Bülach

Stadtblatt-Initiant wehrt sich gegen Aussagen von SVP-Politikern

Andreas Nievergelt schreibt im aktuellen Stadtblatt, wieso die Zeitung finanziell unterstützt werden soll.

«Die Zeitungen werden auf der Website bis zu 1900 Mal pro Ausgabe heruntergeladen», sagt Andreas Nievergelt.

«Die Zeitungen werden auf der Website bis zu 1900 Mal pro Ausgabe heruntergeladen», sagt Andreas Nievergelt. Bild: Screenshot, sb8180.ch

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Eine Pressemitteilung des Bülacher Stadtrats sorgte kürzlich für Diskussionen. Der Grund: Ein geplanter Zustupf für das «Stadblatt Bülach» in der Höhe von jährlich 50000 Franken – befristet auf vier Jahre. Dieses Geschäft muss jedoch zuerst vom Parlament genehmigt werden. Der «Zürcher Unterländer» fragte deshalb bei den Fraktionspräsidenten nach, was sie vom Antrag des Stadtrats halten (Ausgabe vom 13. Juli).

Während sich die meisten Parlamentarier zurückhaltend äusserten, drückte sich SVP/EDU-Fraktionspräsident Thomas Obermayer bereits relativ klar aus: «Das Vorgehen des Stadtrates ist eine klare Missachtung des Volkswillens. 2015 hat sich das Bülacher Stimmvolk klar gegen eine öffentliche Finanzierung eines Stadtblattes entschieden.» Jetzt durch die Hintertüre eine private Zeitung zu subventionieren, sei nicht nur frech, sondern auch aus demokratischer Sicht äusserst fragwürdig. Der Bülacher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid gab seine Meinung über Twitter kund: «Eine nicht rentable und defizitäre Papierzeitung zu subventionieren, ist eine Verletzung des Wählerwillens.» Er sagt: «Sollte das Parlament der Leistungsvereinbarung zustimmen, werden wir das Referendum ergreifen.

«Bülacher stimmten nicht gegen ein Printprodukt»

Gestern erschien die neuste Ausgabe des Stadtblatts. Auf der Titelseite holt Initiant Andreas Nievergelt zum Gegenschlag aus. «Dass man, ohne den effektiven Antrag und die Weisung zu kennen, bereits vollmundig von Referendum sprechen kann, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar», schreibt er.

Zuerst nimmt Nievergelt Stellung zur Abstimmung aus dem Jahr 2015. Damals hat sich die Bülacher Bevölkerung an der Urne relativ klar gegen die öffentliche Finanzierung eines Stadtblatts ausgesprochen. Nievergelt erwidert: «Die Bülacherinnen und Bülacher sagten 2015 Nein zu einem Hochglanzmagazin mit 40 und mehr Seiten, welches elfmal pro Jahr erschienen wäre und 110000 Franken gekostet hätte.» Sie hätten damit aber nicht gesagt, dass sie grundsätzlich gegen ein Bülacher Printprodukt wären. «Das heutige Stadtblatt erscheint 25-mal, auf Zeitungspapier, und würde nur eine städtische Beteiligung von 50000 Franken kosten.»

Mit Geld der Stadt eine App aufschalten

In der Leistungsvereinbarung werde unter anderem die Einführung einer App aufgelistet sein. «Soviel zum Vorwurf, lediglich eine Papierzeitung zu sein», schreibt Nievergelt. Das «Stadtblatt Bülach» werde zudem sehr gut gelesen. «Die Zeitungen werden auf der Website bis zu 1900 Mal pro Ausgabe heruntergeladen.»

Der Gemeinderat wird nach den Sommerferien Antrag und Weisung erhalten. Für den Initianten ist klar: «Der Stadtrat hat sich für die Unterstützung des Stadtblatts entschieden, weil er dessen Nutzen erkannt hat.»

Erstellt: 19.07.2019, 18:21 Uhr

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