Dielsdorf

Auktion setzt neuen Meilenstein

An der Suisse Elite-Fohlenauktion, die zum ersten Mal im Horse-Park Dielsdorf stattfand, erzielte der braune Hengst Van Gogh’s Balou AS das Spitzengebot von 26 000 Franken. Die 29 Fohlen brachten total einen Umsatz von 317 000 Franken.

Für Van Gogh’s Balou wurden an der Fohlenauktion 26 000 Franken geboten. Somit erzielte er den höchsten Preis vom Tag.

Für Van Gogh’s Balou wurden an der Fohlenauktion 26 000 Franken geboten. Somit erzielte er den höchsten Preis vom Tag. Bild: Katja Stuppia/zVg

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«Ich hätte nie gedacht, dass unser Fohlen einen solchen Spitzenpreis erzielen könnte», erklärte Andrea Spuhler aus Ottikon, deren Stute By the Way die Mutter des hoffnungsvollen Van Gogh’s Balou AS ist. Zwei Bieter haben sich bis zum Zuschlag des braunen, hochbeinigen Hengstes mit enormer Ausstrahlung und hervorragender Abstammung mit Van Gogh als Deckhengst, hochgesteigert. Zum Spitzenergebnis beigetragen haben gemäss der Hobby-Züchterin auch die gute Stimmung an der Auktion sowie die optimale Infrastruktur mit der grossen Halle und den grossen, hellen Pferdeboxen in der neu erstellten Gästestallung.

Rennbahnbesitzer Toni Kräuliger freute sich über die vielen positiven Reaktionen auf den Ausbau und die Modernisierung der Anlage. Er betont: «Auf dem Weg zur multifunktionalen Pferdesportanlage hat die Fohlenauktion einen neuen Meilenstein gesetzt. Möglich wurde dies erst durch den Stallneubau.» Vor sechs Jahren hat der 71-jährige Unternehmer und erfolgreichster Schweizer Rennpferdebesitzer aus dem Berner Seeland die marode Rennbahn übernommen und investierte seither 10 Millionen Franken in die Infrastruktur.

Vorgeschmack auf die Spring-Karriere

Gegen 1000 Besucher auf der Tribüne und im VIP-Bereich verfolgten aufmerksam die Präsentation der 29 Fohlen, die mit ihren Müttern in der lichtdurchfluteten Halle im Schritt und Trab vorgeführt wurden. Dabei zeigten schon einige Fohlen ihre Eigenständigkeit, bäumten sich auf, galoppierten durch die Halle oder übersprangen, wie zum Beispiel Topas, gar die Abschrankung. Es wirkte so als wolle er zeigen, dass er für nur 10 000 Franken einmal ein Spitzenspringpferd wird.

Sein Vater Trésor V war Seriensieger unter Steve Guerdat und gewann auch den CSI von Zürich. «Ein König der Lüfte» kommentierte Hans-Heinrich Brüning den temperamentvollen Auftritt des Hengstfohlens. Fachkundig pries der international anerkannte Pferdeexperte aus Deutschland die Qualitäten der Schweizer Elitefohlen an. So zum Beispiel bei dG’Volluto, der bereits das Ostschweizerische Fohlenchampionat gewonnen hatte. «Er kommt mit besten Referenzen, ist von mittlerer Grösse, hat viel Aufsatz (Hals) und ein aufgewecktes Temperament. Er ist bestens herausgemacht mit fliessendem Ablauf in den drei Grundbewegungen Schritt, Trab und Galopp. Ideal geschaffen für die Dressur», pries er das Tier an. Ein Schnäppchen für nur 9000 Franken. Bei der Erläuterung der Abstammung (Pedigrees) der «herrlichen Geschöpfe» wies Brüning darauf hin, dass die Gene der Mütter 60 bis 70 Prozent des Potentials eines zukünftigen Champions im Spring- und Dressursport ausmachen.

Spannende Bietduelle zwischen den Lagern

Während sich in der Reithalle auf der einen Seite das breite Publikum auf der Tribüne mit Wurst, Brot, Bier oder auch Schwarzwäldertorte auf den Knien verpflegte, tranken die VIP-Gäste auf der Südseite ihre Cüpli an weiss gedeckten Tischen.

Dazwischen pries Auktionator Beat von Ballmoos die vorgeführten Fohlen an. Gestartet wurde jeweils bei 3000 Franken. In raschen 500er-Schritten wurde bei zahlreichen Fohlen die 10 000er-Grenze erreicht und mit einem Tusch gefeiert. Dabei kam es immer wieder zu hartnäckigen Bietduellen zwischen den beiden Lagern. So freute sich ein Viehzüchter aus Bürglen, dass er Aarhof’s Central Heart einem VIP-Bieter für 18 000 Franken wegschnappen konnte. Bereits zuvor hatte seine Freundin das dunkelbraun gestichelte Hengstfohlen TRS Balou für 7000 Franken ersteigert.

Damit der Auktionator beim flüssigen Ablauf die Übersicht behalten konnte, wurde er von zahlreichen Helferinnen unterstützt: Sie bekundeten jedes neue Gebot mit der Trillerpfeife und einer weissen Kelle.

Am Schluss der Auktion zeigten sich Züchter und Käufer, dank und trotz höherer Preise als im Vorjahr, zufrieden. Der Durchschnittspreis der 29 Fohlen betrug 11 321 Franken. Vor einem Jahr reichte das Spektrum von knapp 9900 Franken bis 15500 Franken. OK-Präsident Marc Friedli vom Verein Schweizer Sportpferde sagte: «Unsere 25-Jahr-Jubiläums-Auktion war ein voller Erfolg. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir im nächsten Jahr wieder nach Dielsdorf kommen.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.09.2018, 19:07 Uhr

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