Hochfelden

Steuerfüsse gleichen sich aus

An der Gemeindeversammlung Hochfelden sorgte das neue Rechnungsmodell HRM2 für einige Fragen.Der Steuerfuss der Politischen Gemeinde bleibt bei 44 Prozent, während er bei der Primarschulgemeinde auf 54 Prozent steigt. Der scheidende Schulleiter wurde für seine Arbeit gelobt.

Die Gemeindeversammlung von Hochfelden hat unter anderem den Abwasser-Anschlussvertrag einstimmig angenommen.

Die Gemeindeversammlung von Hochfelden hat unter anderem den Abwasser-Anschlussvertrag einstimmig angenommen. Bild: Screenshot Google Maps

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Die Bevölkerung von Hochfelden stimmte an der Gemeindeversammlung von Mittwochabend über die Finanzen sowohl der Politischen als auch der Primarschulgemeinde ab. Das Budget 2019 wurde den 59 Stimmberechtigten (4,5 Prozent) erstmals nach den Vorschriften der neuen Rechnungslegung harmonisiertes Rechnungsmodell 2, kurz HRM2, unterbreitet.

Votant Peter Ogi stellte sein Begehren in den Raum, der Gemeinderat möge doch dem Abstimmungsbüchlein ein Glossar anhängen, «damit auch ein Laie versteht, wie sich der Selbstfinanzierungsgrad einer Gemeinde neu berechnet». Genau dieser Selbstfinanzierungsgrad von aktuell gerade mal 4% sorgte bei einigen Stimmberechtigten für rote Köpfe, da dieser sehr tief unten liege, wie ein weiterer Votant feststellte.

Systemumstellung gewohnheitsbedürftig

Gemeindeschreiber Thomas Lüssi verwies auf einen möglichen Fehler in Zusammenhang mit der neuen Software. Er merkte ausserdem an, dass man aufgrund neuer Positionen in der Buchhaltung das alte Budget nicht direkt mit dem neuen vergleichen könne.

«Wir hatten einige Systemabstürze», erklärte Gemeindepräsidentin Simone Caneppele. Nachdem sich die Diskussion nach den Erläuterungen von RPK-Präsident Beat Ruffieux beruhigt hatte, sprach der Souverän dem Gemeinderat sein Vertrauen aus und genehmigte einstimmig das Budget mit unverändertem Steuerfuss von 44%. Bei einem Gesamtaufwand von 8,1 Millionen und einem Gesamtertrag von 7,9 Millionen Franken wurde ein Aufwandüberschuss von 114 000 Franken prognostiziert.

Gemeindepräsidentin Simone Caneppele gab noch Einzelheiten bekannt. So falle die Entschädigung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) mit 80 000 Franken relativ hoch aus, dafür sei der Betrag für Sozialhilfe mit 292 000 Franken deutlich geringer als im Vorjahr mit 472 000 Franken. Da die Bevölkerung Wert auf gut unterhaltene Strassen lege, schlage der Posten Gemeindestrassen mit 208 000 Franken ebenfalls recht hoch zu Buche. Erfreuliche Einnahmen seien der Gewinnanteil der ZKB mit 135 000 sowie die allgemeinen Steuereinnahmen von 2,1 Millionen Franken.

Vom Finanzausgleich des Kantons Zürich erhält die Schul­gemeinde 1,7 Millionen und die Politische Gemeinde 1,1 Millionen Franken. Für die Sanierung von Tor und Dach des Feuerwehrhäuschens seien 60 000 und für die Aufwertung des Dorfweihers 20 000 Franken vorgesehen.

Abwasser fliesst weiter nach Bülach

Ebenfalls einstimmig angenommen wurde der Abwasser-Anschlussvertrag. Seit 1976 besteht zwischen der Stadt Bülach und den Gemeinden Bachenbülach, Hochfelden, Höri und Winkel ein Vertrag über die Abnahme und Verarbeitung des Abwassers. Nun wird im neuen Anschlussvertrag festgelegt, dass Hochfelden das Recht hat, sein Abwasser in die ARA Furt zu leiten. Die Betriebs- und Investitionskosten werden dabei durch einen Schlüssel mit Einwohner- und Einwohnergleichwerten geteilt. Entsprechend kommt Hochfelden im Jahr 2019 auf eine Kostenbeteiligung von 5,2%, was etwas tiefer ist als im Jahr 2017 mit 5,4%.

Je ein Plus und Minusbeim Steuerfuss

Genau gleich viele Stimmberechtigte zählte die Versammlung der Primarschulgemeinde, nämlich 59. Zum ersten Mal stand dabei Martin Schweizer, Ressortleiter Finanzen, vor dem Publikum und präsentierte «sein» Budget, das ebenfalls nach HRM2 erstellt worden war. Der Voranschlag 2019 sieht bei einem Aufwand von 4,1 Millionen und einem Ertrag von 4,08 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 29 000 Franken vor.

Um Investitionen wie die Sanierung der Wasserleitungen im Schulhaus Wisacher, den Ersatz der Beleuchtung des Sportplatzes und die Erneuerung des Sandkastens im Kindergarten Brestenbühl zu finanzieren, wurde eine Steuerfusserhöhung um 1% auf neu 54% empfohlen. Dies habe keine Auswirkungen auf den Steuerzahler, da die Sekundarschule Bülach den Steuerfuss um 1% senke, erläuterte Schweizer.

Für die Rekrutierung eines neuen Schulleiters werde einBetrag von 5000 Franken budgetiert. Nachdem das Budget und die Steuerfusserhöhung mit grossem Mehr angenommen worden waren, liess Schulpflegepräsidentin Eva Albrecht verlauten, dass der langjährige Schulleiter Werner Stühlinger per Ende Schuljahr 2018/2019 in Pension gehen wird. Mit einem spontanen Applaus würdigte das Publikum dessen langjähriges Engagement. Auf den Höhepunkt seiner Laufbahn in Hochfelden angesprochen, nannte er die Projektwoche «Schule im Dorf».

Damals mussten die Schüler aufgrund von Umbauarbeiten temporäre Schulstuben einrichten. «Ein einmaliges Erlebnis für alle», sagte Stühlinger, der mit «zwei tränendenAugen» eine gut funktionierende Schulgemeinde verlassen werde.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.12.2018, 10:53 Uhr

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