Kloten

Alte Asylunterkunft muss weg –jetzt liegen Pläne für Neubau vor

Der Klotener Stadtrat hat die Pläne für einen Asylneubau vorgelegt. Für 3,7 Millionen Franken sollen auf dem Areal neben der Stiftung Pigna in einem ersten Schritt bis zu 60 Plätze erstellt werden.

Die Wohncontainer wurden vor 17 Jahren als befristete Übergangslösung während der Sanierung des Altersheims Spitz aufgebaut.

Die Wohncontainer wurden vor 17 Jahren als befristete Übergangslösung während der Sanierung des Altersheims Spitz aufgebaut. Bild: Balz Murer

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Erstmals liegen genaue Pläne über den Ersatz der alten Asylunterkunft in Kloten vor. Diese zeigen ein schlichtes zweistöckiges Gebäude anstelle der derzeit benutzten, hufeisenförmig angeordneten Containersiedlung bei der Stiftung Pigna. Die Stadtregierung beabsichtigt an der Rankstrasse auch in Zukunft einen Teil der Asylsuchenden (Status N) sowie vorläufig Aufgenommene (Status F) unterzubringen. Die Rede ist von 30 Plätzen, was in etwa der Zahl von Leuten entspricht, die aktuell dort einquartiert sind.

«Der Standort hat sich bewährt», steht im Bericht der nun auch dem Stadtparlament vorliegt. Die zuständige Stadträtin Gaby Kuratli (CVP) unterstreicht das und weist darauf hin, dass man auch zwei andere Standorte geprüft habe bei der Sporthalle Ruebisbach und beim Schulhaus Dorf/Feld, jedoch der bisherige Ort als eindeutig besser befand. Das sagt sie nicht einfach so, wohnt doch Kuratli selbst – nota bene nicht als einzige Vertreterin der Stadtregierung – gleich im Quartier nebenan.

Ein Provisorium seit 17 Jahren

Seit im April 2016 rund 30 Asylsuchende an der Rankstrasse einzogen, wusste der Stadtrat, dass die alten Baracken nur eine praktische Zwischenlösung darstellen können. Denn erstellt wurden die Wohncontainer vor 17 Jahren als befristete Übergangslösung während der Sanierung des Altersheims Spitz. Seither dienten sie verschiendenen Institutionen als Unterkunft.

Bevor die eigenen Asylsuchenden einzogen, waren am Stadtrand von Kloten zuletzt noch Pensionäre eines Höngger Alterswohnheims einquartiert, während deren Haus umgebaut wurde. So generierten die orangen Baracken der Stadt Kloten immer wieder Einnahmen. Doch damit ist nun Schluss, zu alt und marod sind die Bauten inzwischen. An eine Bewilligung für einen weiteren Betrieb sei daher nicht mehr zu denken, heisst es.

Hiermit ist auch klar, dass die ganze und nicht nur jene direktbetroffene Hälfte des orangen Hufeisens abgerissen werden muss. Denn seit rund zwei Jahren ist klar, dass die benachbarte Behindertenstiftung Pigna auf dem Gelände einen Erweiterungstrakt bauen wird. Klotens Sozialvorsteherin Kuratli sitzt auch im Stiftungsrat von Pigna und hatte dies seit langem auf dem Radar wie sie sagt.

«Das ist keine Luxuslösung»

Für die Stadt Kloten ist nun klar, dass man in dieser Sache jetzt optimal kooperieren muss. Das sei auch möglich, heisst es im vorliegenden Bericht. Und damit verhindert man auch, dass eine teure, separate Übergangslösung zur Unterbringung der jetzigen Bewohner der Containersiedlung nötig wird.

Ohnehin betont die Stadtregierung ihren Fokus auf Kosteneffizienz. Zwar geht es insgesamt um eine Summe von fast 3,7 Millionen Franken, aber dank des zweigeschossigen, nicht unterkellerten Neubaus mit maximal flexibler Raumeinteilung und wenig Nebenräumen sei es auf Effizienz getrimmt. Bei steigenden Asylzahlen könne die Kapazität mit doppelstöckigen Betten zunächst von 30 auf 60 Plätze erhöht werden. Sonst gebe es dank der geringeren Grundfläche des projektierten Asylneubaus auch nach Fertigstellung des Pigna-Erweiterungstraktes noch genügend Platz auf der Parzelle, um einen zweiten Asylbau hinzustellen.

«Es geht um einen Zweckbau. Unser Vorhaben ist keine Luxuslösung», betont Stadträtin Kuratli derzweil. Ob es die 32 Abgeordneten im Klotener Parlament ebenso sehen, ist noch offen. Anfang Dezember wird der Asylneubau dort zur Debatte stehen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.09.2018, 17:53 Uhr

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Abstimmung folgt

Der Stadtrat hat mit seinem Beschluss für einen Asylneubau das Geschäft nun der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) überwiesen. Das weitere Vorgehen sieht so aus:

Dez. 2018 – Behandlung der Vorlage im Stadtparlament.
Mai 2019 – Urnenabstimmung (nur wenn Parlament zuvor der Vorlage zugestimmt hat)
Juli 2019 – Eingabe des vorbereiteten Baugesuchs.
Dez. 2019 – Arbeitsausschreibungen und -vergaben.
März 2020 – Baubeginn
Dez. 2020 – Fertigstellung
März 2021 – Abbruch des heutigen Containerprovisoriums.

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