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Auch einige Mailadressen ändern

internet Der Kanton beansprucht alles, was auf .zh.ch endet. Das betrifft zwar nur sechs Gemeindewebseiten – dafür aber eine Reihe vonDörfern, die alte Mailadressen mit dieser Doppelendung verwenden. Neerach etwa.

Nicht jede Adresse mit einem Gemeindenamen führt auch zur Webseite einer Gemeinde. Grundsätzlich könnten auch Stadel, Niederglatt und Buchs ihr Recht auf die einfache .ch-Webseite geltend machen.
Nicht jede Adresse mit einem Gemeindenamen führt auch zur Webseite einer Gemeinde. Grundsätzlich könnten auch Stadel, Niederglatt und Buchs ihr Recht auf die einfache .ch-Webseite geltend machen.
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Wer eine Mail an den Gemeindepräsidenten von Neerach schreiben möchte, adressiert diese mit markus.zink@neerach.ch. Das ist nichts als naheliegend, gilt aber erst seit letztem Frühjahr. Denn noch bis 2016 enthielt die Anschrift den Subdomain-Zusatz .zh – obschon die Hauptdomain der Gemeinde seit jeher ohne diesen auskam. «Es ist eben historisch so gewachsen», sagt Gemeindeschreiberin Martina Staub. Einen entsprechenden Dienstleistungsvertrag für das Mailsystem hatten einst zahlreiche Gemeinden abgeschlossen – es war quasi Standard. Im Verlaufe der Jahre haben mehr und mehr Gemeinden gewechselt.

Im letzten Jahr hat der Kanton die Gemeinden darüber informiert, dass er den Kommunen die Verwendung des .zh.ch ausSicherheitsgründen untersagt (Ausgabe vom 10. November). Damit habe er in Neerach offene Türen eingerannt, sagt Staub. «Wir haben die entsprechenden Verträge umgehend gekündigt und sind nun seit März daran, die Leute ‹umzuerziehen›.» Sprich: Alle Mails mit @neerach.zh.ch kommen heute zwar noch an, werden aber nicht mehr kommuniziert. Ab 2018 wird der alte Zopf dann definitiv abgeschnitten.

Die Tatsache, dass der Kanton bei seiner Alleinbeanspruchung der Domain (inklusive aller Subdomains) mit der Sicherheit argumentiert, hat den Zeller EVP-Kantonsrat Markus Schaaf dazu veranlasst, mit Datum vom 13. November eine Anfrage einzureichen: Er will in erster Linie in Erfahrung bringen, welche konkreten Bedrohungsszenarien den Regierungsrat letztlich zu dieser Massnahme bewogen haben – und auch, wie viele Gemeinden von der Änderung betroffen sind. Letztere Frage ist nicht allzu schwer zu beantworten: Was die Webadresse als solche angeht, ist die Anzahl betroffener Dörfer überschaubar, Mailadressen, die mit dem Kürzel .zh.ch enden, verwenden derzeit immerhin noch 23 Kommunen im Kanton (siehe Kasten).

Etwas anders gelagert sind die Fälle von Stadel, Niederglatt und Buchs, wo man nicht so ohne weiteres auf die .zh-lose Variante der Domain ausweichen kann. Die Adresse stadel.ch gehört seit 2001 der Stadel Fischimport AG in Pratteln. Stadels Gemeindeschreiber Valentino Vinzenz hat sich in dieser Zeitung eher skeptisch zu einem allfäligen Wechsel der Webadresse geäussert – gleichzeitig allerdings hat man sich www.stadel-zh.ch reservieren lassen, prophylaktisch.

Fischfirma sucht Gespräch

Bei der Stadel Fischimport kennt man zwar das Dilemma – hat aber erst kürzlich von der neuerlichen Aktualität erfahren. «Wir bekommen hier im Baselbiet nicht alles mit, was in Zürich so passiert», sagt CEO Leander Dobmann. Man habe sich vor Jahren schon einmal mit der Gemeinde Stadel über das Thema unterhalten und sich darauf geeinigt, dass die Firma die Adresse behalten dürfe. «Wir werden jetzt das Gespräch mit Stadel wieder suchen und gewiss zu einer Lösung kommen», so Dobmann. Weiter wolle er sich dazu im Moment nicht äussern.

Würde Stadel sich für die -zh.ch-Variante (mit dem Minus) entscheiden, wäre die Gemeinde damit nicht alleine: Vor allem von denjenigen Zürcher Dörfern, deren Namen auch in anderen Kantonen auftauchen, sind viele seit jeher so zu finden. Das Rafzerfelder Wil etwa hat die Adresse wil.ch den St. Gallern überlassen, Gossau und Benken ebenso. Das Furttaler Buchs hat bislang sowohl die .zh.ch- als auch die -zh.ch-Variante registriert, wobei derzeit noch Punkt zu Strich weitergeleitet wird.

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