Buchs

Senevita eröffnet in Buchs eine Altersresidenz mit Pflegeplätzen

Die Senevita Mülibach eröffnet am Dienstag eine Pflegeabteilung mit 69 Plätzen. Die ersten Alterswohnungen sind bereits vermietet. Das Geschäft mit älteren Menschen boomt.

In der Cafeteria treffen sich die Senevita-Bewohnerinnen für einen Schwatz.

In der Cafeteria treffen sich die Senevita-Bewohnerinnen für einen Schwatz. Bild: Sibylle Meier

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18 Wohnungen sind im vierstöckigen Neubau der Senevita Mülibach beim Bahnhof Buchs-Dällikon untergebracht. Am Dienstag eröffnet nun auch die Pflegeabteilung. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen: Fünf Personen haben sich in den Alterswohnungen eingerichtet. Sechs Personen ziehen in den nächsten Tagen in die Pflegeabteilung ein.

Vier 1-Zimmer- und vierzehn 2-Zimmer-Wohungen vermietet die Pflegeheimgruppe mit Sitz in Muri (BE). Die kleinen Wohnungen kosten zwischen 2320 und 2570 Franken, jene mit zwei Zimmern zwischen 2470 und 3550 Franken. Werden die beiden Zimmer von zwei Personen bewohnt, kostet das 900 Franken zusätzlich Im Preis inbegriffen sind das Mittagessen, ein 24-Stunden-Notruf und die wöchentliche Reinigung.

Im Wohnort bleiben

Die Gemeinde Buchs hat eine Leistungsvereinbarung mit der Senevita abgeschlossen und damit die Langzeitpflege privatisiert. Bislang haben ältere Buchser, die nicht mehr selbständig zu Hause leben konnten, einen Platz im Alters- und Pflegeheim Furttal in Regensdorf beanspruchen können. Pflegebedürftige und demente Patienten einen Platz im Gesundheitszentrum Dielsdorf. Das ist jetzt anders. Buchs hat den Anschlussvertrag mit dem Alters- und Pflegeheim Furttal gekündet. Beim Gesundheitszentrum Dielsdorf hingegen bleibt man Trägergemeinde.

«Die Leute sind frei in der Wahl ihres Pflegezentrums. Die Senevita garantiert uns, dass sie sämtliche Pflegefälle aus Buchs übernimmt.»Thomas Vachelli,
Gemeindepräsident Buchs

Gemeindepräsident Thomas Vacchelli sagt: «Die Leute sind frei in der Wahl ihres Pflegezentrums. Die Senevita garantiert uns, dass sie sämtliche Pflegefälle aus Buchs übernimmt.» Wenn jemand aber nach Dielsdorf oder in ein anderes Pflegezentrum übersiedeln will, so übernehme Buchs wie vom Gesetz verlangt die Normkosten. Denselben Betrag also, den die Gemeinde auch für die Buchser Bewohner in der Senevita-Pflegeabteilung bezahle.

Wer wieviel an die Pflegekosten bezahlen muss, ist auf der Website der Senevita Mülibach aufgelistet: Bei mittleren Pflegebedarf, der sechsten von zwölf Pflegestufen, zahlt die Krankenkasse 54 Franken, die Person 21.60 und die Gemeinde 90.70. Bei der teuersten Stufe mit der intensivsten Pflege zahlt die Krankenkasse 108 Franken, die Person 21.60 Franken und die Gemeinde satte 222.60 Franken pro Tag.

Im Pflegefall zahlt Buchs mit

Die Gemeinde muss die Pflegekosten ihrer Einwohner mitfinanzieren. Ziehen nun Bewohner anderer Gemeinden in die Alterswohnungen nach Buchs, gelten sie als Einwohner. Werden sie später pflegebedürftig, so bezahlt die Wohngemeinde mit. Laut Senevita-Mediensprecherin Daniela Flückiger sind von den elf Personen, die eine Alterswohnung bezogen oder einen Pflegeplatz reserviert haben, sieben aus Buchs. Die übrigen kommen aus Zürich, Regensdorf, Würenlos und Otelfingen.

Die Senevita zieht also Kundschaft aus anderen Gemeinden an. Laut Vacchelli eine unglückliche Situation. Er gehe aber davon aus, dass der Grossteil der Personen in den Alterswohnungen aus Buchs ist. Er rechne darum nicht mit hohen Mehrkosten für die Gemeinde. «Bei nur 18 Wohnungen ist das Risiko von vielen Auswärtigen sowieso nicht sehr gross.»

Keine Demenzabteilung

Vacchelli streicht die Vorteile eines Angebots im eigenen Dorf heraus. Auch wenn sich viele Buchser ein Alterszentrum näher beim Dorfkern gewünscht hätten, so können sie jetzt doch in der eigenen Gemeinde bleiben. Er lobt die Räumlichkeiten und das Angebot der Senevita: «Wir sind sehr zufrieden.»

«Wer eine Alterswohnung bezieht und dann pflegebedürftig wird, kann bleiben.»Daniela Flückiger,
Senevita-Gruppe

Die Senevita bietet ein lebenslanges Betreungsangebot. Flückiger: «Wer eine Alterswohnung bezieht und dann pflegebedürftig wird, kann bleiben.» Eine spezialisierte Demenz-Abteilung gibts in Buchs nicht, aber einen geschützten Bereich. Die Senevita Mülibach nimmt auch Menschen mit Demenz auf.

Regensdorf wehrt sich gegen Senevita

Sind private Pflegeheime Fluch oder Segen? Jenes der Senevita AG ist in der Gemeinde Buchs willkommen. Die Firma hat kürzlich mit Gemeindevertretern die Eröffnung ihres 27. Standorts gefeiert. Nicht willkommen ist die Senevita hingegen in der Gemeinde Regensdorf. Denn diese ist Trägergemeinde des Alters- und Pflegeheims Furttal und ist beim Pflegezentrum Dielsdorf beteiligt.

Die Regensdorfer Behörden befürchten mit dem Eintritt eines weiteren Anbieters ein Überangebot an Pflegeplätzen, was zu leeren Betten und damit zu hohen Kosten führt. Zudem ziehen private Anbieter wie die Senevita alte Menschen aus anderen Gemeinden und damit hohe finanzielle Risiken an. Die Gemeinde Regensdorf wehrt sich darum gegen einen Neubau der Senevita mit 94 Alterswohnungen und 40 Pflegezimmern.

Rekurs verzögert das Bauprojekt

Das Pflegeheim würde in die geplante Wohnüberbauung der Pensionskasse BVK integriert. Das Bauprojekt mit 380 Wohnungen ist im Dreieck Strafvollzugsanstalt Pöschwies, Einkaufszentrum und Ortszentrum geplant. Der Gemeinderat Regensdorf hat gegen dieses Einsprache erhoben. Wie es nun für die Senevita in Regensdorf weitergeht ist offen. BVK-Mediensprecher Christian Brütsch schreibt auf Anfrage: «Der Rekurs ist nach wie vor hängig. Zu einem laufenden Verfahren können wir keine Stellung abgeben.»

Erstellt: 27.09.2019, 17:54 Uhr

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