Regensdorf

«Zänti» erwartet mehr Umsatz nach Umbau

Das Einkaufszentrum Regensdorf befindet sich im Wandel. Rochaden unter den bestehenden Läden, ein neuer bekannter Mieter und allenfalls gar ein Gastrobereich sollen dem «Zänti» zu besseren Zahlen verhelfen.

Wo früher die Filiale von Ex Libris war, laufen momentan die Umbauarbeiten für Tally Weijl. Die Eröffnung der Modekette an neuem Standort ist für den 25. April geplant.

Wo früher die Filiale von Ex Libris war, laufen momentan die Umbauarbeiten für Tally Weijl. Die Eröffnung der Modekette an neuem Standort ist für den 25. April geplant. Bild: Balz Murer

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Wer momentan durch das Zentrum Regensdorf schlendert, kann die Baustellenwände, die den Eintritt in mehrere ehemalige Ladenflächen versperren, nicht übersehen. «Coming soon: Press & Books», steht zum Beispiel darauf geschrieben. Die Kunden erfahren unter anderem aber auch, dass noch diesen Frühling ein Dosenbach einziehen und C&A sowie Tally Weijl umziehen werden. Eine der grössten Änderungen dürfte aber Coop betreffen. Wie schon länger bekannt, vergrössert der Detailhändler seine Ladenfläche auf fast das Dreifache. Eröffnen will er bereits im Herbst, und zwar dort, wo momentan C&A untergebracht ist. Weitere grosse Änderungen stehen kurz davor, kommuniziert werden zu dürfen, noch fehlen aber ein paar Unterschriften. Fest steht: Im Zänti steht ein grosser Wandel an.

Umbauten und Leerstände führten zu weniger Umsatz

Lange ist es nicht her, dass das Regensdorfer Einkaufszentrum auf den Kopf gestellt wurde. 2013/2014 wurde es für insgesamt 40 Millionen Franken umgebaut und erweitert. Die jetzigen Änderungen beziffert Centerleiter Philipp Arnold auf immerhin 10 Millionen Franken. «Veränderungen muss man dann anpacken, wenn man noch fit und stark ist», erklärt er, «und nicht erst dann, wenn es schon abwärts geht».

Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Zentren laufe das Geschäft immer noch gut. «Der Umsatz ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1,3 Prozent zurückgegangen, doch das ist den Umbauten und Leerständen geschuldet», erklärt der Centerleiter. Als Beispiel nennt er die Schliessung der Filialen von Ex Libris, Kuoni oder Beck Keller. Auch einen leichten Rückgang bei den Besucherzahlen musste das Regensdorfer Zentrum im letzten Jahr in Kauf nehmen. Dies führt Arnold auf ein neues Zählsystem zurück. «Ein wirklicher Vergleich lässt sich somit erst wieder nächstes Jahr ziehen.»

Fest steht für Philipp Arnold jedoch, dass sowohl Umsatz wie auch Besucherzahlen in zwei Jahren wieder steigen werden. Nicht zuletzt auch dank des neuen Mieters für die frei werdende Coop-Fläche. «Die Idee ist, dass der neue Mieter ab Mitte 2020 sein Angebot auf zwei Etagen präsentieren kann, da auch die jetzige Lagerfläche im Untergeschoss als Verkaufsfläche genutzt werden kann», erklärt er. Im Gespräch sei eine bekannte Ladenkette mit Artikeln für den täglichen Gebrauch im Non-Food-Bereich. Ähnlich vage sind Arnolds Ausführungen zu der Fläche gleich rechts beim Eingang vom Zentrumsplatz her. Wo sich momentan Chicorée und Kiosk befinden und zusätzlich einst Kuoni und Beck Keller waren, könnte ein grosser Gastrobereich entstehen. Arnold hofft, dass im Mai alles unterschrieben ist und er offen kommunizieren kann.

Dank Restaurant bleiben die Kunden länger im «Zänti»

Auch wenn der Centerleiter zuversichtlich in die Zukunft blickt: Das Umfeld für die Shoppingcenter bleibt angespannt. Als die grossen Konkurrenten – Arnold spricht lieber von Mitbewerbern – nennt er unter anderem die umliegenden Zentren und Fachmärkte, Einkaufsmöglichkeiten im nahen Ausland, Discounter und natürlich den Onlinehandel. Letzterer halte sich als Konkurrenz für das «Zänti» allerdings in Grenzen. «Der Onlinehandel ist vor allem stark im Bereich Bekleidung und Unterhaltungselektronik», erklärt er. Das Angebot des «Zäntis» im Bereich von Lebensmitteln und Artikeln für den täglichen Gebrauch stütze jene Läden, die in Sachen Onlinehandel unter Druck stünden. Ein grosses Plus seien auch die Dienstleistungsangebote des Einkaufszentrums, also unter anderem die Post, eine Bank, Ärzte, ein Fitnesscenter, ein Schneider oder Mobility. Ausserdem befinde man sich mitten im Dorf, nahe beim Kunden. «Und wenn man dann schon mal hier ist, kann man sich auch gleich noch nach Kleidern oder Schuhen umsehen», beschreibt Arnold das Konzept.

Viel verspricht er sich auch vom angedachten Gastronomiebereich. «Rein kurzfristig gesehen und vom finanziellen Aspekt her könnte man meinen, dass ein Restaurantbereich keinen Sinn mache», sagt Arnold. Weil die nötige Infrastruktur für die Gastronomie fehle, seien nämlich grosse Investitionen notwendig. «Wichtig sind aber die sogenannten Softfaktoren: Die Aufenthaltsdauer im Zentrum wird verlängert und die Kunden fühlen sich wohl», erklärt Arnold. Langfristig würde sich das auch aus finanzieller Sicht bemerkbar machen.

Rägi Märt ist nicht von Coop-Ausbau betroffen

Voraussichtlich keine Änderungen dürfte der massive Ausbau von Coop im «Zänti» übrigens für die nur gut einen Kilometer entfernte Filiale Rägi Märt bedeuten. Coop-Kommunikationsleiter Markus Eugster sagt dazu: «Die Vergrösserung der Coop-Verkaufsstelle im Einkaufszentrum Regensdorf hat zum heutigen Zeitpunkt keine direkten Auswirkungen auf den Coop Rägi Märt.»

Erstellt: 05.04.2019, 16:23 Uhr

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