Oberweningen

«Wir können die Änderungen nicht verstehen»

Die bevorstehenden Fahrplanänderungen in Oberweningen sorgen bei einem Teil der Bevölkerung für rote Köpfe. Am kommenden Montag können die Anwohnerinnen und Anwohner ihre Bedenken an einer Informationsveranstaltung äussern.

Der Bus 555 soll künftig nicht mehr durch das Hüebliquartier fahren. Die Anwohnerinnen und Anwohner wehren sich dagegen.

Der Bus 555 soll künftig nicht mehr durch das Hüebliquartier fahren. Die Anwohnerinnen und Anwohner wehren sich dagegen. Bild: Balz Murer

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Der Bus 555 verkehrt zwischen den Wehntaler Gemeinden Schleinikon und Oberweningen. Bei der Endstation «Schleinikon, Dorf» wird aktuell mitten im Ortszentrum mit einem Rückwärts-Manöver gewendet. Melissa Hösli, Gemeinderätin von Oberweningen, sagt: «Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember soll sich das ändern.»

Der Fahrbetrieb wurde in den vergangenen 25 Jahren durch den Transportbeauftragten Ernst Volkart ausgeführt. Dieser tritt per Dezember altershalber zurück. Der Fahrbetrieb wird danach einem grösseren regionalen Betriebshof zugeteilt. «Im Zusammenhang mit dieser Übergabe möchte PostAuto die Chance nutzen, den Betrieb an zeitgemässe Liniengestaltungsgrundsätze anzupassen», sagt Hösli.

Haltestellen fallen weg

Geplant ist, dass der Bus keine Schwenker mehr ins Hüebliquartier und über die Chlupfwisstrasse macht. Die dortigen Haltestellen sollen durch neue im Bereich der Kreuzung Wehntalerstrasse/Dorfstrasse ersetzt werden. «Die neuen Haltestellen sind zentraler, aber immer noch gut erreichbar.» Laut PostAuto gelte das Hüebliquartier mit Blick auf die kantonalen Erschliessungsstandards auch mit der bereinigten Haltestellensituation weiterhin als vollständig erschlossen.

Einige Oberweningerinnen und Oberweninger, so zum Beispiel Paul Studerus, sehen das anders: «Wir können die geplanten Änderungen überhaupt nicht verstehen.» Werde die Linie wirklich so angepasst, würden viel weniger Personen den Bus benutzen, um zum Bahnhof zu gelangen. Der Grund: Der Fussweg bis zu den neuen Haltestellen sei gerade für viele ältere Leute zu beschwerlich, da er zu weit sei. Paul Studerus ist jedoch vor allem frustriert darüber, dass die Bevölkerung von der Gemeinde nie richtig über die geplanten Veränderungen informiert worden ist. «Man wollte das unter der Hand machen.» Ihm sei noch immer nicht klar, wem die neue Linienführung wirklich etwas bringen soll.

Verständnis für Reaktionen

Melissa Hösli, die in Oberweningen für die Ressorts Hochbau sowie Forst- und Landwirtschaft zuständig ist, entgegnet: «Die Fahrplanänderung wurde im Rahmen des ZVV-Fahrplanverfahrens geplant und im März, wie alle anderen Fahrplanänderungen im ZVV, öffentlich in der Gemeinde aufgelegt.» Die Bevölkerung habe innerhalb der Frist keine Einwände vorgebracht.

«Der Gemeinderat setzt sich für alle Einwohnerinnen und Einwohner in Oberweningen ein und ist bestrebt, dass weiterhin ein gutes und zahlbares Busangebot besteht. Wir sind überzeugt, dass die Anpassung der Linie 555 die beste Lösung ist», führt Hösli aus. Anderseits bedauere sie, dass sich Paul Studerus und andere Anwohnerinnen und Anwohner nicht für die angepasste Linienführung begeistern. «Wir können verstehen, dass Fahrplanänderungen bei einzelnen Betroffenen auch zu Nachteilen führen können.»

Infoveranstaltung geplant

Auf Wunsch der Bevölkerung wird am kommenden Montag, 26. August, im Gemeindesaal Oberweningen eine Informationsveranstaltung zum Thema Fahrplanwechsel stattfinden. «Dabei haben alle die Gelegenheit, ihre Sichtweise darzulegen und Fragen zu stellen», sagt die Gemeinderätin. Ob die Besucherinnen und Besucher letztlich eine gewisse Kompromissbereitschaft aufbringen würden, werde sich zeigen.

Die Informationsveranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Für Paul Studerus ist das nicht verständlich. «Es ist viel zu früh. Es wirkt als würde der Gemeinderat dafür sorgen, dass möglichst wenig Leute an der Veranstaltung teilnehmen können.» So ist zum Beispiel Buschauffeur Ernst Volkart, der sich ebenfalls gegen die Änderung der Busroute ausspricht, um diese Uhrzeit noch bei der Arbeit. Paul Studerus rechnet mit etwa 50 bis 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Erstellt: 21.08.2019, 17:47 Uhr

Das ändert sich

Seit über zwei Jahrzehnten bringt der Bus mit der Nummer 555 die Einwohnerinnen und Einwohner von Schleinikon und Oberweningen zum nahegelegenen Bahnhof, wo sie auf den Zug in Richtung Zürich umsteigen können. Das wird in Zukunft zwar weiterhin so sein, die Linienführung des Busses soll im Dezember aber angepasst werden. Das heisst: Neu würde dieser in einem Rundkurs über die Haltestelle «Schleinikon, Dorf» weiter bis nach «Schleinikon, Wasen» und von dort über die Kantonsstrasse (Wehntalerstrasse) durch Oberweningen zurück zum Bahnhof Schöfflisdorf-Oberweningen fahren. Dadurch würden die Schwenker ins Hüebliquartier und über die Chlupfwisstrasse wegfallen. Im Bereich der Kreuzung Wehntalerstrasse/Dorfstrasse sollen dafür zwei neue Haltestellen zu stehen kommen. Zudem werden bessere Zuganschlüsse ermöglicht.

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