Kloten

Ab jetzt ist der EHC-Puck illegal – der Kanton setzt eine Galgenfrist

Die Bewilligungsfrist für den Riesenpuck auf einem Kreisel mitten in Kloten ist abgelaufen. Weder Stadt noch Club machen bislang Anstalten die Vorgaben aus Zürich zu befolgen.

Der riesige Jubiläumspuck des EHC Kloten steht auch nach Ablauf der Bewilligung noch. Foto: Ch. Wüthrich

Der riesige Jubiläumspuck des EHC Kloten steht auch nach Ablauf der Bewilligung noch. Foto: Ch. Wüthrich

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Er ist zweifellos ein hübscher Hingucker, aber ab sofort ein verbotener Anblick. Umso mehr sorgt der überdimensionale EHC-Kloten-Puck im Kreisel zwischen Fleischlis Bäckereicafé und dem Hotel Welcome Inn weiterhin für Aufsehen.

Wie sich am ersten Oktobermorgen zeigt, dreht sich in Kloten nach wie vor alles um diesen für viele prägenden Punkt. Dabei hätte zum Monatswechsel auch am Kreiselschmuck ein kleiner Wechsel vorgenommen werden müssen. Das Logo des lokalen Eishockeyclubs auf dem Puck sollte ausgewechselt werden.

Denn das kommerzielle Werben – so taxiert es die Zürcher Baudirektion – auf einem Kreisel des Kantons ist nicht gestattet. Am Tag eins des illegalen Daseins, steht die sportliche Kreiseldekoration jedenfalls noch unverändert da. Unter der gleissenden Herbstsonne scheint das schwarze Plastikding mit rot-weiss-blauem Markenzeichen der örtlichen Hockeykultur besonders keck zu strahlen.

Grundlagenirrtum beheben

Gehören tut das über drei Tonnen schwere Ungetüm, das aus ganz vielen kleinen Pucks zum 80. Geburtstag des EHC Kloten angefertigt wurde, dem Club selbst. Die Stadt Kloten hatte zum Jubiläum im Jahr 2014 die Bewilligungsverfahren geführt und sich um die Installation gekümmert. Nun heisst es aus Zürich, das Logo auf dem Riesenpuck sei kommerzielle Werbung und somit illegal.

Stadtpräsident René Huber (SVP) kann mit der Kritik nichts anfangen – und macht vorerst gar nichts. Gegen den Puck als solches hat man bei der zuständigen Baudirektion ja nichts. Würde das Logo übermalt, dürfte der Puck sogar bleiben. In einem Brief an die Klotener Stadtbehörden schlug der zuständige Regierungsrat, Martin Neukom (Grüne) bereits im Juli vor, doch einfach einen stilisierten Hockeyspieler oder etwas Ähnliches aufzumalen.

«Zurzeit ist alles offen. Ich möchte dem Kanton die Chance nicht nehmen, den ‹Grundlagenirrtum kommerzielle Werbung› zu korrigieren», schreibt der Stapi auf Anfrage. Es ist alles, was ihm momentan zu entlocken ist. Man kann das nun so verstehen, dass die Stadt Kloten wohl ziemlich sicher keine Anstrengungen unternehmen wird, um das jetzige Erscheinungsbild des Pucks im fraglichen Kreisel vorderhand zu verändern.

Hockeyfan Huber gibt sich momentan ziemlich zurückhaltend, zumindest nach aussen. Doch man kann davon ausgehen, dass er sich mit Nachdruck für den Erhalt des Kreisel wehren wird beim Kanton. Das muss er sogar, hat ihm das Klotener Stadtparlament doch einen offiziellen politischen Auftrag erteilt, als es Anfang April dieses Jahres einem entsprechenden Postulat von Rico Käser (SVP) zustimmte. Weitere Aussagen könne er derzeit jedenfalls nicht machen, teilt Huber mit. Geduld sei gefragt.

Wem gehört das Logo?

Der Vizepräsident der EHC Kloten Sport AG, Mike Schälchli, gibt sich ebenfalls kämpferisch. Er hatte schon immer verlauten lassen, man werde dafür kämpfen, dass der Puck in seiner heutigen Form erhalten bleibe. «Paragrafenreiterei» entfährt es ihm zwischen zwei Sitzungen, als er auf das Thema angesprochen wird. Das Logo einfach so zu übermalen, gehe gar nicht, erklärt Schälchli. Auch weil es sich beim Riesenpuck um ein Kunstwerk handle. Und der Künstler habe erklärt, dass er nicht dazu Hand biete sein Werk zu übermalen.

So müsste der Puck also aus dem Kreisel an der Schaffhauserstrasse entfernt werden. Das ist nach wie vor die Ansicht der Baudirektion, wie aus Zürich gestern bestätigt wird. Mediensprecher Thomas Maag teilt auf Anfrage mit: «Wir werden der Stadt Kloten ein Schreiben mit einer letzten Frist zukommen lassen.» Wann diese Galgenfrist ablaufen wird, ist aber noch nicht entschieden.

Seitens EHC Kloten gibt Vizepräsident Schälchli zu bedenken, dass das Logo übrigens als «geschütztes Element» dem Gründungsverein gehört, der den gesamten Nachwuchs führt und nicht kommerziell organisiert sei. Die EHC Kloten Sport AG mit der ersten Mannschaft sei daher auch nur ein «Nutzniesser» des Vereinslogos. Ob diese neue Klotener Erklärung in Zürich verfängt, ist noch offen. «Wir können nur abwarten und weiterkämpfen», sagt Schälchli.

Erstellt: 01.10.2019, 18:23 Uhr

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