Zum Hauptinhalt springen

Adventliche Schneeflocken für die Ohren

Ob es weisse Weihnachten geben wird, steht noch in den Sternen. Akustisch hat sie am Samstagabend beim Konzert des Embracher Chors Keep in Touch bereits stattgefunden.

Chorleiter Richard Secrist bot den Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit, ihr gesamtes Können zu zeigen.
Chorleiter Richard Secrist bot den Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit, ihr gesamtes Können zu zeigen.
Urs Brunner

Ein mit glänzenden Kugeln geschmückter Christbaum, ein bequemer Lehnstuhl und eine altmodische Ständerlampe auf der Bühne des Rorbaser Steigwiessaals verbreiteten Behaglichkeit. Im Lehnstuhl nahm Vreni Iten Platz. Anstelle einer Moderation trug sie als «Gschichtegrosi» zwischen den Liedblöcken zur Jahreszeit und zu den kommenden Festtagen passende Gedichte vor. Festlich war auch der Einzug der Sängerinnen und Sänger mit brennenden – wenn auch aus Sicherheitsgründen elektrischen – Kerzen, die sie am Bühnenrand platzierten.

Musik kennt keine Grenzen

Mit einem Medley weniger bekannter amerikanischer Weihnachtslieder eröffnete Keep in Touch das Konzert. «Jingle Bells», «White Christmas» und «Let It Snow» sind dagegen in unseren Breitengraden fast so bekannt wie unsere traditionellen deutschsprachigen Weihnachtslieder. Der Chor beziehungsweise dessen Dirigent und Pianist, der aus den USA stammende Richard Secrist, begnügte sich nicht mit den in den Einkaufstempeln allgegenwärtigen Versionen. Zur Aufführung kamen anspruchsvolle, teils jazzige Bearbeitungen, welche die volle Konzentration der Sängerinnen und Sänger erforderten und ihnen viel abverlangten.

Durch einen gepflegten Chorklang vermochte Keep in Touch beim verhaltenen Volkslied «Wenn ich ein Glöcklein wär» zu begeistern. Mit dem ohne Noten gesungenen modernen Gospel «Rock-a My Soul» gelang es dem Chor, das Publikum aus der Reserve zu locken und zum Mitklatschen zu animieren. «All I Want for Christmas» kennt man von Mariah Carey. In Rorbas war Lisa Gäumann die Solistin. Auch nach der Pause gab es Bekanntes und weniger Bekanntes zu hören. Eindrücklich war das a cappella gesungene englische Weihnachtslied «Ding Dong». Auch «Stille Nacht» erklang auf Englisch in einem konzertanten Liedsatz. Aus dem Vollen schöpfen konnte Perkussionist Heinz Fritschi beim abschliessenden «Feliz Navidad» von José Feliciano, der das Lied in nur fünf Minuten geschrieben haben will.

Den endgültigen Schlusspunkt hinter das festliche Konzert setzte das von Chor und Publikum gemeinsam gesungene «O du fröhliche». Nicht nur die 150 Zuhörer waren begeistert. Sehr positiv fiel auch das Urteil von Chorleiter Richard Secrist aus: «Ich bin mit meinen Sängerinnen und Sängern sehr, ja absolut zufrieden. Das Programm war anspruchsvoll, und es steckt viel Arbeit dahinter.» Rund 40 Sängerinnen und ­Sänger zählt der Chor zurzeit. Von Überalterung, wie sie andere Chöre beklagen, ist bei Keep in Touch keine Spur.

Breites Repertoire

Die Marketingverantwortliche des Chors, Bernadette Dettling, erklärt dies so: «Wir konnten in den vergangenen Jahren regelmässig drei bis vier Neueintritte verzeichnen.» Dass der Chor keine Nachwuchsprobleme hat, mag damit zusammenhängen, dass er sich keiner Musikrichtung verschrieben hat. Ursprünglich gegründet als ein der reformierten Kirche Embrach nahe stehender Gospelchor, umfasst das Repertoire heute neben diesen Gospelliedern auch Werke aus der Klassik ebenso wie Pop- und Rocksongs und Musicalmelodien. Nach dem Konzert in Rorbas am Samstagabend wirkte der Chor am Sonntagmorgen beim Gottesdienst in Oberembrach mit, und am Sonntagabend fand in der reformierten Kirche Embrach ein gemeinsames Konzert mit dem St.-Laurentius-Chor aus Bülach statt. Es war dies die erste Zusammenarbeit zwischen den beiden Chören.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch