Höri

Am 30. Jubiläum dürfen alle mitfeiern

Zwei für die Betroffenen weltbewegenden Ereignisse prägten den 17. Oktober 1987: Der erste Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg und die Gründung des Bocciaclubs Höri.

Präsidentin Hedy Passerini und Koch Alfio Tempera freuen sich auf das Jubiläums-Fest des Bocciaclubs.

Präsidentin Hedy Passerini und Koch Alfio Tempera freuen sich auf das Jubiläums-Fest des Bocciaclubs. Bild: Sibylle Meier

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Für die im Dorf lebenden Italiener war es eine Sensation. Endlich bekamen sie eine Plattform, um ihrem Nationalsport nachzugehen und den Kontakt zu pflegen. Und obwohl 1987 das Wort Integration noch nicht in aller Munde war, so war der Bocciaclub auch ein Vermittler zwischen den Kulturen.

In den ersten beiden Jahren wuchs der Verein schnell auf 27 Mitglieder an. Anfangs spielte man auf den Bocciabahnen in Rorbas, doch der Wunsch nach einem «Heimspiel» wuchs. Und so wurde der Vorstand beim Gemeinderat vorstellig und berichtete von seinen Traum einer eigenen Bocciaanlage. Die Politiker liessen sich überzeugen und gaben dem Club zu günstigen Konditionen Land im Baurecht.

Der Bocciaclub baut...

Im Frühling 1992 erstellte die ortsansässige Firma Eberhard Bau AG zum Freundschaftpreis innert kürzester Zeit die Grundplatte und den Vorplatz. «Die Feinarbeit erledigten die Mitglieder mit Schaufel, Fachwissen und sehr viel Engagement», sagt Hedy Passerini, die seit 2015 als Präsidentin beim Bocciaclub Höri amtet. Im Juni 1992 war Einweihung der zwei Aussenbahnen und des Clublokals.

Doch weil in der Schweiz Aussenbahnen, anders als im sonnigen Italien, nur im Sommer wirklich Vergnügen bereiten, entschloss man sich eine Halle mit Innenbahnen zu errichten. Unterstützung kam wieder von einer ortsansässigen Firma. Die Baltensberger Stahlbau AG wurde beauftragt die Masse der Eisenträger zu bestimmen und den Aufbau zu konstruieren. «Und wieder waren die Mitglieder mit viel Herzblut zur Stelle. Sie erwarben Anteilscheine und leisteten hunderte von Fronstunden», erzählt Passerini.

Im Juni 2000 wurde die neue Halle eingeweiht. Für Höri war dies eine riesiges Ereignis und auf dem Erinnerungsfoto steht der damalige Präsident Raimondo Mattiussi stolz neben Gemeindepräsident Paul Baltensperger. Ein weiterer Schritt erfolgte dann 2003. Die lang ersehnte Heizung ging in Betrieb und man sagte den klammen Fingern Arrividerci.

…lebt...

«Die Gründer haben Grossartiges geleistet und sich mit all ihrer Kraft für den Bocciaclub Hoeri eingesetzt. Einige sind bis heute treue Helfer und immer noch aktiv dabei», sagt Passerini. Pokale und grosse Erfolge stellten sich zwar nie ein, doch für die Menschen war der Club wichtig. Schnell man eine Kugel schieben, unbeschwert den Arbeitstag ausklingen lassen, einen Rotwein geniessen, einen Partner fürs Leben finden, das italienische Herz pochen lassen, zusammen plaudern – und zusammen tafeln.

…kocht...

Das Essen war von jeher ein wichtiges Standbein zur Finanzierung des Clubs. Spaghetti siedende Hobbyköche, fleissig rührende Risottospezialisten und Piccata Milanese nach Art von «Mamma» waren bald legendär. Am 30. September 1989 fand das erste Spaghetti-Fest statt. Dieser Treff ist auch heute noch Bestandteil im Höremer Veranstaltungskalender. Momentan holt Vorstandsmitglied und Hobbykoch Alfio Tempera wieder den ganz grossen Kochlöffel hervor. Das Festprogramm zum 30. Geburtstag steht unmittelbar bevor und da wird natürlich gebrutzelt was das Zeug hält.

…und jubiliert

Die Menschen des Clubs blicken dankbar und stauend zurück auf das was die aufgebaut und geleistet haben. Doch etwas Wehmut liegt im Blick von Hedy Passerini, wenn sie in der Jubliläumsschrift blättert. «Mit den sechs Aktiven sind wir 73 Mitglieder. Es dürften schon mehr sein», sagt sie. Hedy Passerini ist eine der wenigen Boccia spielenden Frauen des Clubs. Sie kam durch ihren Mann Pepe dazu, der seit 20 Jahren Mitglied ist. «Eigentlich wäre das Bocciaspielen ein günstiger Sport.

Es braucht nur elf Franken pro Stunde und Bahn, flache Schuhe, die Kugel vom Club und los gehts. Aber…», sagt sie. Wie alle anderen Vereine, verzeichnet auch der Bocciaclub sinkende Mitgliederzahlen. Die Alten sind zwar treu, neue lassen sich aber kaum finden.

Das Geburtstagsfest im September nutzt der Verein deshalb auch, um sich beim Nachwuchs bekannt zu machen. Ein Plauschturnier soll Anfänger auf den Geschmack bringen und das Duo Margrit und Salvatore mit Edy aus Höri sorgen für die Musik. Italienische Gerichte gibt es zu Preisen wie vor 30 Jahren, vorausgesetzt Koch Alfio geht nicht vorher schon die Puste aus. Hedy Passerini verrät: «Zur Dekoration müssen noch 284 Ballone in den Farben Italiens und Höris aufgeblasen werden.»

Erstellt: 07.09.2017, 15:59 Uhr

ÖffnungszeitenRestaurant und Bocciadrom

Donnerstag, 14 bis 18 Uhr und 19.30 bis 22 Uhr;
Freitag, 19.30 bis 22 Uhr;
Samstag, 15.30 bis 19 Uhr;
Sonntag, 9.30 bis 13 Uhr.

Bahnen und Restaurant sind geöffnet und für alle zugänglich. Parkplätze vorhanden.
Festprogramm.26. bis 29. September. Vorentscheidung Plauschturnier. Alle dürfen teilnehmen. Samstag, 30. September. Vormittags Plausch-Turnier mit anschliessendem Finale. Ab 11.30 Uhr Spaghetti-Fest für alle. Sonntag, 1. Oktober. 10.30 bis 11.30 Uhr. Jubiläums-Festakt. Ab 12 Uhr Spaghetti-Fest alle.

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