Bassersdorf

Wie das Dorf in 20 Jahren aussehen soll

Grosse Würfe brauchen Zeit, besonders wenn es um die Zukunft eines ganzen Dorfes geht. Für eine neue Bau- und Zonenordnung gibt man sich in Bassersdorf zwei Jahre.

Das Zentrum mit den Läden und dem Dorfplatz hat sich zuletzt komplett erneuert. Wie sich Bassersdorf darüber hinaus entwickeln wird, entscheidet massgeblich die aktuelle Revision der BZO.

Das Zentrum mit den Läden und dem Dorfplatz hat sich zuletzt komplett erneuert. Wie sich Bassersdorf darüber hinaus entwickeln wird, entscheidet massgeblich die aktuelle Revision der BZO.

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Es geht um viel für die Bassersdorferinnen und Bassersdorfer, nur scheinen das die meisten von ihnen noch nicht gemerkt zu haben. Wo können künftig noch Wohnungen gebaut werden? Wo darf das Gewerbe wachsen? Und wie lenkt man die tägliche Verkehrslawine noch durchs Dorf? – Oder vielleicht doch aussen herum? Trotz wichtiger Fragen, die es zu klären gilt, sassen am Mittwochabend nur gerade ein paar Dutzend Interessierte in der grossen Halle der Sportanlage BXA am Rand von Bassersdorf.

Ein erster grober Plan zur strategischen Entwicklung Bassersdorfs zeigt mit vielen bunten Flächen, Linien und Strichen, was die Planungskommission derzeit beschäftigt.

Dass nicht mehr Leute gekommen sind, mag am Titel der Infoveranstaltung gelegen haben: «Revision der kommunalen Bau- und Zonenordnung». Das klingt zwar nicht besonders sexy, wird aber letztlich alle in der Gemeinde und sogar darüber hinaus beeinflussen.

«Noch ein langer Weg»

«Die Veränderung erfolgt meist in kleinen Schritten», sagte Gemeindepräsidentin Doris Meier (FDP). «Was wir heute planen, wird in Zukunft ein selbstverständlicher Teil des Dorfes sein.» Aber noch ist man in Bassersdorf nicht so weit. «Ich weiss, es ist noch ein langer Weg», räumt sie ein. Und das obwohl man bereits vor rund drei Jahren ein erstes Zukunftspapier erarbeitet hatte. Doch dieses trägt den Titel «Entwicklungsstrategie 2030».

Was jetzt kommt wird nicht nur konkreter und noch technischer, sondern auch länger als Gesetz verbindlich festgeschrieben. Zielvorgabe ist, dass eine neue BZO mindestens 20 Jahre Gültigkeit haben sollte, bevor die nächste Totalrevision das Regelwerk wieder ablösen wird. Momentan gehe es zunächst darum, die kommunale Richtplanung neu festzulegen, erklärte Peter von Känel vom Planungsbüro Suter von Känel Wild AG. Danach wird in einem weiteren Schritt auch die Nutzungsplanung abgeleitet. Und erst das führt schliesslich zur neuen Bau- und Zonenordnung (BZO) samt einem neuen Zonenplan.

Gehts ohne Einzonungen?

Von Känel wurde vom Gemeinderat als fachlicher Berater und Moderator in die eigens gegründete Fachkommission geholt, hat aber kein Stimmrecht. Ein solches haben neun Personen, darunter die Gemeindepräsidentin, zwei Gemeinderäte, vier Parteivertreter, ein Delegierter des Gewerbevereins sowie ein Bevölkerungsvertreter. Die Ernennung der Kommissionsmitglieder erfolgte auf Einladung des Gemeinderates. Die Kommission wird Inhalte erarbeiten und kann Anträge stellen, entscheiden tut der Gesamtgemeinderat.

Josef Feierabend soll die Anliegen aus Sicht der Bevölkerung einbringen. «Das ist nicht ganz leicht für mich», meinte er, da er ja nicht alle im Dorf nach ihrer Meinung fragen könne. Sein Motto laute: «Bassersdorf soll für unsere Kinder und Enkel ein lebenswertes Dorf bleiben.» Da sei ein «moderates Wachstum» angezeigt. «Dafür hat es genügend Platz in den Bauzonen.» Sprich: Einzonungen wird es wohl nicht brauchen, um das erwartete Wachstum aufzufangen.

Das sieht auch der SVP-Vertreter, Dieter Scheuermeier, so. Die wiederholt genannte Zahl von dereinst 13000 Einwohnern sei «mit Verdichtung erreichbar». Diese Meinung vertrat zwar selbst von Känel. Aber er gab auch zu, dass man da und dort dennoch an Einzonungen denke. Umstritten ist dabei vor allem das Gebiet ennet der Gleise am Bahnhof. Erst im vergangenen Dezember hatte die Gemeindeversammlung von Bassersdorf mit einer Zweidrittelsmehrheit gegen eine Einzonung im Gebiet Bahnhof-Süd ausgesprochen. Stattdessen redet man nun lauter als auch schon über eine Verbindungsstrasse Süd zur Entlastung des Zentrums (siehe Box).

Vorgesehen ist, dass die neue Bassersdorfer BZO etwa Mitte 2021 den Stimmberechtigten an einer Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt wird. Danach muss der Zürcher Regierungsrat das Bassersdorfer Werk noch bewilligen.

Ideen einbringen erwünscht

In der Planungskommission zur BZO-Revision kann man nur auf Einladung des Gemeinderates mittun. Prompt gab es bei der Vertretung der Kleinparteien EVP, BDP, EDU und IG Basi etwas Unmut. Die IG Basi hat sich deshalb verabschiedet. Aber es gibt auch andere Mitwirkungsmöglichkeiten. So am 3. und 9. September 2019. Dann finden ab 16 Uhr für alle Bürger im Gemeindehaus «Planungssprechstunden» statt – ohne Voranmeldung.

Erstellt: 29.08.2019, 20:13 Uhr

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