Bülach

Abfall vermeiden, findet Anklang

Unter dem Motto «Reparieren statt wegwerfen» ging die Flickwerkstatt Bülach letztes Jahr mit einem engagierten Freiwilligenteam erfolgreich an den Start. Das Gratisangebot wird rege genutzt, gerne weiterempfohlen und nicht selten mit glänzenden Augen belohnt.

Zwei, die sich für mehr Nachhaltigkeit engagieren, sind die Initiatoren der Flickwerkstatt Bülach, Fritz Immer (links) und Hans Keller.

Zwei, die sich für mehr Nachhaltigkeit engagieren, sind die Initiatoren der Flickwerkstatt Bülach, Fritz Immer (links) und Hans Keller. Bild: M. Kleinsorg

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Ob Toaster, Stuhl oder Spielzeughelikopter – im ersten Jahr der neugegründeten Flickwerkstatt Bülach konnte an fünf Flicktagen von 125 defekten Gegenständen knapp die Hälfte direkt repariert werden. Bei einem Viertel wurde der Fehler diagnostiziert und Ersatz­teile bestellt oder ein Fachbetrieb empfohlen. «Wir konnten somit einigen Abfall vermeiden», freut sich Fritz Immer aus Höri. «Das letzte Jahr ist rund gelaufen – über Erwarten gut», bestätigt Hans Keller, sein Bülacher Mitinitiant. Bevor die Flickwerkstatt im Reissverschluss ab 20. Januar wieder ihre Gratisdienste anbietet, ziehen die beiden Organisatoren eine durchweg positive Bilanz.

Ersatzteile und Emotionen

Zwei Drittel der Klienten stammen aus Bülach und Umgebung. «Es kam aber schon mal eine Kundin aus Zürich mit ihrem Plattenspieler vorbei, die uns im Internet gefunden hat», berichtet Immer. Weiterempfehlung sei wichtig, für Bekanntheit sorgte auch der Stand am Bülacher Umwelttag. «Eine Dame, der wir dort zwei Musikdosen aus Kinder­tagen wieder in Gang gesetzt haben­, brachte am nächsten Termin einen ganzen Sack defekten Spielzeugs mit.»

«Eine Dame, der wir zwei Musikdosen aus Kindertagen wieder in Gang gesetzt haben, brachte am nächsten Termin einen ganzen Sack defekten Spielzeugs mit.»

Fritz Immer, Mitinitiant Flickwerkstatt

Dinge von emotionalem Wert zu reparieren, bereite grosse Freude, sagt Keller. «Oft wird uns mit glänzenden Augen Danke gesagt­.» Spitzenreiter unter den «Patienten» seien Kaffeeautomaten. «Leider», meint Immer. «Es gibt zu viele verschie­dene Modelle, so viele Ersatzteile ha­ben­ wir nicht vorrätig.» Als dank­bare Objekte hingegen haben sich Lampen erwiesen – Stecker, Schalter, Kabel, die Fehler seien meist banal. Nicht angenommen werden Computer, Smartphones, Fahrräder oder Textilien, ebenso wenig Geräte mit Garantie.

Im Team auf Lösungssuche

16 ehrenamtliche Helfer gehören zum Team der Flickwerkstatt, vom pensionierten Swissair-Mechaniker bis zur Elektronik-Studentin. «Für Reparaturen in den Bereichen Holz, Metall und Haushaltselektronik sind wir bestens aufgestellt, doch freuen wir uns natürlich über weitere Freiwillige», sagt Immer. Repariert wird meist zu zweit. ­«Gelebte Teamarbeit» nennt es Hans Keller. «Die gemeinsame Lösungssuche hat sich bewährt.»

Den Kunden beziehe man stets mit ein, schliesslich möchte man Hilfe zur Selbsthilfe vermitteln. Nachhaltigkeit soll gefördert werden, ebenso der soziale Kontakt: Nicht nur während allfälliger Wartezeiten entwickle sich bei Kaffee und Kuchen manch gutes­ Gespräch.

Dank Reissverschluss, der die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellt, sowie Unterstützung der Stadt Bülach, dem Gemeinnützigen Frauenverein und privaten Spenden konnte die Flickwerkstatt 2017 mit einer schwarzen Null abschliessen.

Erstellt: 17.01.2018, 15:51 Uhr

Infobox

Termine Flickwerkstatt Bülach.
20. Januar, 17. März, 26. Mai, 25. August und 27. Oktober, jeweils 10 bis 14 Uhr.
Reissverschluss, Lindenhofstrasse 3 in Bülach.
www.flickwerkstatt-buelach.ch

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