Fussball-WM

Abpfiff für Fussball im Büro

Alle Spiele der Schweiz in der Gruppenphase finden um 20 Uhr statt. Dann haben viele Fans schon Feierabend und können in Ruhe den Match verfolgen. Glück gehabt, denn Fussball schauen während der Arbeit wird oft nicht toleriert.

Während der Arbeit Fussball schauen ­– dieses Bild wollen Arbeitgeber aus der Region nicht sehen.

Während der Arbeit Fussball schauen ­– dieses Bild wollen Arbeitgeber aus der Region nicht sehen. Bild: Paco Carrascosa

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Heute spielt Portugal gegen Marokko, morgen trifft Dänemark auf Australien, am Freitag treten die Gruppengegner der Schweiz, Brasilien und Costa Rica, gegeneinander an. Diesen drei Begegnungen ist gemeinsam, dass alle – zumindest nach mitteleuropäischer Sommerzeit – um 14 Uhr stattfinden. Um diese Zeit sind viele Leute noch im Büro, auf der Baustelle, in der Schule.

Gesetzlich ist das Mitverfolgen der WM während der Arbeitszeit weder konkret untersagt noch erlaubt. Die angefragten Arbeitgeber aus der Region zeigen sich wenig kulant und sind der Meinung: Fussballschauen soll man in der Freizeit.

Radio oder Liveticker

Ein Blick in die Verwaltungen von Kloten, Opfikon, Regensdorf, Dielsdorf und Bülach zeigt: Fussballschauen ist während der Bürostunden nicht erlaubt. «Arbeitszeit wird bei uns nicht zum Mitfiebern vor den Bildschirmen genutzt», sagt der Bülacher Stadtschreiber Christian Mühlethaler. Das gilt auch in Opfikon: «Das Schauen von WM-Spielen zählt nicht zur Arbeit und ist deswegen nicht gestattet», sagt Willi Bleiker, Leiter der Präsidialabteilung.

In Kloten gilt ebenfalls die Devise: Spiele schauen ist Privatsache. Doch: «Wer neben der Arbeit Radio hört oder einen Live­­­­­-ticker laufen lässt, muss selbst beurteilen, ob ihn das zu stark ablenkt», sagt Verwaltungsdirektor Thomas Peter. In Regensdorf kann man dafür während der Pause oder bei einem späten Zmittag WM schauen: «In der Cafeteria steht ein Fernseher», weiss Gemeindeschreiber Stefan Pfyl.

Auch im privaten Sektor heisst es: «Fussball schauen gehört in die Freizeit», kommuniziert Dino Graf, Sprecher der Amag, die in Buchs eine Verkaufsstelle hat. Beim Sicherheitskonzern Dormakaba mit Sitz in Rümlang gibt es während der Achtelfinalspiele zwar zwei interne Anlässe, diese gelten aber nicht als Arbeitszeit, teilt Mediensprecherin Germaine Müller mit.

Flexible Zeiteinteilung

Eine Möglichkeit, früher Feierabend zu machen, ohne gleich Ferien zu nehmen, bietet die Jahresarbeitszeit, die für viele Verwaltungen gilt, so auch für Dielsdorf: «Die Mitarbeitenden der Gemeinde sind in der Ausgestaltung ihrer Arbeitszeit relativ flexibel. Durch eine gute Stellvertretungsorganisation kommen die Sportfans sicher auf ihre Kosten und können die Spiele bei Bedarf in der Freizeit verfolgen», erklärt Gemeindeschreiber Marco Rengg­li. «Doch es ist nicht gestattet, während der Arbeitszeit TV zu schauen.»

Weniger flexibel als Angestellte mit Jahresarbeitszeit sind hingegen Schülerinnen und Schüler, da sie einen fixen Stundenplan haben. So ist auch an der Kantonsschule Zürcher Unterland Fussballschauen während des Unterrichts kein Thema: «Es fallen sicherlich keine Stunden aus, um den Match zu schauen. In den Zwischenstunden sind die Schülerinnen und Schüler allerdings frei und können auch die Computerräume nutzen», sagt Rektor Roland Lüthi. So kurz vor der Notenabgabe hätten die meisten aber anderes im Kopf.

Erstellt: 20.06.2018, 09:08 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!