Betrug

Shaqiri für Aktien-Beschiss missbraucht

Wertlose Aktien verkauft – die versprochenen Beteiligungen an Fussballern waren reine Phantasie.

Es wurde der Eindruck vermittelt, die Gesellschaft sei an Xherdan Shaqiri und ähnlich vielversprechenden Spielern beteiligt.

Es wurde der Eindruck vermittelt, die Gesellschaft sei an Xherdan Shaqiri und ähnlich vielversprechenden Spielern beteiligt. Bild: Reto Oeschger

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Umgerechnet gut 7 Milliarden Schweizer Franken haben die Fussballklubs im letzten Jahr weltweit für Transfers von Spielern ausgegeben; mehr denn je. Der teuerste Wechsel war für 200 Millionen Franken jener von Kylian Mbappé, Statt für AS Monaco stürmt der 20-Jährige nun für den Club Paris Saint-Germain, der einer katarischen Investorengruppe gehört. Jahr für Jahr werden für etliche Spieler Millionenbeträge als Ablöse bezahlt.

Manch ein Durchschnittssportler – mit einem Bier in der Hand vor dem TV sitzend – mag sich da denken: «Würde ich doch nur einen winzigen Anteil an einem dieser Fussballer besitzen.» Solche und ähnliche Gedankenspiele hat sich ein mutmasslicher Betrüger schon vor Jahren zunutze gemacht.

Risiko heruntergespielt

Laut Anklageschrift der Zürcher Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität soll der Beschuldigte zwischen 2011 und 2013 rund 55 Personen betrogen haben. Es geht um 2,5 Millionen Franken. Meist via einen ahnungslosen Vermittler verkaufte er Aktien einer Gesellschaft, deren Verwaltungsrat, Geschäftsführer und Mehrheitsaktionär er war.

Den Investoren, die meist mehrere zehntausend Franken einsetzten, wurde das Blaue vom Himmel versprochen. Mit dem Erwerb der Aktien würden sie an Transferrechten, insbesondere von Fussballspielern, partizipieren. Die Firma werde die Aktien nach einer Laufzeit von drei bis dreieinhalb Jahren zu einem höheren Preis zurückkaufen. Für die Anleger bestehe selbst dann kein Risiko, sollte die Firma Konkurs gehen. Die Beteiligungen an den Spielern würden in diesem Fall weiter existieren. Der Slogan des Unternehmens: «Ihr Partner für eine stabile und nachhaltige Zukunft.»

Alles Lug und Trug

In zwei Werbebroschüren wurde laut Anklageschrift auf einer ganzen Seite der Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri vorgestellt. Insbesondere ging es um die Entwicklung seines Marktwertes von Null auf 16,5 Millionen Franken innert zweier Jahre. Es wurde der Eindruck vermittelt, die Gesellschaft sei an Shaqiri und ähnlich vielversprechenden Spielern beteiligt.

Alles Lug und Trug. Die Firma habe nie Rechte an Sportlern erworben, hält die Staatsanwaltschaft fest. Der Beschuldigte habe mit dem Geld vielmehr seine persönlichen Lebenskosten und die Kosten der Firma gedeckt. Zudem soll er einen Teil der Lohnabzüge, die er bei seinen Angestellten vornahm, ebenfalls für eigene Zwecke verwendet haben. Die Aktien seien von allem Anfang an wertlos gewesen. Die betroffene Firma wurde im Januar 2015 gelöscht, die Investoren haben ihr Geld nicht wiedergesehen.

Der Beschuldigte soll unter anderem wegen gewerbsmässigem Betrug, Urkundenfälschung und Misswirtschaft verurteilt werden. Der Staatsanwalt fordert eine unbedingte Freiheitsstrafe von fünf Jahren und eine bedingte Geldstrafe. Ende Mai steht die Verhandlung am Bezirksgericht Zürich an. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Erstellt: 03.05.2019, 19:57 Uhr

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