Dielsdorf

Adus Klinik setzt den Fokus auf Orthopädie

Vor 20 Jahren ist die Chirurgische Tagesklinik, das ehemalige Bezirksspital, privatisiert worden. Seit zwei Jahren sind neue Besitzer für den Erfolg der heutigen Adus Klinik verantwortlich.

Für einen reibungslosen Ablauf in der Adus-Klinik sorgen untern anderen Patrick Vavken, Chefarzt Orthopädie und Mitglied der Geschäftsleitung, Pflegefachfrau Ivanka Petricevic und Katrin Grosse, Geschäftsführerin.

Für einen reibungslosen Ablauf in der Adus-Klinik sorgen untern anderen Patrick Vavken, Chefarzt Orthopädie und Mitglied der Geschäftsleitung, Pflegefachfrau Ivanka Petricevic und Katrin Grosse, Geschäftsführerin. Bild: Balz Murer

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Anfang dieses Monats feiert die Adus Klinik in Dielsdorf ihr 20-jähriges Bestehen, vorerst in kleinem Rahmen. «Wir denken dabei vor allem an unser Pflegepersonal, das einen ausserordentlichen Einsatz leistet», sagt Katrin Grosse, im dreiköpfigen Leitungsteam zuständig für die Geschäftsführung. Einer der Schwerpunkte der Klinik ist die Orthopädie.

Pflegefachfrau Ivanka Petricevic arbeitet seit 15 Jahren in der Klinik. «Nachdem das damalige Akutspital, in dem ich 1991 angefangen hatte zu arbeiten, geschlossen wurde, ging ich weg», sagt sie. Wenige Jahre später sei sie jedoch von Jakob Oetiker, Facharzt FMH für Chirurgie, zu einer Rückkehr animiert worden.

Oetiker war einer von vier Ärzten, die 1999 das frühere Bezirksspital als private Trägerschaft weiterführten. Es war ein Jahr zuvor im Zusammenhang mit der kantonalen Spitalliste geschlossen worden. «Dank eines Pauschalvertrags mit einem Grossteil der damaligen Krankenkassen und einem Aktienkapital von rund 400000 Franken war es möglich, das Spital unter dem Namen Adus Klinik als ambulante und teilstationäre Tagesklinik weiter zu betreiben.»

Bei allen Prozessen dabei

Für Pflegefachfrau Petricevic ist die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten in allen Bereichen wichtig. «Bei uns stehen die Menschen im Mittelpunkt. Wir begleiten sie im Team auf ihrem manchmal schwierigen Weg.» Weil die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen so gut klappt, sind sie sehr flexibel und leisten wenn nötig auch einmal einen ungeplanten Einsatz. «So, wie wir organisiert sind, ist die Arbeit sehr abwechslungsreich, weil wir sämtliche Prozesse begleiten.» Sie seien zum Beispiel dabei, wenn jemand in die Klinik eintritt, würden sie in den OP-Raum begleiten und beim Aufwachen da sein. «Wir sind überall einsetzbar, das bringt Abwechslung.»

«In den vergangenen
25 Jahren habe ich
weit über 15000 Operationen ausgeführt.»
Jakob Oetiker
Facharzt für Chirurgie
Adus-Klinik Dielsdorf

Noch bis Ende dieses Jahres ist Oetiker als Chirurg an der Adus Klinik tätig. «Dann ist Schluss», sagt er. Eine Nachfolge ist bereits aufgegleist. Der 60-Jährige verabschiedet sich in den Ruhestand. Im Juli 1994 habe er im damaligen Spital Dielsdorf als behandelnder Arzt in der Chirurgie angefangen. «In den vergangenen 25 Jahren habe ich weit über 15000 Operationen ausgeführt.» Es sei ein breites Spektrum angeboten worden, dass auch genutzt wurde. Dank wirtschaftlicher Führung und Kapazitätserweiterungen konnte das Aktienkapital 2010 auf 1,2 Millionen Franken erhöht werden.

2012 wieder auf Spitalliste

Vor sieben Jahren bewilligte der Kanton den Antrag aus Dielsdorf, Patienten stationär aufnehmen zu können und setzte die Klinik wieder auf die Spitalliste. Das ist mit einem Leistungsvertrag verbunden. Damit ist die Adus Klinik berechtigt, zu Lasten der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung abzurechnen und erhält vom Kanton für die stationäre Behandlung von Patienten einen Beitrag.

Damals hatte Oetiker als ärztlicher Direktor erklärt, es werde alles daran gesetzt, die neue Marktposition optimal zu nutzen. Man habe Abläufe gestrafft, was zu Entlassungen und Anpassung der ärztlichen Honorare führte. Danach schnitt die Adus Klinik im jährlich erscheinenden Fallkostenvergleich sehr gut ab. Sie führte jeweils das Feld an mit den tiefsten Kosten für die Behandlung stationärer Patientinnen und Patienten.

2018 figurierte sie auf Platz zwei, das kostengünstigste Spital im Kanton war jenes in Bülach. Allerdings beträgt der Unterschied nur gerade 7 Franken. Gemäss Geschäftsführerin Grosse ist es klar das Ziel der Adus Klinik, Bülach wieder einzuholen. «Wir haben letztes Jahr rund eine Million Franken in verschiedenen Bereichen investiert, das wirkt sich jetzt aus. Wir sind jedoch immer bestrebt, sehr gute Leistungen zu erbringen und ein vertretbares Kosten-Nutzen-Verhältnis zu haben.»

Für alle Versicherungsstufen

Grosse betont, man behandle nicht nur privat versicherte Patientinnen und Patienten. «Meldet sich jemand mit Beschwerden bei uns, fragen wir nicht zuerst nach der Art der Versicherung», erklärt sie. «Wir bieten eine breite Palette an Operationen für alle an. Jede Person erhält jene Behandlung, die am besten passt.» Man wolle aber die Kosten im Griff behalten, Strukturen vereinfachen, Materialkosten senken, ohne bei der Qualität Abstriche zu machen. «Wir setzen uns dafür ein, dass sich die Patienten in der Adus Klinik gut aufgehoben fühlen.» Dieses Ziel hat die Klinik erreicht. Gemäss dem Fragebogen, der im Juni eingeführt wurde, beurteilten die Patienten die Qualität der Pflege als sehr gut. 2018 wurden insgesamt 2196 Eingriffe vorgenommen.

Patrick Vavken ist Chefarzt Orthopädie und Traumatologie und Mitglied der Geschäftsleitung. Er sagt: «Im Zürcher Unterland herrschte eine orthopädische Versorgungslücke. Leute mit entsprechenden Beschwerden mussten nach Zürich fahren, bevor wir hier Operationen in diesem Bereich anbieten konnten.» Positiv wertet er die zunehmende Bekanntheit der Adus Klinik, wie sie seit 2017 betrieben wird. «Bin ich in Dielsdorf unterwegs, werde ich ab und zu von ehemaligen Patientinnen und Patienten erkannt.» Er spüre eine Verbundenheit der Bevölkerung mit «ihrem» Spital.

Mit 3 Operationssälen, 20 Betten und rund 40 Mitarbeitenden sei die Adus Klinik in Dielsdorf «klein, aber fein». «Die Wege innerhalb des Gebäudes sind kurz. Wir sind rasch zur Stelle, wo unser Einsatz gefragt ist. Und wir behalten die Übersicht.»

Schulklasse erhält Einblick

Die Dielsdorfer Adus Klinik will transparent sein. Das zeigt sich auch, indem sie einer 2. Primarklasse aus Buchs einen Besuch ermöglicht. «Sie behandeln das Thema ‹Knochen› im Unterricht. Zum Abschluss wollen sie sich nun noch vor Ort ein Bild machen», sagt Grosse. Morgen Freitag, am letzten Tag vor den Herbstferien, wird der Klasse dieser Wunsch nun erfüllt.

Erstellt: 03.10.2019, 08:45 Uhr

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