Kloten

Stadträtin kämpft für Asylzentrum

Weil die alten Baracken bald weg müssen, plant die Stadt Kloten eine neue Asylunterkunft. Trotz Kosten von 3,7 Millionen Franken steht die Politik klar dahinter. Der definitive Entscheid fällt an der Urne.

Müssen weg: Die Container am Rand eines Wohnquartiers neben der Stiftung Pigna in Kloten.

Müssen weg: Die Container am Rand eines Wohnquartiers neben der Stiftung Pigna in Kloten. Bild: Balz Murer (Archiv)

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Es geht um Millionen und Migration. Mit Meinungsverschiedenheiten muss deshalb gerechnet werden. Darum geht die zuständige Klotener Stadträtin Gaby Kuratli (CVP) bereits jetzt – über drei Monate vor dem Urnengang – in die Offensive und eröffnet den Abstimmungskampf für eine neue Asylunterkunft. Denn für die Sozialvorsteherin steht ein wegweisender Entscheid von grosser Tragweite an. Kuratli hat deshalb schon jetzt eine schriftliche Stellungnahme verschickt, worin sie auch ihren persönlichen und privaten Bezug zum Projekt nennt.

«Ich habe aus der Nachbarschaft keine negativen Äusserungen zu den Bewohnern der Asylunterkunft gehört.»Gaby Kuratli, Stadträtin Kloten

Die Stadt Kloten benötigt dringend Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende. Das Problem: Die alten Containermodule am Rand eines Wohnquartiers gleich neben der Stiftung Pigna müssen weg. Zu alt, nicht mehr bewilligungsfähig und vor allem weil die heutige Unterkunft einem Erweiterungsbau besagter Stiftung, welche sich um behinderte Menschen kümmert, im Weg steht, wird die Barackensiedlung an der Rankstrasse bald abgerissen werden.

Sonst wirds doppelt so teuer

Die Stadtregierung hatte zuletzt drei alternative Standorte geprüft. Doch das bisherige Grundstück ist «am besten geeignet», schreibt Kuratli, «zumal sich dieses auch schon bewährt hat». Sie selber wohne nur 200 Meter weiter und sei im Quartier stark vernetzt. «Ich habe aus der Nachbarschaft keine negativen Äusserungen zu den Bewohnern der Asylunterkunft gehört.» Für rund 3,7 Millionen Franken will Kloten also ein neues Gebäude erstellen, das auf das Nötigste reduziert ist, flexible Raumeinteilungen zulässt und bis zu 64 Personen beherbergen kann. Kommt die neue Unterkunft nicht, müssten die Behörden über die ganze Stadt verteilt Wohnungen anmieten, erklärt Kuratli. Was nicht nur «schwierig bis kaum möglich» sei, sondern langfristig gar doppelt so teuer wäre wie ein Neubau.

Das letzte Wort hat die Klotener Bevölkerung am 19. Mai, wenn an der Urne über den Kredit fürs neue Asylzentrum abgestimmt wird. Davor findet schon am 14. März ein Orientierungsanlass statt. Der Stadtrat mit Sozialvorsteherin Gaby Kuratli informiert an diesem Abend ab 19 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus über das Projekt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 30.01.2019, 17:28 Uhr

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