Glattfelden/Stadel

Stadler Gemeindeschreiber wechselt nach Glattfelden

Letztes Jahr stellte der Gemeinderat von Glattfelden die Schreiberin nach 25 Jahren Amtszeit frei. Ab dem 1. August wird das Amt von Valentino Vinzens übernommen. Dieser legt dafür das Gemeindeschreiberamt in Stadel ab.

Seit Monaten ist das Gemeindeschreiberamt in Glattfelden nur ad interim besetzt.

Seit Monaten ist das Gemeindeschreiberamt in Glattfelden nur ad interim besetzt. Bild: Paco Carrascosa

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In den Unterländer Gemeinden findet gerade eine regelrechte Rochade um die Gemeindeschreiberämter statt: Erst im Januar übernahm die ehemalige Gemeindeschreiberin von Glattfelden die gleiche Stelle in Hochfelden an. Nun hat auch Glattfelden angekündigt, dass das Amt wieder fest besetzt werden konnte. Im Sommer wird neu Valentino Vinzens Gemeindeschreiber von Glattfelden sein – und gibt damit seine Stelle in Stadel auf.

Über vier Jahre lang leitete der 30-Jährige das Steueramt und wurde 2014 Gemeindeschreiber. «Ich bin nun bereits seit über 10 Jahren in der Gemeindeverwaltung von Stadel», sagt Vinzens. «Es war an der Zeit, eine neue Herausforderung auf mich zu nehmen.» Neben der Grösse von Glattfelden – die Nachbargemeinde hat mehr als doppelt so viele Bewohnerinnen und Bewohner – reizen ihn besonders die Projekte und Themen, die die Gemeinde in nächster Zeit beschäftigen werden.

«Ich bin nun bereits seit über 10 Jahren in der Gemeindeverwaltung von Stadel. Es war an der Zeit, eine neue Herausforderung auf mich zu nehmen.»Valentino Vinzens, bis im Sommer noch Gemeindeschreiber von Stadel

So steht eine Reorganisation der Verwaltung und Neuerungen in der Informatik an. Aber auch in der Infrastruktur besteht Nachholbedarf: «Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass das Gemeindehaus in Glattfelden aus allen Nähten platzt und eine neue Lösung gesucht wird.» Weiter könne er sich in Glattfelden wieder ganz auf die Kernaufgaben des Gemeindeschreibers konzentrieren. In Stadel, wo er zusätzlich das Bauamt leitete, kam dieser Aspekt seiner Arbeit manchmal zu kurz.

Kein unbeschriebenes Blatt

Dass Gemeindeschreiber in Nachbargemeinden ziehen, ist nicht unüblich. Die Erfahrung und Nähe zur Region macht sie zu besonders gefragten Kandidaten. Vinzens wurde von Glattfelden aber nicht direkt angefragt: «Wir haben eine externe Firma mit der Suche beauftragt», erklärt Gemeindepräsident Ernst Gassmann (FDP) auf Anfrage. «Herr Vinzens hat sich darauf gemeldet und nach dem üblichen Bewerbungsverfahren sind wir zum Schluss gekommen, dass er sehr gut zu Glattfelden passen würde.»

Ein gänzlich unbeschriebenes Blatt ist die Beziehung zwischen Vinzens und dem Gemeinderat jedoch nicht. «Wir haben Herrn Vinzens ja sozusagen schon gekannt», sagt Gassmann. «Da wir zusammen mit den Gemeinden Stadel und Weiach einen Sicherheitszweckverband haben, treffen sich die Gemeinderäte und Gemeindeschreiber ein bis zwei Mal im Jahr zum Austausch.»

Hansruedi Steinmann, der das Amt seit Oktober ad interim besetzt, habe laut Gassmann seine Aufgaben zwar gewissenhaft übernommen. Eine Festanstellung hatte dieser aber abgelehnt: «Herr Steinmann wäre ebenfalls ein sehr guter Kandidat gewesen. Da er aber selbstständig ist und sein eigenes Unternehmen führt, stand diese Variante nie zur Diskussion.»

Skandalbehaftetes Amt

Das Glattfelder Gemeindeschreiberamt war in jüngster Zeit mit viel Aufruhr verbunden. Als der Gemeinderat im Juli überraschend ankündigte, das Anstellungsverhältnis mit der ehemaligen Gemeindeschreiberin aufzulösen, reagierten Teile der Bevölkerung mit Unverständnis und machten ihrem Ärger auch in der Glattfelden-App Luft. Die Umstände, unter welchen die Gemeindeschreiberin nach 25 Jahren freigestellt wurde, heizten die Gerüchteküche an. Monatelang beschäftigte der Skandal die Gemeinde. Vier Ortsparteien forderten im August sogar der Rücktritt von Gemeindepräsident Gassmann.

«Die grösste Herausforderung sehe ich darin, dass in Glattfelden alle – der Gemeinderat, die Verwaltung und die Bevölkerung – wieder an einem Strick ziehen.»Valentino Vinzens, künftiger Gemeindeschreiber von Glattfelden

Dass er das Amt in einer für Glattfelden schweren Zeit übernimmt, ist Vinzens bewusst. Die Vorfälle vom letzten Sommer lässt er aber unkommentiert. Stattdessen will er sich darauf konzentrieren, was die Zukunft bringt: «Die grösste Herausforderung sehe ich darin, dass in Glattfelden alle – der Gemeinderat, die Verwaltung und die Bevölkerung – wieder an einem Strick ziehen», sagt er. «Ich bin aber sehr zuversichtlich.»

Erstellt: 11.02.2020, 17:39 Uhr

Bisher noch in Stadel tätig: Valentino Vinzens. (Bild: PD)

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