Otelfingen

Auch als Weltenbummler bleibt er in Otelfingen aktiv

Obwohl Willy Laubacher nächstes Jahr nicht mehr zur Wiederwahl als Gemeindepräsident von Otelfingen antritt, will er auch in Zukunft aktiv am Dorfgeschehen teilnehmen. Ausser vielleicht, er ist gerade spontan in die Ferien verreist – das könnte durchaus mal vorkommen.

Einfach mal spontan verreisen können – das wünscht sich Willy Laubacher. Nach seiner Zeit als Gemeindepräsident wird man ihn deshalb öfter am Flughafen antreffen.

Einfach mal spontan verreisen können – das wünscht sich Willy Laubacher. Nach seiner Zeit als Gemeindepräsident wird man ihn deshalb öfter am Flughafen antreffen. Bild: Sibylle Meier

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Thailand ist gebucht. Aus­tralien steht für Ende 2018 ebenso fest. Willy Laubacher und seine Frau Erika reisen gerne um die Welt, und obwohl sie jeweils noch während der Ferien gleich die nächste Destination planen, war die Organisation bisher immer etwas kompliziert. Alles musste von langer Hand geplant und mit zig bevorste­henden Terminen abgeglichen werden.

«Einfach mal spontan verreisen und dabei keine Rücksicht nehmen müssen – das vermisse ich», sagt Laubacher. Denn als Noch-Gemeindepräsident von Otelfingen nimmt der bald 60-Jährige seine Verpflichtungen sehr ernst: Keine Sitzung finde ohne ihn statt, in den Dossiers sei er sattelfest, und unter die Bevölkerung mische er sich oft und gerne – sei es am Dorfmarkt oder am Advents­apéro. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für spontane Reisen.

Zeit für einen frischen Wind

Den Entscheid, sich aus der Dorfpolitik zurückzuziehen, hat Willy Laubacher schon lange gefällt. Eigentlich schon vor acht Jahren, als er nach der vierjährigen Amtszeit in der Sozial- und Vormundschaftsbehörde 2010 zum Gemeindepräsidenten gewählt wurde. «Ich habe mir damals bewusst diesen Zeitrahmen gesetzt, und daran halte ich mich. Das habe ich auch meiner Frau versprochen», verrät er. «Zwölf Jahre lang habe ich mich zu 100 Prozent für die Gemeinde eingesetzt, jetzt ist es an der Zeit für einen frischen Wind.» Dieser Entscheid gilt nicht nur für die politische Bühne, auch beruflich möchte Laubacher kürzertreten. Als Geschäftsführer eines Gipsergeschäfts ist er auf der Suche nach einem Nachfolger.

«Nur weil ich mich aus der Politik zurückziehe, heisst das ja noch lange nicht, dass ich mich nicht mehr für meine Mitmenschen oder mein Dorf interessiere.»Willy Laubacher

Doch wer jetzt denkt, man treffe Willy Laubacher künftig nicht mehr an öffentlichen Veranstaltungen an oder sein Interesse für die Zukunft seines Dorfes schwinde, der irrt sich. «Mich wird man auch in Zukunft an den Gemeindeversammlungen antreffen», sagt er entschieden. «Nur weil ich mich aus der Politik zurückziehe, heisst das ja noch lange nicht, dass ich mich nicht mehr für meine Mitmenschen oder mein Dorf interessiere», stellt er klar.

Markant mehr Einwohner

Ebendieses Dorf – Willy Laubacher wohnt seit 1995 in Otelfingen – hat sich in den letzten zwanzig Jahren massiv verändert. Waren es damals noch 1600 Einwohner, zählt Otelfingen heute bereits knapp 3000 Personen. Nicht verwunderlich also, dass ihn dieses Wachstum in seiner Behördentätigkeit stark beschäftigt hat. Neue Quartiere wie der Talacher sind entstanden, Pläne für Schulraumerweiterungen lagen auf seinem Tisch, die Gemeindeverwaltung wurde komplett neu gebaut, grosse Firmen sind zugezogen, und der Verkehr hat massiv zugenommen. Letzteres ist für Laubacher ein grosses Problem – «und ein Riesenärgernis».

Noch erachtet er es als zu früh, eine abschliessende Bilanz über seine Amtszeit zu ziehen. Schliesslich sei er noch bis zum 30. Juni im Amt. Den einen oder anderen Höhepunkt der letzten Jahre zählt Laubacher dann aber dennoch gerne auf. So denkt er mit Freude an das Dorffest im Jahr 2014 zurück oder auch an die Tatsache, dass Otelfingen während seiner Amtszeit mal den 10. Platz im von der «Weltwoche» durchgeführten Gemeinderanking belegt hatte. Ebenso stolz ist er auf die gute Infrastrukturin seinem Dorf. Und wem würde er all das gerne übergeben? «Mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin muss eine ­kommunikative und offene Person sein, ein grosses Allgemeinwissen haben und einen guten Umgang mit den Mitmenschen pflegen», sagt er.

Diesen guten Umgang hält er selber sehr hoch. Sei es im Gemeinderat oder mit der Dorfbevölkerung. Denn obwohl Laubacher gerne und oft die Welt bereist, ist und bleibt Otelfingen sein Zuhause. Fragt man ihn deshalb, was er sich für sein Dorf wünscht, so sagt er: «Eindeutig weniger Verkehr, vielleicht eine kleine Bäckerei und vor allem weiterhin eine zufriedene Bevölkerung.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.01.2018, 14:18 Uhr

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