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Zum Valentinstag boomen Sextoys

Der Online-Sexshop amorana.ch verkauft vor dem Valentinstag 30 Prozent mehr Ware als im Durchschnitt. Besonders beliebt sind sogenannte Paarvibratoren, Dessous und eine Geschenkbox.

Der Verkauf von Dessous und Sextoys vor dem Valentinstag hat in den letzten Jahren zugenommen.

Der Verkauf von Dessous und Sextoys vor dem Valentinstag hat in den letzten Jahren zugenommen. Bild: Archiv

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Was schenken sich Pärchen, die den Valentinstag feiern? Die Klassiker sind Blumen und Schokolade, oder vielleicht geht man zusammen in ein feines Restaurant. Doch seit einigen Jahren boomt im Unterland noch ein weiteres Geschäft: die Erotik.

Das Opfiker Unternehmen amorana.ch betreibt den grössten Online-Sexshop der Schweiz, über 100'000 Bestellungen an durchschnittlich zwei Artikeln werden hier pro Jahr versendet. An Spitzentagen werden über 3000 Pakete aus dem grossen Lager an der Europastrasse im Industriegebiet verschickt.

Vor dem Valentinstag läuft das Geschäft wie geschmiert: «Im Durchschnitt verkaufen wir in den Tagen vor dem 14. Februar 30 Prozent mehr Produkte als sonst», sagt Mitgründer Alan Frei. Schon ab dem 8. Februar steige das Interesse auf der Website an und nehme dann weiter zu. Erst am Valentinstag selbst flachen die Klickzahlen dann wieder ab. «Denn dann ist es ja eigentlich schon zu spät, um sich noch extra für diesen Anlass etwas zu bestellen», erklärt Frei.

Der springende Punkt ist das gemeinsame Entdecken

Es sind vor allem drei Produktesparten, die vor Valentinstag bei amorana.ch besonders gut laufen. Erstens werden – wenig überraschend – deutlich mehr Dessous verkauft als sonst. «Was zudem zieht, sind Paarvibratoren.» Dieses Jahr ist es das Modell «Sync», welches zu zweit und auch per Fernbedienung genutzt werden kann. Und schliesslich verkaufen sich auch die Valentinstags-Geschenkboxen sehr gut. Darin befindet sich ein ausgewählter Mix aus Gleitgel, Penisring, Massageöl und einem sogenannten «Luv Egg», einem Vibrator in der Form eines Eis.

Dass gerade diese Produkte vor dem 14. Februar so beliebt sind, ist kein Zufall. Der Paarvibrator ist ein Sexspielzeug, den man gemeinsam nutzen kann, und auch an Dessous haben meist beide ihre Freude. Die Geschenkbox löst gemäss Frei ein grosses Problem vieler Neukunden: Viele wissen gar nicht so recht, was sie sich und ihren Liebsten überhaupt schenken wollen. «Durch die Geschenkbox müssen sich die Leute vor dem Kauf nicht gross im Voraus informieren. Wir greifen hier also kuratierend ein», erklärt der Mitgründer.

Einzige Konkurrenz zu Rosen und Süssigkeiten

Der grösste Vorteil der Box sei aber, dass man sie gemeinsam aufmachen und entdecken könne. «Bei Blumen zum Beispiel schenkt eine Person der anderen etwas.» Das sei eigentlich eine sehr passive Sache, in der einer ein Geschenk übergibt und der andere sich hoffentlich daran erfreut. «Doch mit einem Sexspielzeug ist das anders. Man kriegt zwar etwas geschenkt, entdeckt es aber in der Regel aktiv und gemeinsam.» Und selbst falls es dann doch nicht wirklich den Geschmack treffe, habe man wenigstens etwas zusammen erlebt.

Insgesamt sei der Valentinstag gut für das Geschäft, der Boom sei aber nicht mit der Adventszeit oder den klassischen Online-Kommerztagen wie dem «Black Friday» zu vergleichen. Der Vorteil des Valentinstags liegt für amorana.ch gemäss Alan Frei darin, dass man weniger Konkurrenz habe. In der Weihnachtszeit zum Beispiel buhlen alle möglichen Produkte um die Gunst der Kundschaft. Doch wenn es um das Geschäft mit der Liebe geht, müssen sich Sextoys und andere Produkte rund um die Erotik nicht gegen viele andere Möglichkeiten durchsetzen.

«Man sieht daran auch, dass in der Gesellschaft in den vergangenen Jahren ein Wandel stattgefunden hat», so Frei. Viele Menschen würden den Sexshop heute als ernsthafte und fast schon einzige Alternative zu Rosen und Süssigkeiten sehen. Dadurch fällt amorana.ch auch nicht in das gefürchtete Januarloch, welches im übrigen Kommerz normalerweise auf das Weihnachtsgeschäft folgt. Dieser Zeitpunkt verschiebt sich beim Online-Sexshop in den März.

Kein spezieller Slogan für den 14. Februar

Auch marketingtechnisch gesehen profitiere man deshalb vom Valentinstag. «Unsere Aufgabe in der Werbung ist es eigentlich, die Leute dazu zu bringen, über uns zu sprechen und sie zu inspirieren, etwas Neues auszuprobieren.» Man nutze die Tage vor Valentinstag, in welchen man erhöhte Aufmerksamkeit geniesse, deshalb dazu, um die eigene Marke bekannt zu machen. «Diese Werbung muss sich nicht direkt eins zu eins in Verkaufszahlen niederschlagen, sondern soll uns ins Gespräch bringen.» Man schalte deshalb vor dem Valentinstag natürlich Werbung, einen speziell auf diesen Tag zugeschnittenen Slogan habe man aber nicht.

Erstellt: 13.02.2020, 16:12 Uhr

Neben Weihnachten und Ostern ein wichtiger Tag für Konditoreien

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. So zelebrieren auch manche Paare ihre Beziehung, indem sie sich Süsses schenken. Davon profitieren auch Bäckereien und Konditoreien. Die Confiserie Klaus in Bülach zum Beispiel produziert jedes Jahr extra für den Valentinstag ein spezielles Sortiment: Dessertörtchen Tête à tête und Pralinés sowie Champagner-Truffes - alles in Herzform. Auch der Büli-Kuss, den es das ganze Jahr über gibt, werde im Februar häufig verschenkt, sagt Geschäfts-Mitinhaberin Jeanine Klaus. «Es läuft super. Trotz Sportferien ist die Nachfrage genial.» Finanziell ist der 14. Februar nicht zu unterschätzen. Der Valentinstag sei neben Weihnachten und Ostern der wichtigste Anlass für das süsse Geschäft, sagt Klaus.


Die Herzform ist heute bei Törtchen besonders gefragt. Foto: Sibylle Meier

Auch in den über zehn Niederlassungen der Bäckerei-Konditorei Fleischli haben Herzen anfangs Februar Hochkonjunktur: Ob Mandelherzli, Spitzbuben, Schoggi- S, Cremeschnitten oder Erdbeer- und Schwedentorte – alles wird in dieser speziellen Form bereitgestellt, welche die Liebe symbolisiert. Die Nachfrage sei zwar nicht riesig, sagt Bruno Sardella von der Geschäftsleitung. «Aber wir müssen etwas anbieten.» (asö)

Eine rote Rose verschönert jeden Valentinstag

Ein Dauerbrenner – um Evergreen zu vermeiden – sind Blumengeschenke. Zum Valentinstag grünt es nicht, es müssen nämlich vor allem rote Blumen her – genauer Rosen. «Valentin ist der Tag der Rosen», bestätigt Björn Gensler, Chef von «Blume 3000». So viele Rosen wie am 14. Februar jeweils innert weniger Stunden über den Ladentisch gehen, verkauft die grösste Blumenfachhandelskette der Schweiz mit Sitz im Zürcher Unterland sonst an keinem anderen Tag des Jahres.


Die Symbolik roter Rosen zieht immer zu Valentin (Foto: Dominique Meienberg)

Wenn nicht in rot, so dann in rosa oder allenfalls noch weiss. Wer momentan in einer der neun Filialen des Familienunternehmens Blumen kaufe, verlasse das Geschäft in sieben von zehn Fällen mit Rosen in der Hand, weiss der Chef. «Wir leben aber nicht ein halbes Jahr nur vom Valentinstag», sagt Gensler. Der Muttertag sei noch stärker und Ostern sorge auch für viel Umsatz. Um den Valentinstag mache «Blume 3000» insgesamt «nur» knapp 3 Prozent des Jahresumsatzes, relativiert er. Von Oberhasli aus steuert, plant, bestellt und verkauft Gensler seit Jahren nur 100 Prozent zertifizierte Fairtrade-Rosen. Trotz etwas höherem Preis, werde das von den Kunden bereits «voll akzeptiert». (cwü)

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