Bülach

Am Handfest lebt das traditionelle Handwerk zur neuen Blüte auf

Gegen 1000 Besucher zog es am Samstag in die Altstadt. Handfest und Umwelttag vereinten Handwerk mit Naturthemen.

Renate Vogel Strässler flechtet jährlich 200 bis 300 Körbe, Jacqueline Zellweger schaut ihr zu.

Renate Vogel Strässler flechtet jährlich 200 bis 300 Körbe, Jacqueline Zellweger schaut ihr zu. Bild: Sibylle Meier

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Neben dem Rathaus steht der Stand von Renate Vogel Strässler aus Hüntwangen. Selbst geflochtene Körbe in verschiedenen Grössen stehen zum Verkauf bereit. Die Hobby-Korbmacherin schneidet Weidenzweige in die richtige Länge, bevor sie diese in den zuvor gefertigten Boden einflicht.

Mindestens ein Jahr lang wurden diese Zweige getrocknet und anschliessend zwei Wochen in Wasser eingelegt, um sie formbar zu machen. «Ich möchte den Besuchern zeigen, wie altes Handwerk wieder auflebt», sagt Vogel Strässler. Rund drei bis vier Stunden braucht die Fachfrau, bis ein Korb mittlerer Grösse entsteht.

Spinnerin, Bildhauer, Seiler

Einige Meter weiter zeigt die Zürcherin Ingrid Berney das Handwerk des Spinnens. Als sie eine Spindel in die Höhe hält, wähnt man sich beinahe im Märchen von Dornröschen, welches sich an einer solchen Spindel gestochen hat. Unterdessen ist der Holzbildhauer Samuel Kreuzer dabei, die Büste eines alten Dorfpolizisten anhand einer Skizze entstehen zu lassen.

Grosser Andrang herrscht am Stand des Seilers Hanspeter Kern. Der Bülacher hat seine «Seilbahn» aufgestellt und farbige Kunstfaserseile eingespannt. Konzentriert drehen die sechsjährige Melina und ihr kleiner Bruder Maurin am Rad. Auch die siebenjährigen Zwillinge Jana und Anja dürfen ein Seil drehen.

«Ich möchte den Besuchern zeigen, wie altes Handwerk wieder auflebt.»Renate Vogel Strässler

Danach zieht es sie zum Stand mit dem Ton. Hier gestalten die Mädchen voller Hingabe eine kleine Tonschale und verzieren diese mit Muscheln und Steinchen. «Die Idee, am Handfest so viele Posten für die Kinder anzubieten, ist ganz toll», sagt ihre Mutter Nadja Hediger. «Der Anlass ist zudem gut organisiert, und die Helfer an den Ständen haben Zeit.»

Organisiert wurden Handfest und Kinder-Werk-Stadt vom Kulturzentrum Sigristenkeller. Dies sei die 19. Auflage des Handfests, sagt Fest-Koordinatorin Rita Fischer. «Schon von Anfang an hat sich gezeigt, dass die Kinder schnell Gefallen gefunden haben am eigenhändigen Werken und Gestalten.»

Deshalb kommen sie heute an insgesamt sieben Posten voll auf ihre Rechnung. Der gleichzeitig stattfindende Umwelttag der Stadt Bülach sei eine optimale Ergänzung. «Beide Anlässe ziehen ein ähnliches Publikum an», sagt Fischer.

Heimische Pflanzen fördern

So findet man beim Naturschutzverein Bülach zahlreiche einheimische Wildpflanzen. «Wir wollen die Besucher sensibilisieren, lokale einheimische Pflanzen vor Ort zu erstehen und anzubauen», sagt Co-Präsidentin Christine Nagel.

Auch der «Standort Zürcher Unterland» ist vertreten. «Wir wollen der Bevölkerung mitgeben, dass man die Freizeit auf vielfältige Art im Unterland verbringen kann. Im Sinne der Nachhaltigkeit wird der Konsumfranken zudem hier behalten», sagt Co-Geschäftsführer Dariush Daftarian.

Nach den zahlreichen Eindrücken und Erlebnissen geniessen die Gäste ihren Aufenthalt in der Handwerker-Schänke. Hier können sie gemütlich sitzend all die selbst hergestellten Kunstwerke nochmals bestaunen – vom Seil bis zum Kerzenliechtli.

Erstellt: 18.08.2019, 14:29 Uhr

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