefallen ist, mussten die Schüler selbst Ersatz organisieren. Ab und zu haben Eltern mitgeholfen, Kamber selbst oder die Mitarbeiter von Coop.

«Es war schon eine logistische Herausforderung»Urs Kamber

«Die Schüler sollen sehen, was dahinter steckt, wenn sie im Laden Gemüse einkaufen. Ausserdem gab es sowohl mir, wie auch den Schülern Gelegenheit, sich gegenseitig schon vor dem Schulstart in die Oberstufe kennenzulernen», sagt Kamber. Das Pflanzprojekt wird auch Einfluss auf verschiedene Schulfächer haben. So sollen die Schüler beispielsweise beim Kochen lernen, das Gemüse zu verwerten oder haltbar zu machen.

Mittlerweile ist auch Mitschülerin Viola eingetroffen und übernimmt noch eine letzte Runde Giessen. Nach der Anstrengung geben die Schüler bei einem kühlen Getränk und im Schatten Auskunft, was sie denn von dem Projekt halten. Luka sagt: «Ich finde das eine gute Idee. Ausserdem verdienen wir damit noch etwas dazu für unser Klassenlager. Dann können wir sicher etwas Lässiges machen.»

Projekt auf Schulhof geplant

Auch Seya kommt trotz der Hitze gerne hierher: «Mir macht es Spass zu sehen, wie die Pflanzen wachsen. Das Giessen ist wichtig.» Die Kinder konnten schon kleine Chilischoten, die im Hochbeet gewachsen sind, mit nach Hause nehmen. Die Tomaten werden demnächst reif sein. Nur die angepflanzten Zucchini haben bis jetzt keine Früchte gebildet. Woran es liegt, weiss auch Kamber nicht. «Wir werden das sicher auch noch mit René Sgier vom Biohof Imhof anschauen. Er hat uns beraten und die Setzlinge zur Verfügung gestellt.»

«Ich bin positiv überrascht, dass alles so gut geklappt hat», sagt Kamber. Markus Eugster, Leiter Kommunikation der zuständigen Verkaufsregion, ist ebenfalls sehr erfreut, wie das Projekt läuft. «Es handelt sich um ein lokales, einzigartiges Projekt, was einem engagierten Geschäftsführer und einem ebenso engagierten Lehrer zu verdanken ist. Aber ich bin selbst erstaunt, für wie viele Kinder so ein Garten eben nicht selbstverständlich ist. Toll finde ich, wie die Schüler dem Garten bisher Sorge getragen haben.» Kamber möchte die Hochbeete in Zukunft zusammen mit den Schülern am liebsten auf dem Schulhausareal auch weiterhin bepflanzen. Das würde auch den Kindern gut gefallen, wie sie bestätigen.

Audrey, die heute spontan mitgekommen ist, meint: «Ich habe mich gut gefühlt, helfen zu können.» Und auch Viola sagt: «Ich finde das ein spannendes Projekt. Mit dem eigenen Bio-Klassengarten lernen wir viel.» Jetzt muss Lehrer Kamber nur noch den Hauswart von der Idee überzeugen.

Erstellt: 30.08.2018, 15:57 Uhr

Infobox

Am 7. Oktober, einem verkaufs-offenen Sonntag, wollen die Schüler an einem Stand eigene Produkte verkaufen, die sie aus dem Bio-Garten geerntet und haltbar gemacht haben. Der Erlös fliesst in die Klassenkasse.

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