Dänikon-Hüttikon

Acht Köpfe für fünf Sitze

Die acht Kandidierenden, die sich für die fünf Sitze in der Primarschulpflege bewerben, beschäftigten sich am Dienstagabend mit der Frage «Wie weiter mit der Schule?». Einig waren sie sich, dass eine gute Kommunikation zwischen den verschiedenen Gremien das A und O ist.

Sie alle wollen in die Primarschulpflege (von links): Marcel Rüegg, Marco Schweinfurth, Andreas Arnold, Stefan Schumacher, Stefanie Marti, Fabienne Schenkel, Roman Götschmann und René Wieser.

Sie alle wollen in die Primarschulpflege (von links): Marcel Rüegg, Marco Schweinfurth, Andreas Arnold, Stefan Schumacher, Stefanie Marti, Fabienne Schenkel, Roman Götschmann und René Wieser. Bild: Martina Cantieni

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In den beiden kleinen Furttaler Gemeinden Dänikon und Hüttikon stehen die Bewerber für einen Sitz in der Primarschulpflege Schlange. Acht Personen kandidieren für die fünf Sitze, auch um das Präsidium buhlen zwei. Das grosse Interesse an der Schulpflege zeigte sich auch in den Zuschauerrängen. Knapp 80 Personen fanden am Dienstagabend den Weg in die Aula der Schule Rotflue. Zum Wahlpodium eingeladen hatten die Politische Interessengemeinschaft Dänikon (PI) und die SVP Dänikon-Hüttikon.

Wunsch nach Veränderung?

Christian Lucek (Kantonsrat und Präsident der SVP Dänikon-Hüttikon), der gemeinsam mit Urs Schmidt (Präsident PI) durch den Abend führte, erklärte das Ziel des Anlasses: Die Bevölkerung soll sich ein Bild der Kandidaten machen können. Denn sechs von acht bewerben sich neu für das Amt.

Es sind dies Andreas Arnold (parteilos), Stefanie Marti (parteilos), Fabienne Schenkel (SVP), Stefan Schumacher (parteilos), Marco Schweinfurth (SVP) und René Wieser (SVP). Von den Bisherigen treten Roman Götschmann (parteilos) und Marcel Rüegg (parteilos) wieder an. Um das Präsidium buhlen neu Roman Götschmann und Marco Schweinfurth.

Nach einer ersten Vorstellungsrunde stellte Christian Lucek die Frage in den Raum, ob der Grund für so viele Kandidaten im Wunsch nach Veränderung zu suchen sei. Denn die bisherige Schulpflege musste sich in letzter Zeit viel Kritik anhören. Beispielsweise lehnte das Volk im Dezember 2016 einen Projekierungskredit für den Schulhausausbau ab und im Herbst ging ein Stimmrechtsrekurs gegen die Oktober-Versammlung ein.

Mittlerweile ist man in diesen beiden Streitpunkten aber einen Schritt weiter: Der Rekurs wurde abgewiesen und der Projektierungskredit für den Ausbau fand vor einigen Monaten doch noch Zuspruch beim Volk.

Die erste Frage von Lucek, die er an die Anwärter für das Präsidium richtete, beschäftigte sich denn auch mit dem geplanten Bau. «Ich stehe voll und ganz dahinter», sagte Roman Götschmann. Er sei auch zuversichtlich, dass er die Neuen im Team davon überzeugen könne. Marco Schweinfurth dagegen zeigte sich verhalten. «Als Neuer kann ich nicht viel dazu sagen, weil mir das Hintergrundwissen fehlt.» Dass der Baukredit voraussichtlich noch vor dem Amtsantritt der neuen Schulpfleger an die Urne kommt, findet er schade. «So können wir Neuen uns ja gar nicht mehr einbringen.»

«Vernetzung hat Potenzial»

Urs Schmidt wollte von den Kandidierenden wissen, wie das Vertrauen zwischen Schulpflege, Eltern, Schulleitung und Gemeindebehörden verbessert werden könne. «Wir müssen an der Kommunikation und Transparenz arbeiten», sagte Stefanie Marti. Sie betonte aber auch, dass die bisherige Schulpflege ihren Job gut gemacht habe. Auch René Wieser legt Wert auf eine gute Kommunikation: «Wir müssen informieren, miteinander reden und hartnäckig bleiben.»

Dass in Sachen Informationsaustausch bisher nicht immer alles optimal gelaufen ist, räumte auch der bisherige Schulpfleger Marcel Rüegg ein. «Die Vernetzung zwischen Schulpflege und Politischer Gemeinde hat noch grosses Potenzial.»

Für Diskussion sorgte das Altersdurchmischte Lernen (AdL), das im Rotflue praktiziert wird. Stefan Schumacher: «Wir müssen uns bewusst sein, dass die Fähigkeiten, die die Kinder heute lernen, nicht immer dieselben sind, die wir lernen mussten.» AdL stärke die Sozialkompetenz. «Im Berufsleben lernt man ja auch von verschiedenen Altersgruppen», sagte er und erntete Applaus. Fabienne Schenkel entgegnete, dass man nicht grundsätzlich für oder gegen das Modell sein könne: «Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist vielmehr: ‹welches Modell passt zu unserer Schule?›.»

Kosten für Sonderschulung

Von Andreas Arnold wollte Christian Lucek wissen, wo dieser Baustellen – auch im übertragenden Sinn – sähe. Die tatsächlich bevorstehende Baustelle, also den Schulhausausbau, erachtet Arnold als die «beste und günstigste Lösung». Zum Bereich Sonderschulung, bei dem Dänikon-Hüttikon in Sachen Kosten über dem kantonalen Mittel liegt, sagte Arnold: «Man darf das Thema Sonderschulung nicht nur auf die Kosten abwälzen. Wenn Probleme da sind, müssen wir uns deren annehmen.»

Nach einer 90-minütigen Diskussion setzten die Moderatoren einen Schlusspunkt. Die Fragen aus dem Publikum erfolgten zu diesem Zeitpunkt ohnehin nur noch spärlich. Urs Schmidt fasste zusammen: «Die Behörde wird künftig aus mindestens drei Neuen bestehen und wird sich erst finden müssen.

Erstellt: 28.02.2018, 16:42 Uhr

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