Flughafen

Wenn die Eltern über den Wolken arbeiten

Am Donnerstag fand der Nationale Zukunftstag statt. Eltern konnten ihre Sprösslinge mit zur Arbeit nehmen und ihnen zeigen, was sie so den ganzen Tag treiben. So auch bei der Swiss am Flughafen Zürich. Dort konnten die Kinder nicht nur den Eltern auf die Finger schauen, sondern auch allen andern.

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Es ist noch nicht mal acht Uhr morgens, doch vor dem Operations Center am Flughafen Zürich stehen bereits 70 Kinder mit ihren Eltern. Von Dominic Angehrn, ihrem Tourguide für heute, werden sie in Gruppen aufgeteilt. New York, San Francisco, Hongkong oder Shanghai heissen diese, nach den grossen Anflugstationen dieser Welt. Die Eltern verabschieden sich von ihren Sprösslingen, sie werden sie am Nachmittag wiedersehen.

Es ist Zukunftstag bei der Swiss. Der Nachwuchs darf heute den Eltern beim Brötchenverdienen zuschauen. Zuerst aber gehen sie auf einen Rundgang. «Wir werden Kabine und Cockpit, Technik und die Lehrlingswerkstatt besuchen», sagt Angehrn. Dort würden die Kinder von den jeweiligen Experten eine Einsicht in ihren Alltag erhalten.

Keine spitzen Gegenstände oder Flüssigkeiten

Die Kinder bekommen Ausweise und Leuchtwesten. Draussen wartet ein Car darauf, sie zur Werft zu bringen. Nachdem alle eingestiegen sind, wird ihnen über das Bordmikrofon erklärt, dass sie gleich eine Sicherheitskontrolle passieren. «Keine spitzen Gegenstände oder Flüssigkeiten!», werden sie ermahnt. Safety First, auch bei den Jüngsten.

Nach dem Sicherheitscheck geht es zum Hangar. Darin steht ein Airbus A330, der extra für den Zukunftstag bereitgestellt wurde. Das Flugzeug ist erst am Morgen aus Montreal gelandet. Zwei Angestellte der Line Maintenance (Flugzeugwartung) stehen bereit, um den Kindern die Technik des grossen Metallvogels näherzubringen.

Einer davon ist David Peltzer. Er wird der Jungmannschaft das Fahrwerk, die Triebwerke, den Frachtraum und das Avionics Compartment (Schalt-und-walt-Zentrale) erklären. Er macht dies zum zweiten Mal und ist geübt darin, komplizierte Sachverhalte kindgerecht zu erklären. «Wenn der Papi eine Glühbirne wechseln will, dann muss er vorher auch die Sicherung rausnehmen, damit er keinen Stromschlag abkriegt!»

Fondue essend nach San Francisco

Nach der Technik geht es weiter zur Lehrlingswerkstatt. Polymechaniker- und Automatikerlehrlingen erklären den Kindern, was sie so machen bei der Swiss. Die Azubis sind kaum fünf Jahre älter als ihre Besucher. Jessica Barbagallo, Head of Vocational Training (Leiterin Berufsausbildung), die auch anwesend ist, kommentiert: «Wir zeigen heute zum Beispiel die Robotik. Dafür haben die Lehrlinge einen Roboter programmiert, der automatisch vom Standplatz auf die Startbahn fahren kann.» Dies diene natürlich auch dazu, dem Nachwuchs zu zeigen, was für berufliche Möglichkeiten man bei der Swiss habe.

Ähnlich sieht das auch Christoph Ulrich, Head of Human Resources (Personalchef): «Der Zukunftstag ist eine von vielen Gelegenheiten, die nächste Generation auf unsere Arbeitsplätze aufmerksam zu machen.» In der Schweiz würde mit dem dualen Bildungssystem die Berufswahl sehr früh erfolgen – «da nimmt auch der Zukunftstag eine wichtige Rolle ein».

«Der Zukunftstag ist eine von vielen Gelegenheiten, die nächste Generation auf unsere Arbeitsplätze aufmerksam zu machen.»Christoph Ulrich, Head of Human Resources

Mit selbst gefrästem Jojo aus der Polymechaniker-Werkstatt in der Hand geht es für die Kids zur letzten Station. Zurück also zum Hangar. Dort wartet der Znüni, danach kommt das Highlight: die Kabine und das Cockpit des A330. Einzeln werden den Kindern Economy-, Business- und First Class gezeigt. Während den einen der Gruppe der Trash Compactor (Müllpresse) als ökologisches Wundergerät angepriesen wird und sie über den Lautsprecher allerlei Unsinn ansagen, werden den anderen in der First Class die Annehmlichkeiten derer gezeigt, die es sich leisten können. Die Kids sitzen auf den für sie viel zu grossen Sesseln und drücken fröhlich an allen Knöpfen herum.

Pilot Pasqual Neuweiler erklärt ihnen, dass man für die 10 000 bis 12 000 Franken beim Flug nach San Francisco im Winter schon mal Fondue zum Essen bekommt. Das rieche dann teilweise ein bisschen. «Das ist ja eine Klasse!», scherzt eines der Kinder. Da muss selbst Neuweiler lachen. Der 34-Jährige ist seit bald fünf Jahren Pilot bei der Swiss und ebenfalls zum zweiten Mal beim Zukunftstag dabei.

Im Cockpit geht es ernster zu: Die vielen leuchtenden Knöpfe und Bildschirme wollen erklärt werden. «Viele der Kinder des fliegenden Personals wissen schon sehr viel. Die kommen mit einer ganz besonderen Begeisterung hierher.» Mit dem Ausflug in das Innere des A330 endet der Rundgang. Diesmal ohne Sicherheitscheck gehts mit dem Car zurück zum Operation Center, wo die Kinder den Nachmittag bei den Eltern im Büro verbringen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.11.2018, 20:42 Uhr

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