Bülach

«Wir als Menschen müssen wichtiger sein als der Profit»

Die SP widmete sich dem 1. Mai in Bülach im Kulturzentrum Kantine. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft und der Arbeitswelt war ein wichtiges Thema der Reden.

Als Rednerinnen und Redner traten in Bülach Isabelle Lüthi (links), Stefan Brülisauer und Leandra Columberg auf.

Als Rednerinnen und Redner traten in Bülach Isabelle Lüthi (links), Stefan Brülisauer und Leandra Columberg auf. Bild: Johanna Bossart

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Mit Leandra Columberg stand gestern im Kulturzentrum Kantine (ehemals Guss 39) die jüngste Kantonsrätin auf der Rednertribüne. Die 19-Jährige weiss aber genau, wofür sie in der Politik einstehen will. Die Diskussion um die vollständige Gleichberechtigung sei spätestens zu einer Herzensangelegenheit geworden, als sie ein Jahr in den Vereinigten Staaten verbrachte, erklärte sie kurz vor ihrer Rede. In den Südstaaten habe sie der Wahlkampf um die Präsidentschaft tief getroffen. «Aus Irritation entstand Unverständnis, aus Unverständnis entstand Wut», sagte sie rückblickend. Als Juso-Präsident des Zürcher Oberlands wird Columberg am 6. Mai im Kantonsrat Teil des Parlaments werden. Bemerkungen «älterer Herren» aus der Politik, dass sie bloss wegen ihrer jugendlichen Frische gewählt worden sei, beurteilte sie als sexistisch. «Mal sehen, ob die besagten Herren meine Politik ebenso herzig finden werden», gab sie zu Wort.

Anerkennung für den Wert der Arbeit

In ihrer Rede sagte Columberg denn auch, es sei an der Zeit, den Frauen endlich den Raum zu gewähren, der ihnen zustehe. Für den kommenden Frauenstreiktag vom 14. Juni verlangte sie zudem Solidarität von den Männern, indem sie ihren Frauen «links, rechts und hinten» beistehen sollten.

Ebenfalls zu Gast im Kulturzentrum war Stefan Brülisauer, Regionalsekretär der Gewerkschaft VPOD Luftverkehr. Er nahm in seiner Rede Bezug auf das diesjährige Motto «Lohn. Zeit. Respekt.». Er stellte dabei die Frage in den Raum, ob der Sündenbock des «alten weissen Mannes» oder vielleicht das Arbeitssystem per se schuld daran seien, dass Arbeitnehmerinnen weiterhin diskriminiert würden. Er bezichtigte dabei Arbeitnehmer, Frauen beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt systematisch auszunützen und sieht Veränderungspotenzial etwa im Kinderbetreuungssystem.

Den Schluss der drei Reden übernahm die 29-jährige Isabelle Lüthi. «Wir als Menschen müssen wichtiger sein als der Profit», erklärte die Gewerkschaftssekretärin der UNIA. Die Situation werde sich erst dann ändern, wenn der Wert der Arbeit anerkannt werde.

Der von der SP der Bezirke Dielsdorf und Bülach, der JUSO Zürcher Unterland sowie den Gewerkschaften Unia, VPOD, Syndicom und Syna organisierte Anlass lockte unter anderem den Rümlanger Nationalrat Thomas Hardegger (SP) sowie die Bülacher Pfarrerin Yvonne Waldboth neben rund 80 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern in das Kulturzentrum.

Erstellt: 01.05.2019, 18:59 Uhr

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