Glattbrugg

Aus der Agglo wird die Airport-City

Das Gebiet zwischen dem Bahnhof Glattbrugg und dem Klotener Balsberg soll nach den Wünschen des Kantons und der Gemeinden sein Agglo-Image ablegen und zu einer Stadt wachsen. Dazu wurden gestern mögliche Verkehrskonzepte, ein erhöhter Veloweg und Multifunktionskomplexe vorgestellt.

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Aus Glattbrugg und seiner Umgebung soll in den nächsten Jahren ein Trend-Quartier im Norden von Zürich entstehen. «Von der Nowhere-City zur Airport-City» nennen das die Verantwortlichen von Kanton, den drei Standortgemeinden Kloten, Opfikon und Rümlang sowie der Planungsgruppe Glattal.

Diese Vision der Aiport-City soll die Grundprobleme der Region zwischen Bahnhof Glattbrugg und Balsberg lösen: Auf den Strassen gibt es Stau, die Bahnhöfe sind für die Pendler schwer zugänglich, es gibt keine Plätze zum Verweilen und kaum Freizeitmöglichkeiten.

Grossprojekte sind in Planung

Trotzdem ist sich das Gebiet bereits am Entwickeln. Rund um den Balsberg plant die Priora ihren First District, ein riesiges Geschäftsviertel. Neben der Glattalbahn-Haltestelle Bäuler, beim UBS-Sitz, ist ein Multifunktionskomplex angedacht – mit Arbeitsplätzen, Einkaufszentrum, Kultur- und Eventangeboten, beispielsweise einem Kino. Dort soll auch der Europaplatz entstehen, unter dem Motto «Treffpunkt statt Brachland». Verkehrsdruck nimmt zu

Nicht im Gebiet der Airport-City entsteht derzeit der Circle am Flughafen, der aber trotzdem in die Planung einbezogen wird.

Verkehrsdruck nimmt weiter zu

Diese Grossprojekte werden noch mehr Pendler anlocken. Mehr Wohnraum, um gleich neben dem Arbeitsort zuhause zu sein, kann aber wegen des Fluglärms nicht geschaffen werden. Der Verkehrsdruck auf die Region wird sich somit gezwungenermassen massiv erhöhen.

Auch weil es weiteres Entwicklungspotential gibt, rund 1,5 Millionen Quadratmeter sind im Bereich der Airport-City überbauungsfähig. Zum Vergleich: Der Glattpark ist mit rund 280 000 Quadratmetern nicht mal ein Fünftel so gross.

Verkehr auf die Birchstrasse auslagern

Im Konzept für die Airport-City haben Kanton und Gemeinden deshalb diverse Massnahmen im Sinn, um das zu entschärfen:

  • Die Schaffhauserstrasse, die von Zürich durch Glattbrugg nach Kloten führt, soll vom Verkehr entlastet werden. Dieser soll stattdessen hauptsächlich über die Birchstrasse fliessen, am Flughafenzaun entlang. Dafür denken die Planer über eine neue Strasse nach, die von der Autobahnausfahrt Glattbrugg/Kloten direkt zur Birchstrasse führen soll. So wäre eine direkte Achse zwischen der A51 und der A1 garantiert. Die Birchstrasse sei genau dafür konzipiert worden, heisst es in der gestern versandten Medienmitteilung.
  • Neben dem Parkhaus P10 des Flughafens, das dieses Jahr gebaut wird, sollen entlang der Birchstrasse weitere Parkmöglichkeiten entstehen.
  • Die Wohngebiete dahinter sind als verkehrsberuhigte Zonen angedacht, mit teilweisen Durchfahrtssperren zur Schaffhauserstrasse. Der Verkehr soll dabei explizit auf der Birchstrasse bleiben.
  • Ein kantonales Pilotprojekt soll bereits in zehn Jahren umgesetzt sein: Ein erhöht geführter Veloweg vom Bahnhof Glattbrugg zum Balsberg, die sogenannte Flyline. Entlang der Glatt soll mit dem «Fil bleu» eine zweite Veloachse quer durch die Airport-City entstehen.
  • Für Pendler soll die Erreichbarkeit des Gebiets auch mit dem Viertelstundentakt der S7 und einem dichteren Busfahrplan verbessert werden.
  • Die Bahnhöfe, heute für Fussgänger nur mühsam zu erreichen, sollen ausgebaut werden, die Zugänglichkeit verbessert.
  • An den Bahnhöfen und anderen zentralen Orten sind zudem Velomietstationen geplant.

Mehr Autobahn, mehr Glattalbahn

In ferner Zukunft wird die Glattalautobahn von der Airport-City unterirdisch direkt zum Brüttiseller-Kreuz führen. Und die Glattalbahn könnte dann ein neues Trassee auf der Schaffhauserstrasse erhalten, bis nach Kloten. Die heute unattraktive Schaffhauserstrasse soll durch die Massnahmen aufgewertet werden – man denke an den Effekt der Beruhigung der Zürcher Westtangente. Wobei der Fluglärm in Glattbrugg auch mit weniger Verkehr noch Thema bleiben wird.

Erstellt: 03.04.2017, 20:01 Uhr

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