Tour de Suisse

Tour-de-Suisse-Tross im Unterländer Regenguss

Schweizer Radsportfans versammelten sich gestern quer durchs Unterland an den Strassenrändern. Der Regen während dieser dritten Tour-de-Suisse-Etappe bremste das Feld zwar etwas, tat aber der Volksfeststimmung am steilsten Anstieg in der Region keinen Abbruch.

Wohl des Regens wegen hielt sich das Zuschauerinteresse an der Tour de Suisse in Bülach in Grenzen.
Video: Michael Caplazi

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«Ist das ein Töffrennen hier?», hört man sie scherzen, als eine ganze Motorradarmada angebraust kommt. Länger als erwartet harren die vielen Schaulustigen an diesem Montagmittag schon vor dem Berghof hoch über Rorbas aus.

Es giesst, doch das soll Bauer Walter Wyss nur recht sein: «Ich habe gestern geheuet, so kann ich heute mit gutem Gewissen freimachen.» Nicht alle Tage führt die Tour de Suisse direkt an seinem Hof vorbei. Nun stehen draussen Bänke und ein Tisch mit Getränken. Man bedient sich, ein «Kässeli» steht nebendran. Zudem brutzeln unter dem Vordach Würste auf einem Grill. Nur dumm, dass Simon Habegger, der die Idee dazu hatte und mit seiner Familie ebenfalls hier wohnt, nicht dabei sein kann. «Er konnte nicht freinehmen», sagt Wyss. So fiebert seine Frau mit den Kindern halt ohne ihn der Ankunft der Tour de Suisse entgegen.

Mit sieben Minuten Rückstand auf die Marschtabelle kämpfen sich die ersten drei Radprofis auf der schmalen Nebenstrasse rund 100 Höhenmeter von Rorbas hinauf zum kleinen Festplatz auf dem Berghof. Es ist das Führungstrio mit einem Australier, einem Italiener und einem Franzosen. Die Schweizer Aushängeschilder Mathias Frank, Michael Albasini und Gesamtleader Stefan Küng halten sich zu diesem Zeitpunkt im Feld auf, das bald auch auftauchen sollte.

Alphornkonzert beim Berghof

Aus Embrach ist Peter Zbinden gekommen und steht nun mit seinem erwachsenen Sohn Olivier und den andern Radsportfans unter der grossen Linde vor dem Berghof. Olivier war selber einst im Veloclub Embrach und führt heute ein Zweiradgeschäft in Kloten. «Wir haben heute geschlossen», meint er lachend. «Klar, dass ich jetzt hier bin.» Dann nähern sich die ersten Fahrer. «Wartet noch!», ruft Markus Güttinger seinen Kollegen zu, «jetzt ist gut.» – Es erklingen fünf Alphörner.

Dazu bugsiert ein Fahnenschwinger gekonnt das weisse Kreuz auf rotem Grund in den nassen, grauen Himmel. Motorradpolizisten winken spontan, einer hält gar an für einen kurzen Schwatz. Die Männer in ihren Uniformen der Alphorn- und Fahnenschwingergruppe Zürcher Unterland lösen dem ­Regen zum Trotz ganz offensichtlich helle Freude aus beim Tourtross auf der Durchfahrt nach Gansingen im Aargau.

«Das war gut»

Nur die Fahrer quälen sich scheinbar unbeirrt an den Fans und der musikalischen Unterhaltungsabteilung vorbei in Richtung «Passhöhe», die knapp einen Kilometer weiter oben bei Eschenmosen erreicht sein wird.

«Das war gut – ein Gag», meint danach Alphornbläser Güttinger, der sonst auf seinem Hof in Opfikon gearbeitet hätte an diesem Nachmittag. Er strahlt, denn auch für ihn ist die Kombination Tour de Suisse und Alphornkonzert einmalig. Christian Wüthrich (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.06.2018, 20:21 Uhr

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