Eglisau

Tür-zu-Tür-Shuttle in der Testphase

Um das Angebot des öffentlichen Verkehrs zu ergänzen, will die Gemeinde Eglisau ein Ruftaxi, das per App bestellt werden kann. Dazu beginnt ab Donnerstag eine mehrtägige Demonstration.

Das Projekt Kollibri wird ab morgen bis zum 5. Oktober in Form eines Demobetriebs funktionieren. Fahrer Pacal Baumann (von links)
sowie Gemeinderat Nicolas Wälle und Gemeindepräsident Peter Bär haben am Dienstag schonmal eine Probefahrt durchgeführt.

Das Projekt Kollibri wird ab morgen bis zum 5. Oktober in Form eines Demobetriebs funktionieren. Fahrer Pacal Baumann (von links) sowie Gemeinderat Nicolas Wälle und Gemeindepräsident Peter Bär haben am Dienstag schonmal eine Probefahrt durchgeführt. Bild: Balz Murer

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Der öffentliche Verkehr in der Schweiz geniesst weltweit einen sehr guten Ruf. Kaum ein anderes Netz aus Zug, Bus und Schiff ist so dicht und ermöglicht so viele Verbindungen. Und trotzdem: Wer in einer kleineren Gemeinde etwas fernab der grösseren Städte wohnt, merkt schnell, dass das Angebot gerade in den Randzeiten ausbaufähig ist. So etwa auch in Eglisau. Dort ist der ÖV vor allem auf die Pendler ausgelegt. Ausserhalb der Spitzenzeiten gibt es teilweise nur einmal pro Stunde einen Bus. Für bestimmte Quartiere wie in Tössriederen ist ab 19 Uhr Schluss. Und manche Quartiere haben gar keine Haltestelle.

Das soll sich ändern. Nachdem in der Gemeinde bereits seit längerer Zeit der Ruf laut ist nach einer Verbesserung des Angebots, beginnt ab Donnerstag eine Demonstrationsphase für einen sogenannten Tür-zu-Tür-Shuttle. «Kollibri» heisst das Projekt, welches derzeit von PostAuto entwickelt und getestet wird. Die Idee ist simpel und erinnert an den Fahrdienst Uber: Per App kann eine Fahrt mit Start und Ziel auf dem Eglisauer Gemeindegebiet inklusive Bahnhof Hüntwangen-Wil gebucht werden. Auch der gewünschte Zeitpunkt der Fahrt kann angegeben werden. Die Software informiert anschliessend darüber, wann man vom nächsten Kollibri-Fahrzeug abgeholt wird.

Keine Konkurrenz zum öffentlichen Verkehr

«Das Angebot soll nicht den öffentlichen Verkehr konkurrenzieren, sondern das bestehende ÖV-Netz ergänzen», erklärt Gemeindepräsident Peter Bär. Viele Details seien aber noch nicht festgelegt. «Deshalb kommt nun auch erstmal ein sechstägiger Demobetrieb. Danach können die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung im Dezember entscheiden, ob wir nächstes Jahr eine ausgedehntere Testphase durchführen sollen.» In dieser Phase könnte dann an verschiedenen Möglichkeiten herumgetüftelt werden. «Das Ruf-Taxi ist ja vom Angebot her zwischen dem ÖV und einem Taxi angesiedelt», sagt Matthias Balmer von PostAuto. «Ein Taxi fährt Tür zu Tür, zu einer Zeit, die der Fahrgast wählt. Ein Bus fährt von Station zu Station zu bestimmten Zeiten. Dadurch bündelt der öffentliche Verkehr im Gegensatz zum Taxi die Fahrten.» Während des Demobetriebs funktioniert Kollibri also eher wie ein Taxi. «Möglich wäre aber zum Beispiel, dass man in bestimmten Quartieren so etwas wie eine Haltestelle einrichtet, damit mehrere Personen gleichzeitig das Angebot von Kollibri nutzen können.»

Auch die Betriebszeiten sind noch nicht in Stein gemeisselt. Während des Demobetriebs vom 19. September bis zum 5. Oktober wird Kollibri nur jeweils von Donnerstag bis Samstag von 13.30 bis 16.30 Uhr und von 20 bis 24 Uhr verfügbar sein. Die Zeiten wurden so gewählt, weil viele Menschen eher am Wochenende auf einen Shuttle-Service zum oder vom Bahnhof angewiesen sein dürften. Auch die Preise pro Fahrt sind noch nicht fix. Die Idee ist, dass sie schliesslich zwischen den Kosten einer Taxi Fahrt und einem Ticket für den Bus liegen. Die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten des Demobetriebs. Eine Fahrt ist aktuell auf 4 Franken für einen einzelnen Fahrgast angesetzt. Bei zwei oder drei Fahrgästen sind es noch 3 Franken, ab vier bis maximal sieben Passagieren 2 Franken.

Erstellt: 17.09.2019, 17:42 Uhr

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